Interview: »Dramatische Veränderung der Arbeitswelt«

von Mehmet Toprak 0

ITespresso: Ist bei der Konzeption von IT-Produkten die herkömmliche Unterteilung in Consumer und Business noch zu halten?
Müller: Die Hersteller haben bereits auf diese Situation reagiert und Tablets auf den Markt gebracht, die sich sehr gut in bestehende IT-Landschaften einfügen und die sowohl die Anforderungen von Konsumenten als auch von Unternehmen erfüllen. So berücksichtigt beispielsweise das Dell Latitude ST die unterschiedlichen Eingabegewohnheiten von Privat- und von Businessanwendern, indem sowohl die Eingabe per »touch« als auch mit einem Stift möglich ist.

 

Blackberry-Hersteller Research in Motion zielt mit seinem Tablet-PC Playbook auf Geschäftsanwender in mittleren und großen Unternehmen. (Bild: Research in Motion)

ITespresso: Gab es in der Studie »Evolving Workforce« besonders interessante oder auffallende Ergebnisse aus Deutschland?
Müller: Obwohl die Ergebnisse der quantitativen Untersuchung noch ausstehen, zeichnet sich ab, dass in Deutschland das »Crowdsourcing« eine große Rolle spielen wird, also die projektbezogenen Anwerbung von Beratern, Freelancern und Zeitarbeitern oder Kurzzeitbeschäftigten, die auf Grund der Entwicklung des Cloud-Computing nicht notwendigerweise räumlich zusammenarbeiten müssen.

Höherer Verwaltungsaufwand

ITespresso: Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass IT-Management in Zukunft deutlich komplexer wird? Behindert die zunehmende Komplexität die Produktivität der Unternehmen?
Müller: Die Studie untersucht auch die Wechselwirkung des Einsatzes flexibler Endgeräte, der Produktivität und des IT-Managements. Während vermutet wird, dass die Produktivität steigt, wenn Mitarbeiter mit den ihnen vertrauten Tools arbeiten können, wird gleichermaßen angenommen, dass diese Entwicklung höheren Verwaltungsaufwand für die IT mit sich bringen kann.

Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) beschäftigt sich ebenfalls mit dem Einfluss technischer Neuerungen auf die Arbeitswelt und stellt beispielsweise das »Cloud Workpad«, also das cloudbasierte Arbeiten mit einem Tablet-PC, als »mobilen IT-Arbeitsplatz« vor. Das Bild zeigt einen Ausschnitt aus der entsprechenden Homepage des IAO.

Ich sage bewusst »kann«, da es an den Unternehmen selbst liegt, Regeln zu definieren, innerhalb denen Mitarbeiter ihre Arbeitsmittel frei wählen können. Das kann zum Beispiel die Definition von Endgerätetypen, Betriebssystemen oder Anwendungen betreffen. Dadurch wird Komplexität zu einer kalkulierbaren Größe bei gleichzeitiger Steigerung von Flexibilität und Produktivität.

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