Augmented Reality: Apple tüftelt an Google-Glass-Alternative

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apple-zentrale-logo-640 (Bild: Apple)

Die Augmented-Reality-Brille soll Bilder und andere Informationen in das Blickfeld des Trägers bringen. Sie soll sich drahtlos mit dem iPhone des Nutzers verbinden. Eine Markteinführung steht jedoch noch nicht fest und könnte frühestens 2018 erfolgen.

Apple offenbar daran, seine Gerätepalette um eine Computerbrille in der Art von Google Glass zu erweitern. Das berichtet Bloomberg und beruft sich auf Personen, die mit den Plänen vertraut sind, aber nicht namentlich genannt werden wollten. An der Berichterstattung ist Mark Gurman beteiligt, der zuvor bei 9to5Mac verlässliche Informationen über kommende Apple-Produkte lieferte.

Apple-Zentrale (Bild: News.com)

Das geheime Projekt ist demnach noch in der Erkundungsphase. Das Gerät soll sich drahtlos mit iPhones verbinden, um Bilder und andere Informationen in das Sichtfeld des Trägers zu bringen. Laut den Informanten ist Apple bereits im Gespräch mit potentiellen Lieferanten. Von einem Auftragsfertiger habe es zu Testzwecken kleine Mengen von Displays bestellt, die nahe am Auge zu tragen sind.

Die Zahl der bestellten Komponenten sei jedoch noch zu klein, um eine baldige Serienproduktion erwarten zu lassen. Sollte Apple sich für die Vermarktung der Google-Glass-Alternative entscheiden, soll das frühestens 2018 erfolgen. Der iPhone-Hersteller ist dafür bekannt, immer wieder neue Produkte zu entwickeln und zu testen. Es gibt den Projekten dann aber mitunter eine ganz andere Richtung, wie etwa bei seinem Autoprojekt Titan geschehen. Andere stellt das Unternehmen sang- und klanglos ein, ohne die Öffentlichkeit jemals darüber zu informieren.

Dem Bericht zufolge plant Apple den Einsatz von Augmented Reality (AR), das Bilder und andere Informationen über die Sicht der realen Welt legt. CEO Tim Cook äußerte sich nach dem beispiellosen Erfolg des standortbasierten AR-Spiels Pokémon Go enthusiastisch über die Chancen von Augmented Reality. Mehrere Übernahmen Apples könnten außerdem Apple-Plänen hinsichtlich AR und VR zugutekommen. So kaufte es PrimeSense, das als Lieferant des 3D-Sensors für Microsoft Kinect bekannt wurde. Später akquirierte es dazu passend den Augmented-Reality-Spezialisten Metaio sowie Flyby Media, das an Googles Project Tango beteiligt war. Schon Anfang dieses Jahres berichtete die Financial Times von einer geheimen Sparte für Virtual Reality und Augmented Reality bei Apple, die Headset-Prototypen entwickle.

Mit einer AR-Brille könnte der iPhone-Hersteller seine Position im Wearables-Markt über die Apple Watch hinaus ausbauen. Es ist eine potentiell lukrative Expansion, andererseits aber riskant. Zu denken gibt dabei das Schicksal der AR-Brille Google Glass. Google scheint sein Brillenprojekt zwar nicht völlig eingestellt zu haben, hielt es aber an, nachdem die 1500 Euro teure Explorer Edition des Wearables bei den Kunden nicht ankam. Die Käufer schreckte offenbar nicht nur der hohe Preis, sondern auch der grelle Nerd-Faktor ab. Dazu kamen die Reaktionen anderer, die durch die Kamerafunktion ihre Privatsphäre verletzt sahen.

[mit Material von Steven Musil, CNET.com]

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