Android-Trojaner SpyNote kommt ohne Root-Zugriff aus

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Smartphone Malware (Bild: Shutterstock / Maksim Kabakou)

Die Malware kann ein infiziertes Gerät trotzdem vollständig kontrollieren. SpyNote hört Telefonate ab und kann sogar Kameras und Mikrofone bedienen. Aktuell wird in Untergrundforen ein Builder-Tool für die Entwicklung von SpyNote-Versionen gehandelt.

Forscher von Palo Alto Networks haben einen neuen Android-Trojaner namens SpyNote entdeckt. Ähnlich wie OmniRat und DroidJack erlaubt es die Schadsoftware, ein infiziertes Android-Gerät aus der Ferne zu steuern. Der Trojaner selbst ist zwar noch nicht um Umlauf, in einschlägigen Malware-Foren im Internet ist aber ein Builder-Tool erhältlich, um neue SpyNote-Versionen zu entwickeln.

Palo Alto Networks (Bild: Palo Alto Networks)

SpyNote benötigt den Forschern zufolge keinen Root-Zugriff, um die vollständige Kontrolle über ein Smartphone oder Tablet übernehmen zu können. Die Malware fordert jedoch umfangreiche Berechtigungen, die es ihr erlauben, Nachrichten zu lesen, Telefonate abzuhören, auf alle Kontakte zuzugreifen und sogar die Mikrofone zu kontrollieren, um jegliche Umgebungsgeräusche aufzunehmen oder gar live zu übertragen.

Darüber hinaus kann SpyNote die Kameras steuern und Details über den Mobilfunkanbieter sowie die IMEI und die WLAN-MAC-Adresse auslesen. Ein Hacker ist aber auch in der Lage, den Standort eines infizierten Geräts zu ermitteln und auf Kosten seines Opfers Anrufe zu tätigten.

Malware (Bild: Shutterstock / Maksim Kabakou)

Das Builder-Tool für SpyNote wurde in .NET entwickelt. Auf Youtube finden sich sogar Videos, die die Nutzung des Trojaners beschreiben. Eine Verbindung zu einem Befehlsserver stellt er über eine vorgegebene Server-IP-Adresse her.

“Bisher haben wir nicht festgestellt, dass SpyNote für aktive Angriffe verwendet wird”, schreiben die Sicherheitsforscher in einem Blogeintrag. “Aber wir vermuten, dass Cyberkriminelle es benutzen werden, da das Tool zum Erstellen von SpyNote kostenlos erhältlich ist.”

Die Forscher gehen davon aus, dass Hacker versuchen werden, den Trojaner über App Stores von Drittanbietern zu verbreiten. Sie raten deswegen von Downloads aus Quellen ab, die nicht über Kontrollmechanismen verfügen, wie sie Googles eigener Play Store bietet. Aber selbst Google Play sei nicht vollständig immun gegenüber Schadprogrammen.

Im Mai war beispielsweise eine Android-Malware namens Viking Horde im Play Store aufgetaucht. Sie war in mehreren Spielen und Apps enthalten, die sich als bei Nutzern beliebte Anwendungen tarnten. Viking Horde fügte infizierte Smartphones zu einem von Hackern kontrollierten Botnet hinzu.

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