Google macht PageRank nicht mehr öffentlich einsehbar

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Google (Grafik: Google)

Der Konzern stellt die Toolbar PageRank in den kommenden Wochen endgültig ein. Intern nutzt Google in seinen Algorithmen die Daten zum PageRank aber weiterhin. Der Schritt folgt auf viele, durch die PageRank in den vergangenen Jahren stetig an Bedeutung verloren hat.

Google wird künftig keine Möglichkeit mehr bieten, den PageRank einer Webseite öffentlich einzusehen. Das hat der Konzern jetzt gegenüber Search Engine Land bestätigt. Zwar wird der Konzern den Algorithmus, mit dem der Wert des PageRank bestimmt wird, zusammen mit anderen weiterhin für die Gliederung seiner Suchergebnisse nutzen, aber er wird ihn nicht mehr öffentlich bekannt machen. Damit wird ein in den Anfängen von Google gut gehütetes Geheimnis und 1997 von Mitgründer Larry Page zum Patent angemeldetes Verfahren wieder etwas weniger transparent – was allerdings nicht von allen bedauert wird.

Suchmaschinenoptimierung (Bild: Shutterstock /docstockmedia)

Google begann den Wert des PageRank erstmals im Jahre 2000 mit einer Toolbar für den Internet Explorer zu veröffentlichen. Die gab Nutzern nicht nur die Möglichkeit, direkt aus dem Microsoft-Browser heraus bei Google zu suchen, sondern zeigte ihnen auch den PageRank der aufgerufenen Seite mit einem kleinen Balken und einer Skala von 0 bis 10 an: Wie gewohnt bedeutete “Rot“” dabei schlecht, “Grün” dagegen gut.

Das sagte allerdings nicht direkt etwas über die Qualität der Seite aus, sondern lediglich über deren Grad der Vernetzung, also wie gut sie in das Web als solches eingebunden ist. Damit lieferte PageRank zunächst immerhin einen indirekten Hinweis darauf, wie bedeutsam eine Seite ist, konnte man doch annehmen, dass eine häufig verlinkte Site eine gewisse Bedeutung zukommt, da jede Verlinkung ja als eine Art Empfehlung zu verstehen war.

In einem ausführlicheren Beitrag bei Search Engine Land bezeichnet Danny Sullivan die Möglichkeit, den PageRank öffentlich einzusehen, allerdings als „furchtbare Falle für viele SEOs und eine Katastrophe für das Web als Ganzes.“ Denn obwohl PageRank stets nur ein Parameter war, an dem Google seine Einstufung von Webseiten ausrichtete, war es ein relativ leicht beeinflussbarer und wahrscheinlich der transparenteste.

Um ihn zu verbessern, versuchten Suchmaschinenoptimierer bald darauf mit allen erdenklichen Mitteln ihre Webseite auf anderen zu verlinken. Dadurch entstand ein eigenes Marktsegment: Der Kauf und Verkauf von Links mit dem Ziel, den eigenen PageRank oder den des Link-Käufers zu verbessern, florierte. Außerdem überschwemmten eifrige SEOs Webseiten mit Kommentarfunktion, Foren und ähnliches mit Einträgen mit Links zu ihrer Seite.

Google führte daraufhin 2005 den Tag “No-Follow” ein. Das erlaubte es, auf Angebote zu verweisen, ohne deren Einstufung bei Google durch den Hinweis zu verbessern und nahm so Administratoren von Foren etwa vielfach die Entscheidung ab, ob ein von einem Nutzer gepostet Link nun eine echte Hilfe für andere Nutzer darstellt oder lediglich sogenannter Link-Spam ist.

Netzwerk Internet (Bild: Shutterstock)

Mit der Einführung des eigenen Browsers Chrome wurde für Google die Toolbar weniger wichtig und damit auch die Anzeige des PageRank in ihr. 2011 wurde bereits der Support für Firefox eingestellt, 2013 auch die Aktualisierung der Anzeige für Nutzer des Internet Explorers. Sie wurde seitdem offenbar nicht mehr erneuert.

Für Marktbeobachter Sullivan von Search Engine Land ist die nun bestätigte Google-Aktion lediglich der letzte Nagel im Sarg für PageRank, aber dennoch bei weitem kein Grund zu trauern: “Indem die PageRank-Werte nun nicht mehr sichtbar sind, können wir uns alle an einem friedlichen Web erfreuen, in dem niemand mehr Links in Kommentare einbaut, E-Mails versendet, in denen der Kauf von Links angeboten wird oder Verlage befürchten müssen, nofollow in bezahlten Inhalten nicht korrekt verwendet zu haben und daher durch Google abgestraft zu werden.”

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