Rohde & Schwarz steigt bei Lancom ein

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Rohde&Schwarz steigt bei Lancom ein (Grafik: silicon.de)

Der Münchner Elektronikkonzern übernimmt dazu Anteile der S-UBG AG Aachen und eines privaten Investors. Die weiteren Gesellschafter bleiben Gründer Ralf Koenzen, Mitgeschäftsführer Stefan Herrlich und Carl-Thomas Epping. Ziel ist es, Lancom “zum führenden europäischen Anbieter von LAN-, WAN- und WLAN-Infrastrukturen” zu machen.

Der Münchner Technologiekonzern Rohde & Schwarz setzt seine Neuorientierung fort und beteiligt sich am Aachener Router- und WLAN-Spezialisten Lancom. Nach den Übernahmen des ebenfalls mit durchaus massentauglichen Produkten am Markt tätigen Leipziger Unternehmens Adyton Systems, einem Spezialisten für Netzwerksicherheit, und Gateprotect, einem Spezialisten für Security-Appliances schon 2104, folgte mit der Übernahme der Sirrix AG, einem Spin-Off des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken, 2015 die Akquisition eines zwar sehr fortschrittlichen, aber in der Marktbearbeitung eher unerfahrenen Unternehmens.

Mit der Beteiligung an Lancom setzt Rohde & Schwarz nun wieder auf einen gut etablierten Anbieter mit funktionierendem Vertrieb. Im Zusammenspiel mit den bisherigen Beteiligungen und Übernahmen eröffnet das interessante, neue Möglichkeiten. Über den Kaufpreis sowie die Details der Vereinbarung wurde Stillschweigen vereinbart.

Rohde&Schwarz steigt bei Lancom ein (Grafik: silicon.de)

Im Zuge seiner Beteiligung als strategischen Partner erwirbt Rohde & Schwarz die Anteile der S-UBG AG Aachen, eines regionalen Anbieters von Beteiligungskapital, sowie einer privaten Investorengemeinschaft, die beide seit der Gründung 2002 an Lancom beteiligt waren. Lancom-Gründer und Geschäftsführer Ralf Koenzen, Mitgeschäftsführer Stefan Herrlich und Gründungsgesellschafter Carl-Thomas Epping behalten ihre jeweiligen Anteile. Nach dem Einstieg von Rohde & Schwarz soll, sofern das Bundeskartellamt der Transaktion zustimmt, dann Lancom Systems “zum führenden europäischen Anbieter von LAN-, WAN- und WLAN-Infrastrukturen” aufgebaut werden.”

“Rohde & Schwarz und die Lancom zeichnen sich durch eine sehr hohe Übereinstimmung bei der strategischen Ausrichtung und Unternehmenskultur aus, einschließlich des Bekenntnisses zu Made-in-Germany. In puncto Geschäftsmodell und Portfolio ergänzen wir uns ideal. Wir erwarten durch die Zusammenarbeit einerseits zusätzliche positive Impulse für unser weiteres, signifikantes Wachstum sowie gleichzeitig ein hohes Maß an Kontinuität“, erklärt Lancom-Chef Ralf Koenzen in einer Pressemitteilung.

Ralf Koenzen, Gründer und Geschäftsführer von Lancom (Bild: Lancom)
Ralf Koenzen, Gründer und Geschäftsführer von Lancom (Bild: Lancom)

Darin bringt Peter Riedel, Geschäftsführer von Rohde & Schwarz, dieselbe Ansicht zum Ausdruck: “Durch unsere ähnlichen Firmenkulturen werden wir zügig Synergien hinsichtlich Marktzugang und Produktportfolio nutzen können.” Rohde & Schwarz wolle Lancom dabei unterstützen, das “große Wachstumspotenzial“ auszuschöpfen, so Riedel weiter.

Ein wichtiger Pfeiler dieser Wachstumsstrategie ist das kürzlich vorgestellte Angebot für Cloud-basiertes Netzwerkmanagement. Von Mitbewerbern mit zunächst vergleichbaren Angeboten wie sie Extreme Networks oder auch Netgear unterbreiten, will sich Lancom einerseits durch die Verbindung seines Angebots mit Technologien für Software-Defined Networking/Software-Defined WAN (SDN/SD-WAN) sowie durch den Server-Standort Deutschland abheben.

Außerdem ergeben sich nach dem Einstieg von Rohde & Schwarz nun natürlich interessante Möglichkeiten, Produkte anderer Beteiligungen oder Sparten der Münchner, etwa Adyton Systems, aber auch Gateprotect oder der Sirrix AG sowie die eigenen Technologien von Rohde & Schwarz bevorzugt oder tiefer zu integrieren. Damit könnte Lancom seine in bestimmten Bereichen in besonders sicherheitsrelevanten Umgebungen bereits gute Position noch ausbauen, Rohde & Schwarz und seine Sparten könnten dagegen im Schlepptau von Lancom auch in Projekten mit eher mittelständischem Charakter künftig besser zum Zuge kommen.

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