Bahnchef Grube bekräftigt WLAN-Ausbaupläne

MobileWLAN
ICE der Baureihe 407 (Bild: Deutsche Bahn/Volker Emersleben)

Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn, diskutierte heute im Rahmen einer Podiumsdiskussion auf der CeBIT mit Telekom-Vorstand Timotheus Höttges über Digitalisierung. Neben Projekten zum Umbau des Unternehmens legte er dabei auch die Pläne zum WLAN-Ausbau noch einmal dar.

Zum Fahrplanwechsel 2016/17, also im Dezember dieses Jahres, wird wie geplant in allen ICE-Zügen und auf allen Hochgeschwindigkeitsstrecken der Deutschen Bahn WLAN auch in der zweiten Klasse zur Verfügung stehen. “Darauf können Sie sich verlassen”, erklärte Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn, heute auf der CeBIT im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit Telekom-Vorstand Timotheus Höttges. WLAN soll dann auch in der zweiten Klasse flächendeckend zur Verfügung stehen. Seit Dezember 2014 ist das bereits in den Wagen der 1. Klasse aller 263 ICE-Züge der Fall. Außerdem wird für derzeit 4,95 Euro pro Tag auch in der zweiten Klasse ein Internetzugang per WLAN im Zug angeboten.

Ende 2016 soll WLAN in allen Wagen der ICE-Zügen de Deutschen Bahn zur Verfügung stehen (Bild: Deutsche Bahn).
Ende 2016 soll WLAN in allen Wagen der ICE-Zügen de Deutschen Bahn zur Verfügung stehen (Bild: Deutsche Bahn).

“Ja, Kunden sind mit der Qualität nicht immer zufrieden”, räumte Grube zudem ein. Doch “der Datenverkehr im Zug explodiert und derzeit gerade“, führte Telekom-Manager Höttges dazu als Entschuldigung an. Sein Unternehmen ist zusammen mit Telefónica und Vodafone für den Ausbau des LTE-Netzes entlang der Strecken zuständig, über das die Daten aus dem Zug dann ins Internet weitergeleitet werden. Die Ausrüstung der Wagen mit den erforderlichen Zugangspunkten und WLAN-Repeatern obliegt dagegen der Telekom.

Laut Höttges belastet insbesondere der Kauf von Filmen, sowie das Anschauen von Filmen online das Netz – bei dem es sich ohnehin um eine technische äußerst anspruchsvolle Sache handle. Schließlich gelte es sicherzustellen, dass Datenpakete bei Tempo 300 unter Umständen für mehrere hundert Reisende übertragen und vor allem die Endgeräte von einem LTE-Mast zum anderen unterbrechungsfrei weitergereicht werden. Und insbesondere die Versorgung in den Tunnels sei hochkomplex.

Auf diesen Strecken ist das von der Deutschen Telekom angebotene WLAN in ICE-Zügen verfügbar (Grafik: Deutsche Bahn)
Auf diesen Strecken ist das von der Deutschen Telekom angebotene WLAN in ICE-Zügen verfügbar (Grafik: Deutsche Bahn).

Während der Podiumsdiskussion auf der CeBIT bekräftigte Grube auch noch einmal die Pläne der bahn, “mittelfristig” neben den 5000 Kilometern ICE-Strecke auch die 29.000 Kilometer S-Bahn und Regionalzugstrecken mit WLAN versorgen zu wollen. Allerdings legte er sich dafür weder auf einen Zeitplan fest noch ging er auf die vor gut einem Jahr aufgeworfene Frage ein, wer das bezahlen soll.

Damals konterte die Bahn eine entsprechende Forderung von Bundesverkehrsminister Dobrindt damit, dass sie darauf hinwiese, dass sie den Regionalverkehr nicht eigenwirtschaftlich betreibe, sondern von den Ländern damit beauftragt wird: “Wenn WLAN in Regionalzügen gewünscht wird, muss zum einen die entsprechende Bordtechnik in der Ausschreibung der Verkehrsverträge berücksichtigt werden. Zum anderen muss aber auch entlang der Strecken die zwingend notwendige Mobilfunkinfrastruktur verfügbar sein. Bei entsprechender Bestellung rüste man die Züge gerne aus. Die nun auf der CeBIT gemachten Aussagen tragen zwar nicht zur endgültigen Klärung der Frage bei, legen aber nahe, dass diesbezüglich Fortschritte gemacht wurden.

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