Samsung stellt Exynos 7570 als Chip für günstige Smartphones vor

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Exynos 7570 (Bild: Samsung)

Im Exynos 7570 sind LTE-Modem, Navigationsmodul, WLAN, Bluetooth und UKW-Radio integriert. Der im 14-Nanometer-Verfahren gefertigte Chip unterstützt Displayauflösungen bis WXGA und zwei Kameras: eine davon mit bis zu 13 Megapixeln, die andere mit bis zu 8 Megapixeln.

Samsung hat mit der Massenfertigung des Exynos 7570 begonnen. Wie das Unternehmen mitgeteilt hat, ist er für den Einsatz in günstigen Smartphones gedacht und das erste Exynos-SoC, bei dem ein LTE-Cat.4-Modem und weitere Konnektivitätsmodule vollständig in den Chip integriert wurden.

Bei dem Applikationsprozessor handelt es sich um einen mit 14-Nanometer-Strukturbreite gefertigten, sogenannten FinFET, einer Art von Multiple Gate Field Effect Transistors (MuGFET). Fin-FETs verfügen über zwei elektrisch voneinander unabhängige Gates, was sie flexibel macht, und kommen mit vergleichssweise wenig Strom aus.

Der Name setzt sich aus Field Effect Transistor (FET) und dem englischen Wort für “Flosse” (Fin) zusammen. Letzteres deutet auf den Siliziumaufbau des Source-Drain-Bereichs hin, der nicht planar ausgeführt ist, sondern sich vertikal erhebt. Während auch andere Fertiger derartige Chips als Fin-Fet bezeichnen, nutzt Intel für seine, leicht abgewandelte Variante den Begriff Tri-Gate. Diese Transistor-Architektur wird von dem Unternehmen zum Beispiel in den Prozessorreihen Ivy Bridge, Haswell und Skylake genutzt.

Samsung beherrscht das Fin-Fet-Verfahren für die 14-Nanometer-Fertigung seit Ende vergangenen Jahres. Damals nutze der Konzern das Verfahren zunächst für den teuren Exynos 8 Octa. Im Februar wurden dann erste Exynos-Chips für Smartphones im mittleren Preissegment damit hergestellt. Qualcomm kündigte dann im Februar den Snapdragon 625 an, der auf Basis von 14nm LPP gefertigt werden soll. Es war damit der erste Anbieter, der einen FinFET-Chip ankündigte, der nicht für das High-End-Segment gedacht ist. Erste Smartphones damit solen in der zweiten Hälfte des Jahres auf den Markt kommen.

Aus Samsungs aktueller Ankündigung geht nicht hervor, ob der Exynos 7570 mit der zweiten, auch “Low-Power Plus” genannten Generation des 14-Nanometer-Verfahrens oder der ersten, auch als 14nm LPE bezeichneten, hergestellt wird. Qualcomm nutzt LPP zum Beispiel für seinen, allerdings für deutlich teurere Smartphones gedachten, Snapdragon 820. Die Vermutung liegt aber nahe, dass “lediglich” 14nm LPE genutzt wird, ansonsten hätte Samsung sicherlich ausdrücklich auf die Verwendung der moderneren Variante hingewiesen.

Laut Samsung verfügt der Exynos 7570 über vier Cortex-A53-Kerne. Im Vergleich zu dem noch mit dem 28-Nanometer-Prozess gefertigten Vorgänger soll er eine 70 Prozent höhere CPU-Leistung sowie eine um 30 Prozent bessere Energieeffizienz bieten. Zudem habe man die Größe des Chips um bis zu 20 Prozent reduzieren können.

Der Exynos 7570 bringt ein LTE-Modem der Kategorie 4, WLAN, Bluetooth, RFID, UKW-Radio und ein Navigationsmodul mit. Samsung spricht hier allerdings nur von GNSS (Global Navigation Satellite System) und verwendet damit den Sammelbegriff, unter dem unter anderem auch GPS, Glonass und Galileo subsummiert werden.

Mit dem Exynos 7570 lassen sich Smartphones mit zwei Kameras, eine davon mit bis zu 13 Megapixeln sowie eine mit bis zu 8 Megapixeln, betreiben. Videos werden laut Samsung mit bis zu Full-HD abgespielt und Displays mit Auflösungen bis 1366 mal 768 Pixeln (WXGA) unterstützt. Zur GPU macht Samsung noch keine konkrete Angabe. Beobachter erwarten aber “maximal eine Low-End-Mali-GPU”. Damit stehen dann wohl schon die Eckwerte für künftige Samsung-Smartphones im Einsteigersegment fest.

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