Dedrone bringt zweite Generation seines Drohnen-Warnsystems auf den Markt

Start-UpUnternehmen
DroneTracker (Grafik: Dedrone)

DroneTracker 2.0 bringt vor allem eine größere Reichweite, bietet nun aber auch einen integrierten Wi-Fi-Sensor. Damit können Drohnen auch anhand ihrer WLAN-Signale erkannt werden. Sogar bestimmte Modelle und einzelne Geräte lassen sich so identifizieren.

Das aus Kassel stammende Start-up Dedrone bringt jetzt die zweite Generation seines Drohnen-Warnsystems Drone Tracker auf den Markt. Mit ihr wurde zwar auch die Reichweite erhöht, wesentliche Verbesserung ist aber, dass zusätzlich zu den bisher verwendeten Kameras, Schall- und Ultraschallsensoren auch ein Wi-Fi-Sensor hinzugekommen ist, mit dem Flugobjekte anhand von WLAN-Signalen aufgespürt werden können.

WLAN-Signale werden ausgesendet, wenn eine Drohne via Smartphone gesteuert wird oder wenn die Bordkamera einer Drohne Videos zum Piloten übermittelt. So ist zunächst die Anwesenheit einer Drohne erkennbar. Zusätzlich lassen sich mit dem Sensor die MAC-Adressen der sendenden Geräte auslesen und so nicht nur bestimmte Modellreihen, sondern auch einzelne Drohnen identifizieren. “Kommt eine Drohne wieder, oder wird sie an einem anderen Ort erneut getrackt, erkennen wir sie als dasselbe Exemplar”, so Jörg Lamprecht, CEO von Dedrone. “Diese Information ist sehr wertvoll für die Einschätzung des Gefahrenpotenzials und die Suche nach dem Piloten.”

DroneTracker-Software (Bild: Dedrone)

Laut Lamprecht ist für den wirksamen Schutz vor krimineller Verwendung von Drohnen deren schnelle und sichere Erkennung eine unerlässliche Voraussetzung. Mittlerer weile würden pro Monat weltweit Hunderttausende Drohnen verkauft. Außerdem nehme die Leistungsfähigkeit rasch zu. Mit der zunehmenden Verbreitung wird aber auch das Gefahrenpotenzial größer.

Beispielsweise kollidierte über Kalifornien am Freitag eine Maschine der Lufthansa in einer Höhe von 1500 Metern beinahe mit einer Drohne. In den USA dürfen sich Drohnen Flugzeugen weder nähern noch ohne Absprache mit dem Tower näher als fünf Kilometer zu einem Flughafen eingesetzt werden. Die Polizei fahndet daher derzeit nach dem Täter. Zudem ergriff Senatorin Dianne Feinstein von den Demokraten die Gelegenheit, um die zügige Einführung des von ihr mit auf den Weg gebrachten Consumer Drone Safety Act zu fordern.

Ein erstes Drohnen-Warnsystem hat Dedrone bereits Anfang 2015 auf den Markt gebracht. Mit einer Finanzierungsrunde über 2,7 Millionen Euro im April 2015 wurde die Grundlage für den Ausbau des Vertriebs gelegt. Derzeit kümmern sich mehr als 100 Partner um den Vertrieb, darunter auch so etablierte und weltzweig agierende Spezialisten wie Securitas und Bosch Security Systems. Außerdem wurde mit dem Geld aus der Finanzierungsrunde die Technologie zur Detektion von Drohnen weiterentwickelt. Hauptsitz des Unternehmens ist inzwischen in San Francisco. Dort sind auch die Bereiche Business Development, Finance und Sales für Nordamerika angesiedelt. Entwicklung und Produktion verbleiben dagegen in Kassel.

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