WhatsApp verschlüsselt ab sofort sämtliche Inhalte durchgängig

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WhatsApp (Grafik: WhatsApp)

Hierzu aktiviert die Facebook-Tochter nun eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Text- und Sprachnachrichten, Dateien, Fotos, Videos und Gruppenchats. Selbst WhatsApp hat durch die durchgängige Chiffrierung nach eigenen Angaben keinen Zugang zu den Inhalten seiner Anwender.

WhatsApp hat für seine Anwender nun eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung eingeführt. Die aktuelle Version des Messengers verschlüsselt demnach nun “jeden Anruf, jede Nachricht, Datei, Sprachnachricht und jedes Foto und Video als Standard” durchgehend vom Absender bis zum Empfänger. “Das schließt Gruppen-Chats ein”, erklärt der Anbieter

WhatsApp (Grafik: WhatsApp)

“Die Idee ist einfach: wenn Du eine Nachricht sendest, kann diese nur von der Person oder dem Gruppen-Chat, an den Du sie sendest, gelesen werden”, erläutern die Firmengründer Jan Koum und Brian Acton. “Niemand kann in diese Nachrichten schauen. Kein Hacker. Keine unterdrückenden Regimes. Nicht einmal wir. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung hilft dabei, die Kommunikation über WhatsApp privat zu machen – wie eine Unterhaltung von Angesicht zu Angesicht.”

WhatsApp hat die Sicherheitsfunktion zusammen mit Open Whisper Systems entwickelt. Sie basiert auf dem Open-Source-Protokoll “TextSecure”. Dieses nutzt wiederum Forward Secrecy, eine Technik, die verschlüsselte Nachrichten auch dann schützt, wenn Hacker für den Austausch zwischen den Nutzern verwendete Schlüssel geknackt haben. Die Technik wird nicht nur von allen Funktionen der App, sondern auch von allen Plattformen unterstützt: Android, iOS, Windows Phone, Nokia S40 und S60 und Blackberry 10.

whatsapp-encryption (Bild: Open Whisper Systems)
WhatsApp-Verschlüsselung (Bild: Open Whisper Systems)

WhatsApp hatte im November 2015 mit der Einführung der Ende-Zu-Ende-Verschlüsselung begonnen. Zu Beginn stand sie jedoch nur für Android bereit. Nun profitieren nach Unternehmensangaben mehr als eine Milliarde WhatsApp-Nutzer von der Sicherheitsfunktion. “Obwohl WhatsApp unter den wenigen Kommunikationsplattformen ist, die als Standard alles, was Du tust, Ende-zu-Ende verschlüsseln, erwarten wir, dass dies im Endeffekt die Zukunft der persönlichen Kommunikation sein wird”, heißt es seitens des Unternehmens weiter.

Verschlüsselte Kommunikation ist jedoch nicht unumstritten. Mitte März berichtete etwa die New York Times, die US-Regierung überlege, ob sie den Zugriff auf verschlüsselte WhatsApp-Nachrichten einklagen solle. Auslöser war demnach mindestens ein Fall, indem ein Richter die Überwachung der Kommunikation eines Verdächtigen genehmigt hatte, der Beschluss aber durch die von WhatsApp eingesetzte Verschlüsselung nicht umgesetzt werden konnte. WhatsApp ist eigenen Angaben zufolge derzeit technisch nicht in der Lage, selbst auf Anordnung eines Gerichts Nachrichten seiner Nutzer zu entschlüsseln.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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