SaaS oder IT-Sicherheit aus der Wolke

Immer raffiniertere Angriffe aus dem Web, eine unüberschaubare Flut mobiler Geräte und jetzt auch noch der Trend zum Cloud Computing. Sind Datenschutz und IT-Sicherheit überhaupt noch möglich? Darüber diskutierten Experten auf einer Podiumsdiskussion. Branchenbeobachter wie Forrester dagegen empfehlen die Flucht nach vorne und die Nutzung von cloudbasierten SaaS-Diensten.

von Mehmet Toprak 0

Eine Diskussion über IT-Sicherheit ist meistens eine undankbare Angelegenheit. Zumeist stehen am Ende mehr offene Fragen und ungelöste Probleme als Antworten im Raum. So war es auch bei einer von Dell veranstalteten Diskussion mit dem Titel »IT-Sicherheit im Spannungsfeld der Politik«.

Zur Diskussion im Konferenzraum eines feinen Münchner Hotels hatte Dell vier hochrangige Experten geladen. Andy Müller-Maguhn, Vorstandsmitglied des Chaos Computer Clubs, Dirk Heckmann, Professor für Öffentliches Recht, Sicherheits- und Internetrecht an der Universität Passau, Bernd Carstensen, Pressesprecher des Bundes Deutscher Kriminalbeamter und Paolo Balboni, geschäftsführender Direktor der European Privacy Association (EPA). Die EPA ist eine von der Wirtschaft finanzierte Organisation mit Sitz in Brüssel, die sich für Datensicherheitsinteressen der Unternehmen einsetzt.

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion über IT-Sicherheit (von links nach rechts): Paolo Balboni (EPA), Andy Müller-Maguhn (Chaos Computer Club), Bernd Seidel (Moderator), Bernd Carstensen (Bund Deutscher Kriminalbeamter), Prof. Dirk Heckmann (Universität Passau).

 

IT und Datensicherheit passen nicht zusammen

Das düsterste Statement kam erwartungsgemäß von Andy Müller-Maguhn. »IT und Sicherheit, das ist eine Illusion. Das passt einfach nicht zusammen.« Damit setzte er den Ton für die Diskussion. Professor Heckmann, der unter anderem auch als Gutachter für den Deutschen Bundestag tätig ist, wollte das nicht ganz so pessimistisch sehen. Schließlich hätte sich auch im Analog-Zeitalter jeder am Leitz-Ordner bedienen und Daten klauen können.

Im digitalen Zeitalter dagegen gebe es so etwas wie eine »gefühlte Unsicherheit«. Ist es in Wirklichkeit also gar nicht so schlecht bestellt um die Privatsphäre und den Datenschutz? Müller-Maguhn mochte da nicht zustimmen und verwies darauf, dass gegenüber der Leitz-Ordner-Ära eine blitzschnelle Auswertung und Analyse aller Daten möglich sei.

Datensauger aus Kalifornien

Einig waren sich allerdings alle Diskussionsteilnehmer, dass in Sachen Datenschutz mehr Transparenz nötig sei: klare Informationen für den Verbraucher, wie das jeweilige Unternehmen mit seinen Daten umgeht.

EPA-Mann Paolo Balboni wehrte sich allerdings gegen die Idee, Unternehmen sollten per Gesetz zur Transparenz verpflichtet sein. Er trat für eine freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen ein, einen Code of Conduct wie sie mit den privaten Daten ihrer Kunden umgehen sollten.

Für das Problem, dass gigantische Datensammler wie Google oder Facebook ihren Firmensitz außerhalb Deutschlands, nämlich in Kalifornien haben und deshalb in Europa einer wirksamen Kontrolle weitgehend entzogen sind, hatte jedoch keiner der Teilnehmer eine schnelle Lösung.

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