Galerie: Alle Finalisten und Gewinner des Europäischen Erfinderpreises 2015

ForschungInnovation
Kornelis Schouhamer Immink (Bild: EPO)

Das Europäische Patentamt ehrt einmal im Jahr herausragende Erfinder unterschiedlicher Fachbereiche mit dem Europäischen Erfinderpreis. Aus der Informationstechnologie wurde dieses Jahr Andreas Manz für die Erfindung der Chiplabor-Technologie ausgezeichnet. Zu den Finalisten gehörten aber auch der Vater der CD, die Pioniere der NFC-Technologie sowie die Entwickler der Eyetracking-Technologie.

Europäischer Erfinderpreis 2015: Finalisten und Gewinner

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Europäischer Erfinderpreis 2015 - Luke Alphey
Einer anderen, sich per Viren verbreitender Krankheit, rückt der Brite Luke Alphey mit seiner Erfindung auf neuem Weg zu Leibe: dem in jedem Fall äußerst schmerzhaften und oft auch tödlich verlaufendem Dengue-Fieber. Jedes Jahr infizieren sich damit fast 400 Millionen Menschen, knapp 25.000 sterben – Tendenz bei beiden Werten stark steigend. Für die Ausbreitung der Krankheit zeichnet in erster Linie die ägyptische Tigermücke verantwortlich, die sich von Afrika aus inzwischen in mehr als 100 Länder ausgebreitet hat und inzwischen gegen viele Insektizide, mit denen gegen sie vorgegangen wurde, resistent ist. Alphey hat daher einen anderen Ansatz gewählt: Er setzt gentechnisch veränderte Männchen der ägyptischen Tigermücken frei, die sich dann mit freilebenden Weibchen paaren. Das den Männchen eingepflanzte zusätzliche Gen sorgt dafür, dass die aus der Verbindung hervorgehenden Larven gar nicht erst geschlechtsreif werden. In Versuchen, zum Beispiel in Malaysia, Brasilien und Panama gelang es so die Stechmücken-Populationen jeweils um 90 Prozent zu reduzieren – ohne dabei Nutzinsekten wie Bienen zu schädigen. Das von Alphey 2002 mitgegründete Unternehmen Oxitec (Oxford Insect Technologies) steht jetzt vor seinem ersten großen Auftrag: Die nationale Kommission für Biosicherheit in Brasilien hat die kommerzielle Nutzung der genveränderten Mücken zugelassen (Bild: EPO).
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