Neuerliche Pläne für Umbau bei der Telekom betreffen 15.000 Mitarbeiter

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Deutsche Telekom (Bild: Deutsche Telekom)

Die Telekom soll künftig in vier neue Bereiche gegliedert sein: Privatkunden, Firmen, Services und Technik. Die Umstrukturierung betrifft wohl die Arbeitsplätze von 15.000 Mitarbeitern. Kündigungen sind Stand heute offenbar aber nicht vorgesehen.

Das Deutschlandgeschäft der Telekom soll neu strukturiert werden. Das berichten übereinstimmend die Nachrichtenagentur Reuters und die Wirtschaftswoche unter Berufung auf Insider. Künftig soll es hier vier Bereiche geben, ein Stellenabbau sei aber nicht geplant.

Künftig werde das Deutschlandgeschäft der Telekom in die Bereiche Privatkunden, Firmen, Services und Technik unterteilt. Von der Telekom gibt es dazu bislang keine Äußerungen. Von dem Umbau des Konzerns werden wohl 15.000 Mitarbeiter betroffen sein.

Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom AG (Bild: DTAG)
Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom AG (Bild: DTAG)

Einer der wichtigsten Gründe ist offenbar die technische Entwicklung. Viele angestammte Arbeitsplätze fallen wegen der Umstellung auf IP-Telefonie weg. Daher werde auch einer der Kernpunkte der Neustrukturierung der Bereich Kundenservice in Deutschland sein. Hier sollen mehrere Bereiche zusammengelegt werden. Dessen Leitung wird Ferri Abolhassan übernehmen, wie die Wirtschaftswoche berichtete. Abolhassan leitete bislang die Großkundensparte T-Systems.

Daneben steht wohl schon fest, dass ab 2019 Tausende Mitarbeiter bei der Telekom wöchentlich zwei Stunden weniger arbeiten werden. Seit Jahren entlässt das Unternehmen immer wieder Mitarbeiter. So sank die Zahl der Beschäftigten in den zurückliegenden fünf Jahren um etwa 30.000. Derzeit sind in Deutschland etwa 68.000 Tausend Menschen für die Telekom tätig. Weltweit sind es 221.000.

Erst vor wenigen Tagen berichtete silicon.de darüber, dass die Telekom vor einem großen Umbau stehe. Dabei solle vermehrt auf Effizienz geachtet werden. Damals wurde aber auch spekuliert, dass möglicherweise mehrere Tausend Jobs wegfallen könnten. Auf den Prüfstand sollen auch Bereiche des Auslandsgeschäfts gestellt werden – vor allem über das Engagement in Griechenland und Osteuropa werde nachgedacht. Zur Debatte standen bei dem Strategietreffen des Vorstandes Anfang September angeblich auch der Teilverkauf von Sparten von T-Systems. Damals hatte ein Konzernsprecher erklärt, dass Umbau der Telekom ein “kontinuierlicher Prozess” sei.

Ein Hauptproblem der Telekom ist derzeit, dass verschiedene Innovationsthemen noch nicht so greifen, wie geplant. Zur CeBIT etwa startete die Telekom ein eigenes Public-Cloud-Angebot. Auch die Übernahme von Host Europe ist noch ein Schritt im Zuge der Neuausrichtung des Unternehmens. Vor wenigen Wochen startete die Telekom zudem eine weitere Ausbaustufe des Rechenzentrums in Biere/Magdeburg. Von dort kommen etwa auch die deutschen Azure-Dienste von Microsoft. Als sogenannter “Dateantreuhänder” hat die Telekom hier zwar ein wichtige Position inne, aber auch dieses Geschäft steht derzeit eben gerade erst am Anfang.