Die Deutsche Telekom bietet Mobilfunkkunden jetzt noch sechs Haupttarife an. Diese kosten pro Monat zwischen 19,95 und 99,95 Euro und enthalten alle ein Smartphone und eine begrenzte Datenflatrate. Wer bereits ein Telefon besitzt oder anderweitig kauft, bekommt die Tarife 20 Prozent günstiger.
Die Verbraucherzentrale NRW hat die Telekom per Abmahnung aufgefordert, die für Neukunden seit 2. Mai geltende Klausel für die Drosselung von DSL-Anschlüssen beim Überschreiten bestimmter Datenvolumina wieder aus ihren Verträgen zu streichen. Die verbleibende Übertragungsrate von 384 KBit/s macht ihrer Ansicht nach eine zeitgemäße Nutzung des Internets unmöglich.
Alle Festnetzanschlüsse sollen spätestens in fünf Jahren auf VoIP umgestellt werden. Im Zuge der Umstellung werden auch neue Geschäftsbedingungen eingeführt. Diese sehen dann auch ein monatliches Datenlimit vor.
Mit ihrer Ankündigung, die Datenraten bei DSL-Zugängen ab einem bestimmten Datenvolumen zu drosseln, hat die Telekom einen Sturm der Empörung ausgelöst. Doch das wohlfeile Telekom-Bashing greift zu kurz. Schuld hat auch die Politik, die es in den letzten 20 Jahren versäumt hat, eine leistungsfähige Infrastruktur für die Internet-Wirtschaft aufzubauen.
Heute morgen hatten sich bereits über 115.000 Menschen beteiligt. Initiator Malte Götz wendet sich gegen den Boykottaufruf der EU-Wettbewerbskommissarin Kroes und hofft vielmehr auf Einsicht bei der Telekom. Andere Aktivisten äußern sich ähnlich.
Laut Telekom-Chef René Obermann werde der Begriff Netzneutralität in der aktuellen Debatte um die Drosselung von DSL-Anschlüssen dazu missbraucht, “einen Flatrate-Anspruch auf unbegrenztes Datenvolumen im Internet zu zementieren”. Obermann zufolge betreffen die meisten Kunden die Änderungen ohnehin nicht.
Laut Neelie Kroes sollten Verbraucher “mit den Füßen abstimmen”. Sie machte aber zugleich deutlich, dass die EU nichts gegen die Pläne der Deutschen Telekom zur DSL-Drosselung unternehmen werde. Der Konzern verteidigt die Drosselung als eine “faire Lösung”.
Wirtschaftsminister Rösler (FDP) und Verbraucherschutzministerin Aigner (CSU) sorgen sich um die Netzneutralität. Wettbewerber weisen auf ihre auch künftig ungedrosselten Angebote hin, andere Marktteilnehmer und Verbände geben sich schockiert, Webnutzer schmähen den Konzern als “Drosselkom.”
In den Leistungsbeschreibungen sollen die Volumenbegrenzungen ab 2. Mai 2013 enthalten sein. Technisch wird die Telekom aber wohl nicht vor 2016 in der Lage sein, die Drosselung auch durchzusetzen. Das Fernsehangebot Entertain sowie Telefonie werden nicht auf das Inklusivvolumen angerechnet.
Die Deutsche Telekom bietet ab 22. Mai nur noch sechs Haupttarife an. Sie kosten pro Monat zwischen 19,95 und 99,95 Euro und enthalten alle ein Smartphone und eine begrenzte Datenflatrate. Wer das Telefon bereits besitzt oder anderweitig kauft, bekommt die Tarife 20 Prozent günstiger.
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