Firmen-Smartphones: Deutsche Bank verbietet SMS und WhatsApp

MobileMobile Apps
SMS Mesenger (Bild: Shutterstock)

Mit dieser Regelung will das Finanzinstitut seine Compliance-Standards verbessern. Anders als E-Mails kann die Bank SMS nicht archivieren, erfuhr Bloomberg von einem Informanten. Nach kostspieligen Affären reagiert die Deutsche Bank auf den Druck von Regulierungsbehörden.

Die Deutsche Bank untersagt ihren Mitarbeitern die Kommunikation mit SMS-Nachrichten und Messaging-Apps wie WhatsApp, Google Talk oder iMessage. Die neue Regelung gilt für die vom Unternehmen zur Verfügung gestellten Smartphones ebenso wie für private Geräte, die Mitarbeiter während ihrer Arbeit benutzen.

SMS Mesenger (Bild: Shutterstock)

Das erfuhren die Angestellten am Freitag durch eine interne Memo. Deutsche-Bank-Sprecher Tim-Oliver Ambrosius hat die neuen Vorschriften bestätigt, die noch in diesem Quartal umgesetzt werden sollen. Zu weiteren Einzelheiten wollte er aber nicht Stellung nehmen.

“Wir verstehen, dass die Deaktivierung Ihre alltägliche Arbeit verändern wird und bedauern jegliche Unannehmlichkeiten, die sich daraus ergeben könnten”, zitiert Bloomberg aus dem Memo von COO Kim Hammonds und Chief Regulatory Officer Sylvie Matherat. “Dieser Schritt ist jedoch notwendig, um sicherzustellen, dass die Deutsche Bank weiterhin regulatorische und rechtliche Anforderungen erfüllt.”

Mit der SMS-Abschaltung und der Verhinderung von App-Downloads geht es der Bank offenbar darum, die eigenen Compliance-Standards nach einer Serie kostspieliger Verfehlungen zu erhöhen. Wie Bloomberg von einem Informanten erfuhr, ergab sich für das Unternehmen das Problem, dass Textnachrichten anders als E-Mails nicht archiviert werden können.

Erst im letzten Monat einigte sich die Bank mit dem US-Justizministerium über eine Zahlung von 7,2 Milliarden Dollar, um die Affäre um den fragwürdigen Verkauf von hypothekarisch gesicherten Wertpapieren vor der Finanzkrise beizulegen. Bei einer Reihe von weiteren behördlichen Untersuchungen ging es etwa um Geldwäsche in Russland und die Manipulation von Referenzzinssätzen.

Nach der versehentlichen Vernichtung von 482 Bändern mit Aufnahmen von Telefongesprächen bekam die Deutsche Bank Ärger mit der britischen Finanzaufsicht Financial Conduct Authority und kassierte schließlich ein Bußgeld von 227 Millionen Pfund. Die Regulierungsbehörde hatte schon 2010 verfügt, dass Bankinstitute die Mobiltelefonate ihrer Wertpapierhändler aufzeichnen und sechs Monate lang aufbewahren müssen.