Quadrooter: CyanogenMod schließt letzte Lücke

MobileMobile OS
CyanogenMod (Bild: CyanogenMod)

Die ersten drei mit als Quadrooter bezeichneten Schwachstellen wurden bereits mit dem Security-Update Anfang August geschlossen. Seit gestern veröffentlichte Versionen der Custom Rom schützen nun auch vor der vierten Quadrooter-Lücke.

CyanogenMod hat die Quadrooter-Schwachstellen komplett geschlossen. Nachdem Anfang August mit der Integration der von Google veröffentlichten Security-Updates bereits drei der vier Quadrooter-Schwachstelle beseitigt wurden, schützen die seit gestern veröffentlichten Nightlies auch vor der verbliebenen Sicherheitslücke. Bisher hatte einzig Blackberry Patches für seine Android-Geräte Priv und DTEK50 veröffentlicht, die die Quadrooter-Lücken komplett schlossen.

Als Quadrooter wird eine Gruppe von vier Anfälligkeiten in Kernel-Treibern für bestimmte Qualcomm-Prozessoren bezeichnet. Angreifer, die die Schwachstellen ausnutzen, erhalten Rootzugriff. Sie können also jegliche Daten auslesen, Einstellungen ändern, zusätzliche Apps installieren und auch die gesamte Hardware inklusive Kamera und Mikrofon steuern.

Ein Qualcomm-Sprecher erklärte, die Schwachstellen seien schon länger bekannt. Zwischen April und Juli hätten alle Gerätehersteller und auch die Open-Source-Community Patches erhalten. Google habe drei Löcher mit seinem August-Sicherheitsupdate geschlossen. Der vierte Patch sei jedoch nicht rechtzeitig fertig geworden. Google wiederum bestätigte, dass der vierte Patch im September zur Verfügung stehen wird.

CyanogenMod stopft Quadrooter-Schwachstellen (Bild: ZDNet.de)
Während die meisten Android-Smartphones gegenüber den Quadrooter-Lücken anfällig sind (links), weisen aktuelle CyanogenMod-Versionen keine Schwachstelle mehr auf (Bild: ZDNet.de).

Die Lücke lässt sich nur mit speziell gestalteten Apps ausnutzen. Ein Hacker muss sein Opfer zudem dazu verleiten, eine solche App herunterzuladen und zu installieren. Google erklärte in der vergangenen Woche, dass die Sicherheitsfunktion Verify Apps vor den Quadrooter-Anfälligkeiten schützt. Sie prüft und sperrt falls notwendig Apps, die aus unbekannten Quellen heruntergeladen wurden – also nicht über den Google Play Store.

Während theoretisch nahezu alle Android-Smartphones und –Tablets mit Qualcomm-Chipsatz anfällig sind, sollte Verify Apps, das seit Android 4.2 ab Werk aktiv ist, einen großen Teil der betroffenen Geräte schützen. Android Central schätzt den Anteil sogar auf etwa 90 Prozent. Außerdem könne man auf Android-Geräten mit der OS-Version Gingerbread von 2010 (Android 2.3.x) Verify Apps von Hand aktivieren und sei dann ebenfalls sicher.

Von Check Point gibt es eine App, mit der Nutzer prüfen können, ob ihr Gerät anfällig für Quadrooter ist. Sie steht kostenlos im Google Play Store zur Verfügung.

Tipp: Sind Sie ein Android-Kenner? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de