Vodafone verzichtet im EU-Ausland weitgehend auf Roaminggebühren

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Vodafone (Bild: Vodafone)

Die Regelung gilt ab 14. April für Neu- und Vertragskunden. Sie müssen dann für Telefonie und Datennutzung im EU-Ausland die durch EU-Auflagen ohnehin stark reduzierten Aufschläge nicht mehr bezahlen. Prepaid-Kunden profitieren erst Ende des Monats von der Änderung.

Vodafone-Kunden dürfen zum Teil schon vor der von der EU geregelten Abschaffung der Roaminggebühren im EU-Ausland ab 15. Juni 2017 mit ihrem Smartphone ohen Aufschlag im EU-Ausland telefonieren und surfen. Das erklärte Vodafone-Deutschlandchef Hannes Ametsreiter gegenüber der Rheinischen Post. Demzufolge wird Vodafone noch diesen Monat “für Neukunden und Vertragsverlängerer in den meisten Tarifen die Roamingzuschläge in der EU abschaffen.”

Hannes Ametsreiter seit Oktober 2015  CEO bei Vodafone Deutschland (Bild: Vodafone).
Hannes Ametsreiter, seit Oktober 2015 CEO bei Vodafone Deutschland (Bild: Vodafone).

Der Zeitung zufolge gilt dies für Nutzer einen der sogenannten “Red”-Tarife, den Smartphone-Tarif “Smart L” sowie die Inklusiveinheiten aller “CallYa“-Prepaid-Pakete. Die Änderung soll zum 14. April wirksam werden, lediglich Prepaid-Kunden müssen sich noch bis Ende des Monats gedulden.

Bedauerlicherweise profitieren demnach Vertragskunden, die ihren Vertrag erst kürzlich verlängert haben, von dem Angebot nicht. Sie können sich damit trösten, dass die Mobilfunkanbieter ab 30. April 2016 für die Nutzung im EU-Ausland ohnehin nur noch ein Aufschlag von bis zu 5 Cent je Gesprächsminute oder Megabyte übertragenen Daten und 2 Cent pro SMS erheben dürfen, jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer.

Ab 15. Juni 2017 dürfen sie dann generell keine Zusatzgebühren mehr für Anrufe, SMS und Datennutzung in anderen EU-Ländern verlangen. Die Regelung (PDF) sieht zum Schutz der Mobilfunkanbieter vor Missbrauch auch eine Fair-Use-Richtlinie vor, die beispielsweise verhindern soll, dass Kunden in einem anderen EU-Land einen Mobilfunkvertrag zu günstigeren Bedingungen abschließen.

Die Deutsche Telekom und Telefónica werden Vodafones Beispiel voraussichtlich bald folgen. Derzeit bieten sie für einige Tarife bereits sogenannte EU-Flatrate-Optionen an. Bei der Telekom gibt es solch eine Zusatzoption beispielsweise für die Magenta-Eins-Tarife für monatlich 10 Euro. Mit ihr sind dann eingehende Anrufe in 32 europäischen Ländern, inklusive der Schweiz, sowie alle von dort ausgehenden Telefonate in andere EU-Länder und nach Deutschland abgedeckt. Inland-Flatrates für SMS-Versand und Datenübertragung lassen sich auf dieselbe Weise auch im EU-Ausland nutzen. Telefónica O2 bietet ebenfalls eine EU-Roaming-Flat an, die ähnlich funktioniert.

Dass Vodafone jetzt vorprescht begründet dei Rheinsiche Post auch mit einer “Kräfteverschiebung innerhalb des Konzerns”: Ametsreiter sitzt bei Vodafone auch im erweiterten Weltvorstand und habe damit durchsetzen können, dass die Schwesterfirmen in Italien oder Spanien künftig auf Roaming-Gelder aus Deutschland verzichten. Das Blatt führt weiter aus: “Vodafone kann leichter als Wettbewerber auf Roaming-Preise verzichten, weil kein Telefonkonzern in so vielen Ländern Europas mit eigenen Netzen vertreten ist. Das Unternehmen muss nur selten Geld an andere Firmen zahlen, wenn seine Kunden ihr Smartphone in der EU nutzen.”

Bislang verstand man es aber bei Vodafone diesen Vorteil in der Regel nicht zum Nutzen der Kunden einzusetzen. Eher im Gegenteil: Bei Vergleichen lagen die Roamingkosten bislang bei Vodafone tendenziell höher als bei den Mitbewerbern, die Durchleitungsgebühren nicht an Tochter- oder Schwestergesellschaften, sondern an fremde Firmen zahlen mussten.

[mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

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