Protonet auch mit Crowdfunding für Smart-Home-Box ZOE erfolgreich

Start-UpUnternehmen
Protonet ZOE (Bild: Protonet)

Protonet ZOE integriert sich mit Plattformen anderer Anbieter. Die Box soll aber im Gegensatz zu Amazon Echo oder anderen Ansätzen dafür sorgen, dass Daten lokal statt in der Cloud verarbeitet werden. Das Funding-Ziel wurde kurz nach dem Start der Kampagne bereits um nahezu das Doppelte übertroffen.

Nachdem Protonet im Sommer 2014 mit seinem Maya genannten Personal Cloud Server für Kleinstunternehmen einen Geschwindigkeitsweltrekord beim Crowdfunding aufgestellt hat, indem es binnen 90 Minuten die Hälfte des ehrgeizigen Finanzierungsziels von 1,5 Millionen Euro eingesammelt hat, wundert es nicht, dass für das neueste Projekte derselbe Weg gewählt wurde. Allerdings hat man inzwischen den Mittelpunkt der Aktivitäten von Hamburg ins Silicon Valley verlagert, wohl auch deshalb läuft die Finanzierung des aktuellen Projekts, Protonet ZOE, diesmal über Indiegogo.

Erfolgreich ist es trotzdem, auch wenn der Rekord aus dem Jahr 2014 – auch aufgrund verändertere Rahmenbedingungen – nicht übertroffen wurde: Dennoch kamen für Protonet Zoe in den ersten bereits über 174.000 Dollar zusammen. Das Funding-Ziel von 100.000 Dollar wurde damit bereits deutlich übertroffen, die Kampagne läuft aber immer noch bis 15. April.

Nachdem Protonet mit seinem Server Maya Kleinstunternehmen sowie Selbständige mit Bedarf bei Projektmanagement und Kollaboration und dem etwas größeren und teureren Carla http://www.itespresso.de/2016/03/10/protonet-zeigt-aktualisierten-private-cloud-server-carla/ an Firmen ähnlicher Größe, aber mit umfangreicheren Speicheranforderungen – etwa Fotografen oder Videoagenturen – richtet, stehen nun bei Zoe ganz klar Verbraucher im Mittelpunkt. Ihnen will Protonet „den Schritt in die Smart-Home-Zukunft mit voller Datenhoheit unabhängig von fremden Cloud-Diensten” ermöglichen. Das Konzept, die Daten nicht außer Haus zu geben, bleibt also dasselbe, die Zielgruppe ist jedoch eine andere.

Mit ZOE, hier im Bild oben in der Mite an der Wand, soricht Protonet nun erstmals gezilet Verbraucher an, die eine Steuerzentrale für´s Smart Home suchen (Bild: Protonet)
Mit ZOE, hier im Bild oben in der Mitte an der Wand, spricht Protonet nun erstmals gezielt Verbraucher an, die eine Steuerzentrale für´s Smart Home suchen (Bild: Protonet).

Zentrales Versprechen von Protonet bei ZOE ist, dass keine privaten Daten aus dem Smart Home bei einem externen Cloud-Dienst abgelegt werden. Dennoch soll Zoe ähnliche Funktionen ermöglichen, wie sie etwa Amazon mit Echo oder Apple und seine Partner mit HomeKit versprechen.

“Mit Protonet ZOE werden wir 2016 eines der smartesten und ästhetischsten Smart Home Hubs auf den B2C-Markt bringen, das mit einer intelligenten Spracherkennung ausgestattet ist, zuhört und ständig dazu lernt, wenn man mit ihr spricht”, so Ali Jelveh, Mitbegründer und CEO von Protonet, in einer Pressemitteiling. “Menschen sollen auch daheim die Wahl haben, wie sie mit moderner Technologie leben wollen. Wir stehen mit unseren Produkten für Smartness und Datenhoheit und beweisen, dass diese Aspekte vereinbar sind.”

Protonet ZOE (Bild: Protonet)
Protonet ZOE beherrscht zunächst 1500 Befehel, soll aber durch Software-Updates künftig noch dazulernen. (Bild: Protonet).

Ab Werk soll Protonet ZOE in der Lage sein, zu Beginn 1500 Befehle entgegenzunehmen und – entsprechende Anbindungen und Gerätschaften vorausgesetzt – auch auszuführen. Protonet plant allerdings, mit jedem Software-Update Vokabular und Syntax-Erkennung auszubauen. Stimmdaten bleiben im 2 GByte großen, verschlüsselten Speicher lokal gespeichert. Eine konstante Internetverbindung ist nicht erforderlich.

Betrieben wird die eine an die Wand oder Decke montierbare Box mit einer Open-Source-Firmware. Das Gehäuse wird entsprechend der Zielgruppe in unterschiedlichen Designs angeboten. Zusatzgeräte, sogenannte “Drops”, sollen dafür sorgen, dass Sprachbefehle auch in andern Räumen gegeben werden können. Sie lassen sich bei Bedarf allerdings auch manuell abschalten.

Die manuell abschaltbaren Protonet ZOE Drops dienen dazu, die Befehle in anderen Räumen oder Stockwerken entegegenzunehmen (Bild: Protonet).
Die manuell abschaltbaren Protonet ZOE Drops dienen dazu, die Befehle in anderen Räumen oder Stockwerken entegegenzunehmen (Bild: Protonet).

Jeder Nutzer kann ZOE zudem durch Regeln nach dem “if this, then that”-Prinzip beibringen, Aktionen selbsttätig auszuführen, sofern bestimmte Bedingungen eintreten. Als Beispiele nennt der Anbieter, dass beim Aufschließen der Wohnungstür Licht und Musik angeschaltet werden. ZOE lernt mit der Zeit außerdem die Verhaltensmuster des Besitzers und kann auf diverse Smart Devices koordinieren. Zwei USB-Ports erlauben die Erweiterung, Unterstützung für die “gängigen Programmiersprachen” sowie die Vernetzungstechnologien WLAN, Bluetooth und Z-Wave ermöglichen es, ZOE als Zentrale Steuereinheit im Smart Home zu etablieren.

Beim auf Indiegogo Crowdfunding können Vorbesteller Protonet ZOE für 149 Dollar sowie ZOE Drop für 69 Dollar – jeweils zuzüglich Steuern – erhalten. Beide Produkte sollen ab Dezember 2016 lieferbar sein. Regulär wird Protonet ZOE dann 299 Euro kosten,ZOE Drop soll dann für 99 Euro angeboten werden. Auch da kommt dann jeweils noch die Mehrwertsteuer hinzu.

Protonet sieht seine Box ZOE durchaus auch als  Steurelement für andere, bereist etablierte Geräte im Smart Home (Grafik: Protonet).
Protonet sieht seine Box ZOE durchaus auch als Steurelement für andere, bereist etablierte Geräte im Smart Home (Grafik: Protonet).
Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen