Hacker wegen Millionenbetrug mit FIFA-Coins angeklagt

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Hacker (Bild: Shutterstock)

Die vier Angeklagten sollen virtuelle Münzen trickreich von den Servern des Spieleherstellers EA abgeräumt haben. Die Aktion lief von 2013 bis 2015 und brachte durch Schwarzmarkt-Verkäufe angeblich 15 bis 18 Millionen Dollar ein. Das FBI beschlagnahmte mehrere Millionen Dollar und Luxusautos.

Im US-Bundesstaat Texas hat ein Prozess gegen vier Hacker begonnen, die mit dem Diebstahl von FIFA-Coins zwischen 15 und 18 Millionen Dollar verdient haben sollen. Die Anklage wirft ihnen vor, die virtuellen Münzen trickreich von den Servern des Spieleherstellers Electronic Arts (EA) geholt und auf dem Schwarzmarkt verkauft zu haben.

Motivfoto Hacker (Bild: Shutterstock)

Auch wenn es sich eigentlich um eine virtuelle Währung handelt, ist sie bares Geld wert. Die In-Game-Münzen spielen eine umstrittene Rolle in der erfolgreichen FIFA-Sportspiel-Videoserie von EA. In FIFA Ultimate Team etwa können sie durch spielerische Leistung gewonnen, aber auch vom Spielehersteller selbst käuflich erworben werden. Mit den Coins wiederum sind Spielerpakete zu kaufen, um mit einer verstärkten Mannschaft im Videospiel noch besser über die Runden zu kommen.

Die jetzt entsiegelte Anklage wirft Anthony Clark, Nicholas Castellucci, Ricky Miller und Eaton Zveare vor, mit Hilfe einer von ihnen geschriebenen Software Münzenbestände auf den Electronic-Arts-Servern “abgebaut” zu haben. Der Code lief demnach auf einer modifizierten Spielekonsole und soll den EA-Servern vorgetäuscht haben, dass Tausende von Fußballspielen erfolgreich absolviert wurden und damit der Anspruch auf FIFA-Coins erworben wurde.

Verkaufen konnten die Betrüger die trickreich eingesammelten Münzen mühelos über florierende Schwarzmarkt-Angebote in China und Europa. Suchmaschinen werfen zu einer Suche nach FIFA-Coins reichlich Ergebnisse aus.

Der Coup lief irgendwann im Jahr 2013 an und fand erst am 17. September 2015 ein jähes Ende, als das FBI auftauchte. Die US-Bundespolizei beschlagnahmte rund drei Millionen Dollar, Luxusautos wie etwa einen 2014 gekauften Lamborghini, Computer sowie Xbox-360-Konsolen. Aufgrund seiner Ermittlungen warf das FBI den Angeklagten vor, zu einer Hackergruppe namens RANE Developments zu gehören.

Belastet wurden die Angeklagten von Austin Alcala, einem mit dem FBI kooperierenden Mitglied der Hackergruppe Xbox Underground. Ihm und anderen Hackern wurde schon 2014 vorgeworfen, Software von Microsoft, Valve und anderen Firmen gestohlen zu haben.

Von Alcala erhielten die FIFA-Hacker Xbox-Development-Kits. Mit einem Programm namens Interactive Disassembler gelang ihnen das Reverse-Engineering einer Piratenkopie von FIFA 14. Sie benötigten dafür mehrere Monate. Aber es versetzte sie in die Lage, ein Tool zu schaffen, mit dem sie reichlich geldwerte FIFA-Münzen von den EA-Servern abräumen konnten.