Firmen empfinden digitale Transformation als beschwerlich

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Unternehmen stoßen bei der digitalen Transformation auf eine Vielzahl ganz unterschiedlicher Probleme. Der Branchenverband Bitkom leitet daraus gleich politische Forderungen ab.

Praktisch alle Unternehmen scheinen Probleme mit der digitalen Transformation zu haben. Vor allem offene Datenschutzfragen und Probleme, die richtigen Kräfte zu finden scheinen besonders verbreitet zu sein. Für den Bitkom ist eine aktuelle Erhebung eine willkommene Gelegenheit Forderungen nach einem schnelleren Breitbandausbau und einer gezielteren Bildungspolitik Nachdruck zu verleihen.

Die Chancen, die die Digitalisierung bietet, werden von fast allen Unternehmen gesehen. Doch in einer Befragung von mehr als 500 Unternehmen habe es keine einzige Organisation gegeben, die nicht mit erheblichen Problemen bei der Digitalisierung kämpft, wie Bitkom Research bekannt gibt.

Datenschutz, IT-Sicherheit, Schwierigkeiten, entsprechendes Personal zu finden sowie internen Abstimmungsprozesse sind demnach die größten Hindernisse bei der Einführung von digitalen Prozessen.

Einer Umfrage des Bitkom zufolge waren 2016 in deutschen Firmen die Bereiche Produktion und Personal die am weitesten "digitalisierten" Abteilungen (Bild: Bitkom)
Einer Umfrage des Bitkom zufolge waren 2016 in deutschen Firmen die Bereiche Produktion und Personal die am weitesten “digitalisierten” Abteilungen (Bild: Bitkom)

Anforderungen an den Datenschutz (38 Prozent) sowie die IT-Sicherheit (37 Prozent) behindern die digitale Transformation. Jeweils 3 von 10 Unternehmen geben an, es fehle an Akzeptanz in der Belegschaft (29 Prozent) sowie geeigneten Fachkräften mit Digitalkompetenz (28 Prozent). Ähnlich häufig werden fehlende Vorgaben aus der Geschäftsleitung (27 Prozent) und langwierige Entscheidungsprozesse (25 Prozent) beklagt. 16 Prozent sehen sich in dieser repräsentativen Umfrage durch eine fehlende Investitionsbereitschaft behindert.

“Jedes Unternehmen muss für sich eine Digitalstrategie entwickeln. Wenn erst einmal klare Ziele festgelegt sind, wird die Abstimmung im Unternehmen viel einfacher”, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. “Teil einer Digitalstrategie sollte auch die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern sein. Wer über qualifiziertes Personal verfügt, der kann auch mit Anforderungen durch den Datenschutz und mit dem zentralen Thema IT-Sicherheit deutlich besser umgehen.”

59 Prozent der Unternehmen formulieren in diesem Zusammenhang aber auch Forderungen an die Politik. So fordern 59 Prozent einen flächendeckenden Breitbandausbau mit mindestens 50 Mbit/s und 52 Prozent fordern jeweils mehr politisches Engagement in der Sicherheit und eine Bildungsinitiative gegen den Fachkräftemangel. Von einheitlichen europäische Datenschutzgesetzten erhoffen sich mehr als 40 Prozent der Unternehmen positive Impulse.

Andere Studien zeigen, dass sich gerade jüngere Mitarbeiter von den neuen Anforderungen im Arbeitsalltag überfordert sehen. Ältere Mitarbeiter scheinen dagegen besser gegen eine “digitale Überforderung” gewappnet zu sein. Auch scheint es derzeit noch zwischen Theorie und Praxis bei der Digitalisierung große Unterschiede zu geben. Andere Reports zeigen, dass vor allem mittelständische Unternehmen die Transformation vorantreiben.