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One Net Business: Vodafone stellt Arbeitsplatz aus der Cloud für KMU vor

One Net Business (Grafik: Vodafone)
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Das Angebot basiert auf Technologie des Unified-Communications-Anbieters BroadSoft. Von herkömmlichen cloudbasierten Telefonanlagen soll es sich durch Mobilfunkintegration unterscheiden, dank der alle Funktionen auch auf dem Smartphone verfügbar sind.

Vodafone stellt zur CeBIT mit dem Angebot “One Net Business” eine cloudbasierte Telefonanlage mit zusätzlichen Kollaborationsfunktionen vor. Von anderen Angeboten, etwa dem von der Deutschen Telekom auf Basis der Technologie des deutschen Unternehmens Nfon oder der von QSC als Tengo Centraflex vermarkteten, soll sich One Net Business laut Vodafone durch die umfassende Mobilfunkintegration abheben. Technologiepartner von Vodafone ist der Unified-Communications-Spezialist BroadSoft. Das Angebot richtet sich in erster Linie an den Mittelstand.

One Net Business (Grafik: Vodafone)

Abgerechnet wird wie bei der Konkurrenz auf Monatsbasis pro Nutzer. Zu genaueren Konditionen, Leistungsumfang und Preisen hat Vodafone noch keine Angaben gemacht. Sie sind im Laufe der CeBIT kommende Woche zu erwarten. Das Angebot wird sich aber auch in Deutschland voraussichtlich an dem orientieren, was Vodafone bereits in Großbritannien anbietet. Dort ist es in zwei Bereiche gegliedert, einmal Firmen mit 10 bis 99 Mitarbeitern und einmal solche mit mehr als 100 Mitarbeitern. Allerdings verspricht Vodafone deutschen Kunden, One Net Business redundant aus zwei Rechenzentren in Deutschland und mit verschlüsselter Datenverbindung anzubieten.

Mit One Net Business will Vodafone Mitarbeiter „mit jedem Endgerät sowie von jedem Ort aus schnell und einfach Zugriff auf die gleichen Funktionen sowie Dienste“ bieten und dafür sorgen, dass sie immer unter einer Rufnummer erreichbar sind, egal ob im Mobilfunk- oder Festnetz. Diese Nummer werde auch dann angezeigt, wenn Nutzer von unterwegs mit dem Mobiltelefon anrufen. Die Deutsche Telekom hat eine entsprechende Funktion im Herbst in einigen Business-Tarifen verfügbar gemacht.

Dennoch erklärt Zoltan Bickel, Bereichsleiter Product Management Enterprise bei Vodafone Deutschland, in einer Pressemitteilung zum Gesamtkonzept: “Unsere Lösung ist auf dem deutschen Markt in dieser Form einzigartig. Denn mit One Net Business bieten wir den ersten digitalen Arbeitsplatz mit kompletter Mobilfunkintegration. Wir verbessern so die Zusammenarbeit in Unternehmen, machen Mitarbeiter mobiler und Firmen effizienter.”

Vodafone (Bild: Vodafone)

Zudem zeichne sich die Anlage durch besonders einfache Installation und Nutzung aus. Zum Beispiel müssten Nutzer im Gegensatz zu anderen Cloud Anlagen zum Telefonieren nicht extra eine App öffnen und benötigten für das Smartphone keinen Datentarif für Telefonate über die Anlage. Somit ließen sich auch einfache Handys ohne Internetzugang als vollwertige Nebenstelle wie ein Festnetztelefon integrieren. Die Nutzung erleichtere auch, dass die Bedienoberfläche auf allen Geräten identisch ist. Vodafone stellt zudem für alle Nutzer für alle Geräte eine Mailbox und eine synchronisierte Anrufliste bereit und ermöglicht es, Gespräche ohne Unterbrechung von einem auf das andere Gerät zu übergeben.

Neben den Telefoniefunktionen können Kunden auf allen Geräten auch diverse Dienste zur Zusammenarbeit nutzen. Vodafone nennt da bereits Desktop Sharing, Instant Messaging, Video- und Audiokonferenzen sowie einen virtuellen, persönlichen Konferenzraum. Eine Präsenzfunktion, die anderen Mitarbeitern anzeigt, ob jemand gerade in einem Termin oder Telefonat ist, gehört ebenfalls dazu. Vieles davon basiert offenbar auf Office 365 und Skype for Business, dass Vodafone in Großbritannien im Rahmen des Gesamtkonzepts als Modul “One Net Collaboration” anbietet.

One Net Business bietet Vodafone komplett verwalteten Dienst an. Das heißt, Kunden erhalten sowohl den Zugriff auf die Plattform, die Festnetzleitungen als auch die Mobilfunkanschlüsse und die Endgeräten von Vodafone. Ein spezielles Service-Team, das rund um die Uhr zur Verfügung steht, soll die Nutzer entsprechend unterstützen.

“Derzeit nutzen nur fünf Prozent der Firmen in Deutschland eine Unified-Communications-Lösung aus der Cloud. Daher sehen wir hierzulande ein erhebliches Potential, und freuen uns mit Unterstützung unseres Partners Vodafone in den deutschen Markt einzutreten“, erklärt Michael Tessler, President und Chief Executive Officer von BroadSoft. In anderen Ländern habe man den Telekommunikationskunden “in diesem Bereich eine Wachstumsrate ermöglicht, die fast dreimal höher ist als die von Service Providern, die Cloud-Lösungen nur für Telefonie anbieten.” Inwieweit das in Deutschland funktioniert, hängt sicherlich auch von den genauen Konditionen ab, die wie gesagt voraussichtlich zur CeBIT bekannt gegeben werden.

Tipp der Redaktion: Mitte April 2015 hat Microsoft seiner Unified-Communications-Lösung Lync ein umfangreiches Update spendiert, wodurch sie dem klassischen Skype nun stark ähnelt. Das schlägt sich in einer Umbenennung in Skype for Business nieder. Doch was bringt das Update außer einem neuen Namen? ITespresso ist dieser Frage im Artikel Skype for Business: Was bringt der Lync-Nachfolger KMU? nachgegangen.

Journalist, Chefredakteur von ITespresso.de. Sucht immer nach Möglichkeiten und Wegen, wie auch kleine Firmen vom rasanten Fortschritt in der IT profitieren können. Oder nach Geschäftsmodellen, die IT benutzen, um die Welt zu verbessern - wenigstens ein bisschen.

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