Berliner Start-up will mit Privatsphäre-Gerät RelaxBox anonymes Surfen erleichtern

Sicherheit
RelaxBox_web (Bild: RelaxInternet)

Die ab 29. April im Onlineshop des Anbieters RelaxInternet für 89 Euro erhältliche RelaxBox 2.0 soll auch technisch weniger versierte Nutzer respektive ihre internetfähigen Geräte sowie sämtliche ihrer Bewegungen im Netz vor ungewollten Zugriffen und Auswertungen schützen.

Das Berliner Start-up RelaxInternet hat mit der RelaxBox ein Gerät bereitgestellt, mit dem auch technisch weniger versierte Anwender ihre internetfähigen Geräte sowie sämtliche ihrer Bewegungen im Netz ohne großen Aufwand vor ungewollten Zugriffen und Auswertungen schützen können sollen. Die RelaxBox ist ab 29. April über den firmeneigenen Onlineshop erhältlich, welcher ebenfalls am morgigen Freitag eröffnet werden wird.

Die RelaxBox wird an den heimischen Router angeschlossen und kann dann über einen Browser konfiguriert sowie mittels einer Software gesteuert werden. Einmal eingerichtet soll die Privatsphäre-Box automatisiert Daten respektive deren Transportweg via TLS verschlüsseln, Schadsoftware wie Viren und Trojaner frühzeitig mittels Googels SafeBrowsing-Technik abfangen sowie die IP-Adresse – und somit die Herkunft des Internetnutzers – verschleiern können.

Letzteres ermöglicht Anwendern laut Anbieter auch den Zugriff auf in Deutschland mittels Geoblocking gesperrte Dienste über einen VPN-Tunnel (Virtual Private Network), sofern die fragliche Website noch keine Maßnahmen gegen das Umgehen der Geoblockade ergriffen hat. Außerdem soll die Box Nutzern auch das Teilen des eigenen Internetanschlusses erleichtern.

„Seinen Anschluss zu teilen, ist bisher gefährlich, weil man für das Handeln anderer Nutzer haftbar gemacht werden kann. Die RelaxBox schützt, indem sie die eigene IP-Adresse nicht mehr erscheinen lässt“, wird Maximilian Pohl, Gesellschafter bei RelaxInternet, in einer Pressemitteilung zitiert.

Eine in die RelaxBox integrierte Firewall soll außerdem alle bekannten Zugriffsmöglichkeiten – etwa über Telnet, SSH, FTP, HTTP oder API – sperren, um Hackerangriffe über das Internet zu verhindern. Die Hauptfunktion der RelaxBox besteht aber darin, den Datenverkehr des Nutzers über einen Server ihres Anbieters ins Internet weiterzuleiten. Der ruft die Daten in der Folge dann mit seiner eigenen IP-Adresse ab. Für potenzielle Abhörer soll dadurch nur sichtbar sein, dass die Anfrage von einem der RelaxInternet-Server kam. Nicht ersichtlich sei dagegen, wer die Anfrage an eine Website ausgelöst hat. Auch die Identifizierung über Cookies und Ähnliches lässt sich unterbinden, da diese laut Anbieter bereits auf dem Server gefiltert werden.

RelaxBox_web (Bild: RelaxInternet)
Die RelaxBox soll nicht nur die Privatsphäre des Nutzers schützen, sondern diesen unter anderem auch vor Malware bewahren (Bild: RelaxInternet).

Für die jetzt verfügbare Version 2.0 hat das Unternehmen nach eigenen Angaben die komplette Software und Konfiguration noch einmal grundlegend neu entwickelt. So verfüge die RelaxBox 2.0 zwar über die gleichen Funktionen wie die bisherige Ausgabe, allerdings soll die neue Linux-basierte Software nun flexiblere Möglichkeiten bei der künftigen Entwicklung neuer Funktionen bieten. Am 29. April sollen dann außerdem die schon rund 230 an die Kickstarter-Unterstützer verkauften Boxen auf die jüngste Version 2.0 umgestellt werden.

Eine Finanzierungsrunde auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter hatte RelaxInternet bereits Ende 2015 erfolgreich abschließen können. Mit den über die Kampagne eingesammelten 33.000 Euro, womit es eigenen Angaben zufolge das Dreifache seines Finanzierungsziels erreicht hatte, war es dem Start-up schließlich möglich, mit der Produktion der RelaxBox zu beginnen.

„Das hat uns die Freiheit geschenkt, als kleiner Anbieter weiter unabhängig an unserer Lösung zu arbeiten. Daher haben wir den Marktstart etwas aufgeschoben und die vergangenen Monate noch einmal intensiv für die Weiterentwicklung der RelaxBox und ihrer Features genutzt“, erklärt Pohl.

Neben dem einmaligen Kaufpreis von 89 Euro kommen auf Käufer der RelaxBox – je nach gewünschter Nutzungsdauer – noch monatliche Gebühren hinzu. So kostet ein Vertrag mit einer einmonatigen Laufzeit monatlich 11,90 Euro. Wer sich für eine sechsmonatige Einsatzdauer entscheidet, zahlt 8,90 Euro im Monat. Eine zwölfmonatige Laufzeit schlägt mit 6,90 Euro zu Buche.

Mit dem eBlocker bietet das gleichnamige Hamburger Start-up ein vergleichbares Angebot, das es ebenfalls seit Kurzem über seinen eigenen Onlineshop verkauft. Dessen Privatspäre-Box dient grundsätzlich ebenfalls dem anonymen Surfen sowie der Blockade von unerwünschtem Tracking.

Konkurrenz für die RelaxBox besteht außerdem in Form der Trutzbox – einem Home-Server des Eltviller Start-ups Comidio, der den gesamten ein- und ausgehenden Internetverkehr daraufhin untersucht, ob ungewollt persönliche Daten vom Browser übermittelt werden. Ziel ist es, das tägliche Protokollieren der Nutzerbewegungen im Netz durch Server von Suchmaschinen, Medienunternehmen und Werbetreibenden zu unterbinden und den Anwender so zu anonymisieren.

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Tipp der Redaktion: Max Schrems war 2011 Jurastudent in Wien – einer von vielen. Das änderte sich, nachdem er durch seine Klage gegen Facebook bekannt geworden war. Er warf dem Konzern vor, zu emsig Daten zu sammeln. Mit “ Kämpf um deine Daten” hat er jetzt sein erstes Buch vorgelegt – ein Weckruf für alle Internet-Nutzer.

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