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Lancom stellt All-IP-fähige VoIP-Router für KMU vor

LANCOM_883_VoIP (Bild: Lancom)
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Mit den Modellen Lancom 883 VoIP und 884 VoIP will der Netzwerkausrüster den KMU eine sichere Migration von ISDN auf IP-basierende Anschlüsse ermöglichen. Sie sollen ihre ISDN-Telefonanlagen und analogen Telefone auch nach der Umstellung auf die All-IP-Technik weiterbetreiben können.

Der auf Geschäftskunden und den öffentlichen Sektor spezialisierte Aachener Netzwerkausrüster Lancom hat sein Router-Portfolio um die Modelle Lancom 883 VoIP und 884 VoIP erweitert. Die Neuvorstellungen sind laut dem Anbieter bereits für die Umrüstung auf die All-IP-Technologie vorbereitet, die die Deutsche Telekom für ihr Netz bis Ende 2018 abgeschlossen haben will. Ab Mai sollen die Router zum Preis von 499 Euro (zuzüglich Mehrwertsteuer) erhältlich sein.

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Das Modell Lancom 883 VoIP verfügt über zwei ISDN- sowie zwei analoge Schnittstellen (Bild: Lancom).

Mit den Voice-over-IP-Geräten (VoIP) richtet sich Lancom in erster Linie an Freiberufler und KMU. Konkret nennt das Unternehmen Praxen, Apotheken, Kanzleien sowie Einzelhändler als Zielgruppen für die Produkte. Sie sollen mit den Routern nicht nur einen schnellen Internet-Zugang erhalten, vielmehr soll es ihnen damit ermöglicht werden, ihre ISDN-Telekommunikationsanlagen, analogen Telefone und Faxgeräte oder auch Kartenterminals an den IP-basierenden Anschlüssen weiterzubetreiben.

Die Lancom-VoIP-Router sollen gleichzeitig für den Betrieb an klassischen ISDN- und den neuen All-IP-Anschlüssen konfiguriert werden können. Am Tag der Anschluss-Umschaltung auf All-IP erkennt der Router dem Anbieter zufolge dann automatisch die neue Leitung und stellt den Betrieb ohne Zutun und Ausfallzeiten auf All-IP um.

Netzseitig unterstützen die Router Lancom zufolge sowohl ADSL2+ mit einer Bandbreite von maximal 25 MBit/s im Downstream als auch VDSL2 mit Datenraten von bis zu 100 MBit/s. Eine in die Geräte integrierte Telefonanlage soll zudem den gleichzeitigen Betrieb von herkömmlichen und neuen VoIP-Telefongeräten ermöglichen.

Das Modell Lancom 883 VoIP verfügt über zwei ISDN- sowie zwei analoge Schnittstellen. Somit können laut Hersteller mehrere ISDN- und zwei analoge Telefone oder Faxgeräte beziehungsweise auch zusätzliche ISDN-Telefonanlagen mit bis zu zwei weiteren ISDN-Anschlüssen direkt an den Router angeschlossen und am All-IP-Netz weiterbetrieben werden. Ein integriertes WLAN-Modul erlaubt überdies die simultane Versorgung der Umgebung mit drahtlosem Internet-Zugang im 2,4- respektive 5-GHz-Frequenzband.

Der Lancom-884-VoIP-Router verfügt hingegen über gleich vier ISDN-Schnittstellen. Er eignet sich nach Angaben von Lancom somit für den Anschluss und Weiterbetrieb von bestehenden ISDN-Telekommunikationsanlagen mit bis zu vier ISDN-Anschlüssen einschließlich acht Sprachkanälen am All-IP-Netz.

Beide Router unterstützen darüber hinaus den ISDN-Clearmode und ermöglichen so die Weiternutzung von Datenterminals, beispielsweise für EC- oder Kreditkartenzahlungen, aber auch die Fernwartung vorhandener ISDN-Telekommunikationsanlagen.

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Der Lancom-884-VoIP-Router verfügt hingegen über gleich vier ISDN-Schnittstellen (Bild: Lancom).

Des Weiteren integrieren die beiden Neuvorstellungen noch den sogenannten Lancom VCM (Voice Call Manager). Der soll einerseits eine flexible Rufnummernverwaltung sicherstellen und andererseits den gleichzeitigen Betrieb von ISDN-Endgeräten respektive -Telefonanlagen sowie neuen VoIP-Endgeräten und -Telefonanlagen ermöglichen.

Zusätzlich zu den ISDN-Teilnehmern können auf diese Weise bis zu zehn VoIP-Teilnehmer angemeldet werden, die für 199 Euro (zuzüglich Mehrwertsteuer) verfügbare Option Lancom VoIP +10 erlaubt überdies die Anmeldung von je zehn weiteren internen VoIP-Teilnehmern. Insgesamt dürfen laut Lancom jedoch maximal 40 angemeldet sein. Damit seien Unternehmen zum einen in der Lage, ihre Telekommunikationsinfrastruktur zu erweitern, und könnten zum anderen die schrittweise Umstellung von ISDN- auf VoIP-Telefonie vornehmen.

Faxseitig unterstützen die Router sowohl das analoge Faxprotokoll T.30/G.711 als auch das IP-basierende Faxprotokoll T.38. Weiterhin soll der integrierte Session Border Controller (SBC) die Verschlüsselung der Telefongespräche bei gleichzeitigem Schutz des lokalen Netzwerks sowie der Telefonie-Endgeräte gegen Angriffe von außen gewährleisten. Für Datenverbindungen biete eine Firewall mit Funktionen wie Stateful Inspection, Intrusion Detection und Denial-of-Service-Schutz (DoS) eine Absicherung gegen Attacken aus dem Internet.

Lancom liefert überdies noch die Management-Tools LANconfig und LANmonitor mit, die neben einer Fernwartungsfunktion für ganze Installationen auch einfach zu bedienende Setup-Assistenten beinhalten sollen, die dann beispielweise der Einrichtung der All-IP Anschlüsse dienen.

Der Netzwerkausrüster hebt daneben hervor, dass die Neuzugänge in seinem Portfolio – wie alle seine Router – in Deutschland entwickelt und gefertigt werden und außerdem auf das Lancom-eigene Betriebssystem LCOS setzen. LCOS werde regelmäßig und kostenlos weiterentwickelt und sei äußerst robust gegen Cyber-Angriffe. Beide Router könnten darüber hinaus mit einem Internet-Content-Filter sowie WLAN-Hotspot-Funktionen aufgerüstet werden.

Seit September 2013 ist Rainer hauptsächlich für ITespresso im Einsatz, schreibt aber gerne auch mal hintergründige Artikel für ZDNet und springt ebenso gerne für silicon ein. Er interessiert sich insbesondere für die Themen IT-Security und Mobile. Sein beständiges Ziel ist es, die komplexe IT-Welt so durchsichtig und verständlich wie möglich abzubilden.

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