Internetnutzer haben immer weniger Vertrauen in die Sicherheit im Netz

Sicherheit
encryption-schloss-code-sicherheit (Bild: Shutterstock / photobank.kiev.ua)

Das geht aus einer Umfrage des Centre for International Governance Innovation (CIGI) hervor. 57 Prozent fürchten, dass ihre Privatsphäre heute stärker in Gefahr ist als noch vor einem Jahr. Als Reaktion auf solche Befürchtungen schränken sich viele Anwender im Internet ein.

Aus einer Umfrage des Centre for International Governance Innovation (CIGI) geht hervor, dass sich 57 Prozent der Anwender weltweit heute mehr um den Schutz ihrer Privatsphäre im Internet sorgen als es noch vor einem Jahr der Fall war. Als Reaktion auf die steigende Zahl von Cybergefahren befürworten 85 Prozent zudem eine enge Kooperation zwischen Regierungen und Unternehmen.

Lediglich 30 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass ihre Regierung sich ausreichend dafür einsetzt, dass ihre persönlichen Informationen vor Firmen geschützt sind. Hier variiert der Anteil abhängig vom jeweiligen Land jedoch beträchtlich. In Pakistan etwa stimmen dieser Aussage 49 Prozent zu, in Japan sind es hingegen nur 13 Prozent. Deutschland liegt mit einem Anteil von 25 Prozent unter dem Durchschnitt.

Anwender, die sich im Netz nicht sicher fühlen, ändern laut der Umfrage jedoch auch ihr Verhalten. 55 Prozent sagten, sie öffneten keine E-Mails von unbekannten Absendern. 39 Prozent geben inzwischen weniger öffentlich zugängliche Informationen über sich selbst frei. Bei 39 Prozent liegt auch der Anteil der Anwender, der eine kommerzielle Antivirensoftware nutzt. Etwa ein Fünftel limitiert außerdem seine Einkäufe im Internet sowie seine Online-Banking-Aktivitäten. Lediglich 11 Prozent gaben an, sie verwendeten das Internet seltener als noch vor einem Jahr.

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Das CIGI hat Nutzer auch zum Thema Hacktivismus befragt. 43 Prozent haben demzufolge ein positives Bild von Hackern, die Angriffe auf Computer und Netzwerke als Form des politischen Protests nutzen. 66 Prozent vertreten die Ansicht, Hacktivismus verstoße gegen das Gesetz. Hierzulande bewerten 53 Prozent der Nutzer politische Hacker als positiv und nur 44 Prozent fordern rechtliche Sanktionen.

cigi-umfrage (Bild: CIGI)
Wegen Sicherheitsbedenken öffnen mittlerweile 55 Prozent der Anwender weltweit keine E-Mails von unbekannten Absendern (Bild: CIGI).

Die Schließung des Dark Net fordern 71 Prozent der Nutzer weltweit. 29 Prozent sind hingegen für den Erhalt jenes Bereichs des Internets, der sich praktisch jeglicher staatlicher Kontrolle entzieht, weil er auch eine weitest gehende Anonymität im Internet ermögliche. In diesem Zusammenhang verweist das CIGI darauf, dass nur 46 Prozent aller Nutzer darauf vertrauen, dass ihre Aktivitäten im Internet nicht zensiert werden. Sogar nur 38 Prozent gehen davon aus, dass sie im Internet nicht überwacht werden.

Allerdings sind 70 Prozent damit einverstanden, dass Strafverfolgungsbehörden das Recht haben sollten, aus Gründen der nationalen Sicherheit auf die Kommunikation ihrer Bürger zuzugreifen. Liegt ein konkreter Verdacht gegen eine Person vor, steigt die Zustimmung zu Abhörmaßnahmen sogar auf 85 Prozent. 63 Prozent erklärten zudem, Firmen sollten keine Technologien entwickeln, die verhindern, dass Ermittler auf Online-Kommunikation von Tatverdächtigen zugreifen können.

Die Umfrage wurde zwischen 20. November und 4. Dezember 2015 in 24 Ländern durchgeführt, darunter Ägypten, Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Polen, der Türkei und den Vereinigten Staaten. Insgesamt wurden 24.143 Personen befragt.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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