Studenten verzweitausendfachen DSL-Geschwindigkeit

Durch eine neue Art, mit den Lichtwellen in Glasfaserkabeln umzugehen, lässt sich die Geschwindigkeit der Datenübertragung massiv erhöhen, fanden Studenten der britischen Bangor University in ihren Forschungen heraus. Die Freude darüber, dass man die 2000fache DSL-Geschwindigkeit nun für den gleichen Preis bekommt, ist aber noch verfrüht.

von Manfred Kohlen 2

Erst in den hinteren Zeilen des frohlockenden Berichts über den Glasfaser-Beschleuniger der britischen Bangor University findet sich die Einschränkung, man könne die “zukunftssichere” Beschleunigung der Breitbandnetze um das Zweitausendfache “mit denselben Kosten” wie bisher erreichen: Es muss sich um Glasfasernetze handeln, die bis ans Ziel reichen  – im Slang der Telekommunikationskonzerne ist das “FTTH”, also “Fibre to the Home” oder “FTTX” – “Glasfaser zu irgendetwas”, etwa zu Unternehmnsgebäuden oder Rechenzentren. Daran arbeiten schon zahlreiche Telekommunikationsunternehmen – auch in Deutschland.

Hinter den Ergebnissen der studentischen Arbeit steht Professor Jianming Tang der universtätseigenen “School of Electronic Engineering” mit seiner Technik des “Optical Orthogonal Frequency Division Multiplexing” (OOFDM).

Das Highspeed Lichtwellen-Multiplexing-Modem

Mit einem speziellen Modem werden die DSL-Geschwindigkeiten in Glasfaserkabeln massiv erhöht.

Um die wesentlich schnelleren Datenübertragungsraten zu verarbeiten, mussten spezielle Glasfaserkabelmodems gebaut werden – die aber “mit herkömmlicher preiswerter Technik” zusammengesetzt wurden, so die Universität in einem Video (siehe unten). Bis Videos 20 mal schneller übertragen oder Unternehmensbilanzen in einer Sekunde beim Finanzamt abgeliefert werden, dürfte es also nicht mehr allzulange dauern. Patente für das neue Lichtwellenleiter-Multiplexing habe man bereits beantragt. OOFDM-DSL anzubieten, ist offenbar nur noch ein politisches Problem – die Industrie möchte ihre Investitionen in die alten Kupferdraht-DSL-Leitungen erst einmal schützen.

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2 Antworten zu Studenten verzweitausendfachen DSL-Geschwindigkeit

  • 12. November 2012 à 23:15 von Klaus

    DSL hat per Definition nichts mit Glasfasern zu tun.

    • 13. November 2012 à 22:12 von Manfred Kohlen

      Nein, DSL hat zwar usprünglich wirklich nichts mit Glasfasern zu tun; es handelt sich um eine Technik, die die Datenlieferung beschleunigt – und die zuerst dazu gedacht war, aus den alten Kupferkabeln nie dagewesene Geschwindigkeiten herauszukitzeln. Das Prinzip kann jedoch auch auf andere Trägermedien übernommen werden.

      Was DSL aus Kupfer geholt hat, kann nun hoffentlich OOFDM für die Glasfasernetze tun. Wie von Kupfer zu DSL kann es aber auch von regulärem Glasfaser zu OOFDM noch ein wenig dauern.

      Manfred Kohlen
      Redaktion ITespresso

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