Streit um Tintenpatronen: HP macht Rückzieher

DruckerWorkspace
HP Deskjet 3720 (Bild: HP)

Die seit zwei Wochen heftig umstrittene Funktion verteidigt es dennoch nach wie vor als “Sicherheitsfeature”. Es diene dazu, unbekannte Tintendrucker-Patronen auszusperren. An ihm will HP grundsätzlich auch festhalten. Dennoch will der Hersteller den Verbrauchern mit einem Firmware-Update entgegenkommen.

HP will über ein optionales Firmware-Update dafür sorgen, dass auch Cartridges von Dritthersteller wieder auf den Druckern von HP funktionieren. Seit dem 13. September hatte HP auf einigen Modellen über einen Chip die Patronen anderer Hersteller ausgesperrt. Der Schritt kam für die Nutzer sehr überraschend.

HP-COO Jon Flaxman erklärt jetzt in einem Blog, dass man damit die Nutzer vor qualitativ minderwertigen Druckerpatronen schützen und auch verhindern wollte, dass Nutzer unabsichtlich gefälschte Druckerpatronen verwenden.

HP Envy 5332 (Bild: Aldi Nord)

HP erklärt weiter, dass das Firmware-Update für die Geräte HP OfficeJet, OfficeJet Pro und OfficeJet Pro X ein “dynamisches Sicherheits-Feature enthält, das ungetestete Dritthersteller-Patronen mit einem geklonten Sicherheitschip deaktivierte, auch wenn diese zuvor noch funktionierten”.

Jetzt aber will HP für all diejenigen, die nicht vor deutlich günstigeren, legal nachgebauten oder wiederbefüllten Patronen geschützt werden wollen, ein “optionales Firmware-Update veröffentlichen, das dieses Sicherheitsfeature entfernt. Wir erwarten, dass dieses Update innerhalb der nächsten zwei Wochen verfügbar sein wird und wir werden hier über weitere Details informieren.” Derzeit gibt es in diesem Forumseintrag jedoch bis auf die Überschrift “Dedicated to the best Printer-Experience” noch keine Inhalte.

Allerdings wolle sich HP nicht gänzlich von diesem Sicherheitsfeature verabschieden, das nachgemachte Tintenpatronen in HP-Druckern verhindert. Es werde daher auch weiterhin Authentifizierungsmethoden geben, die “möglicherweise” einige Produkte von Drittherstellern deaktivieren.

HP entschuldigte sich jedoch für die mangelhafte Kommunikation über das Firmware-Update und gelobt, künftig “transparenter” zu sein. HP hatte das Update bereits 2015 verteilt. Das Feature wurde jedoch erst am 13. September 2016 aktiviert. HP hatte auch erst nach einigen Tagen erklärt, warum plötzlich bestimmte Druckerpatronen nicht mehr wie gewohnt arbeiten.

Die Reaktionen auf HPs Entscheidung reichten von Meldungen in diversen Nutzerportalen bis hin zu einem offenen Brief der Electronic Frontier Foundation an CEO Dion Weisler.