Sony-Projektor verwandelt glatte Oberflächen in Touchscreens

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Sony Logo (Bild: Sony)

Sonys Future Labs haben nun einen entsprechenden Prototypen demonstriert. Der sogenannte “Interactive Tabletop” umfasst einen Projektor in Kombination mit Bewegungserkennung sowie Tiefensensoren. Virtuelle Einblendungen lassen sich verschieben. Auch Interaktionen mit realen Objekten sind möglich.

Auf der Veranstaltung SXSW in Austin (Texas) hat Sonys Future Lab eine Technologie vorgestellt, die jegliche glatte Oberfläche in einen Touchscreen verwandeln kann. Der sogenannte “Interactive Tabletop” umfasst einen Projektor in Kombination mit einer Bewegungserkennung sowie integrierten Tiefensensoren.

Sony Logo (Bild: Sony)

Der Prototyp basiert auf dem Buch “Alice im Wunderland” von Lewis Carroll. Aus einer aufgeschlagenen Seite dieses Buches lassen sich animierte Figuren hervorziehen und über den Tisch bewegen. Auch Interaktionen mit real auf dem Tisch liegenden Gegenständen wie einem Satz Spielkarten oder einer Untertasse sind möglich. Sony hebt hervor, dass Prototypen seines Future Lab nicht notwendigerweise zu fertigen Produkten führen müssen. Auch enthält die Demonstration keinerlei Hinweise auf einen produktiven Einsatz der Technik, der über interaktive Geschichten oder Spiele hinausgehen würde.

Ein ähnliches Konzept wie Sony verfolgt auch Aiptek. Auf der CeBIT wird es in diesem Jahr das Dongle DG-VTa vorstellen. Es ist als Ergänzung zu handelsüblichen Beamern vorgesehen und soll deren Einsatzmöglichkeiten bei Präsentationen erweitern, indem es Projektionsflächen sozusagen in einen virtuellen Touchscreen verwandelt. Dazu wird das DG-VTa-Dongle per HDMI an den Beamer angeschlossen, Inhalte erhält es per WLAN von Android-Smartphones.

Ein mitgelieferter Stift kann vom Präsentierenden dann auf der Projektionsfläche ähnlich wie ein Stylus auf einem Touchscreen verwendet werden, verspricht der Hersteller. Der Stift dient dem Dongle dabei als Sensor und überträgt seine Position und die mit ihm ausgeführten Aktionen auf der Projektionsfläche. Der DG-VTa setzt diese Signale dann in für die App auf dem Smartphone verständliche Anweisungen um. Wie das genau funktioniert, hat Aiptek aber noch nicht verraten.

Mashable-Auorin Karissa Bell hat bei Twitter ein kurzes Video des "Interactive Tabletop" von Sony veröffentlicht (Screenshot: ITespresso).
Mashable-Auorin Karissa Bell hat bei Twitter ein kurzes Video des “Interactive Tabletop” von Sony veröffentlicht (Screenshot: ITespresso).

Das Sony-Projekt erinnert aber an virtuelle Lasertastaturen, wie sie schon seit 2002 auf dem Markt sind. Samsung hat dazu 2006 ein Patent beantragt, wobei dieses einen in ein Smartphone eingebauten Projektor beschreibt. Und ein verwandter Antrag von Google aus dem Jahr 2013 sah vor, die virtuelle Tastatur auf dem Arm oder der Hand einzublenden. Auch da als Druckhersteller bekante japanische Unternehmen zeigte 2012 bereits einmal ein Konzept, bei dem sich auf einen Tisch projezierte Bilder per Gestensteuerung bewegen ließen. Dabei ließ sich damit zum Beispiel aus mehreren Bildern ein größeres Informationsposter erstellen.

Brother zeigte bereits 2012 einmal ein dem nun von Sony vorgestelltem sehr ähnliches Konzept (Bild:  ITespresso/Peter Marwan.
Brother zeigte bereits 2012 einmal ein dem nun von Sony vorgestelltem sehr ähnliches Konzept (Bild: ITespresso/Peter Marwan).

The Verge fühlt sich zudem an ein Projekt von Bastian Broecker aus dem Jahr 2012 erinnert. Es handelte sich um einen Augmented-Reality-Tisch, der für die Erkennung von Objekten und Bewegungen eine Playstation-Eye-Kamera und einen Microsoft-Kinect-Sensor verband. In eine ähnliche Richtung gehen Augmented-Reality-Brillen wie Microsofts HoloLens, nur dass dieses Modell mit dreidimensionalen virtuellen Objekten arbeitet, während zumindest Sonys Tischprojektion sich auf zwei Dimensionen beschränkt. Die ersten Entwickler können HoloLens mittlerweile ausprobieren. Der Preis des Vorabmodells beträgt 3000 Dollar.

In eine ähnliche Richtung wie Sonys Projektion gehen Tischcomputer: Microsofts Surface, der seinen Namen später an die Tablet-Reihe abgeben musste, konnte bereits auf seinem Touchscreen abgestellte Gegenstände identifizieren. Ein jüngerer Vorstoß in diese Richtung kommt von Dell und stammt vom November 2015. Microsoft hingegen hat seinen Tischcomputer von der Horizontale in die Vertikale befördert und zum “Digital Whiteboard” namens Surface Hub umgewidmet.

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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