Rocket Internet sammelt für Africa Internet Group 300 Millionen Euro ein

Start-UpUnternehmen
Jumia ist das bedeutendste Projekt der Africa Internet Group (AIG) und derzeit in elf Ländern aktiv (Screenshot: ITespresso).

Damit soll wahrscheinlich in erster Linie die Shopping-Siote Junia ausgebaut werden. Im Rahmen der jetzt bekannt gegeben Investition ist mit Goldman Sachs ein neuer Geldgeber hinzugekommen. Außerdem wurde ein kürzlich erfolgtes Investment des Versicherungskonzerns AXA in die Africa Internet Group (AIG) eingerechnet, durch das deren Wert auf eine Milliarde Dollar kletterte.

Afrika hat mit der Africa Internet Group (AIG) nun sein erstes, sogenanntes Unicorn – ein mit über einer Milliarde Dollar bewertetes Start-up. Das von Rocket Internet unterstützte Unternehmen hat aktuell 300 Millionen Euro frisches Kapital erhalten. Zu den Geldgebern gehört erneut der afrikanische Mobilfunkbetreiber MTN, neu an Bord ist zudem das US-Unternehmen Goldman Sachs. In die nun bekannt gegeben Summe sind 75 Millionen Euro eingerechnet, die kürzlich der Versicherungskonzern Axa in die AIG steckte. Bereits mit dieser Investition kletterte die Bewertung der Africa Internet Group auf über eine Milliarde Dollar.

AIG mit Sitz in Nigeria ist sozusagen die Kopiermaschine von Rocket Internet für Afrika: Sie dient dazu, die auf schnelles Wachstum ausgelegten Geschäftsmodelle des Inkubators in den diversen Tätigkeitsbereichen für Afrika zu adaptieren und dort aufzubauen. Die Tätigkeitfelder sind nicht neu und bereits aus Europa und Nordamerika bekannt. So gibt es mit Jumia und Kaymu natürlich klassische E-Commerce-Sites, mit den beiden derzeit nur in Südafrika tätigen Zando und Lendico einen Schuh und Modeversender sowie einen Kreditmarktplatz. In jeweils mehreren Ländern aktiv sind die Taxi-Buchungs-App Easy Taxi, das Hotelbuchungsportal Jivago, der Lieferdienst HelloFood, das Gebrauchtwagenportal Carmudi und den Immobilienmarktplatz Lamudi.

Jumia ist das bedeutendste Projekt der Africa Internet Group (AIG) und derzeit in elf Ländern aktiv (Screenshot: ITespresso).
Jumia ist das bedeutendste Projekt der Africa Internet Group (AIG) und derzeit in elf Ländern aktiv (Screenshot: ITespresso).

Wichtigstes Projekt dürfte die in elf afrikanischen Ländern aktive E-Commerce-Site Jumia sein. Seit kurzem arbeitet die auch daran, neue Finanzdienstleistungen zu entwickeln, um diverse strukturelle Probleme für ihr Geschäft selbst auszuräumen. ZU denen gehören etwa die vergleichsweise geringe Verbreitung von Kreditkarten und überhaupt die geringe Anzahl von potenziellen Kunden mit Bankkonto. Beobachter gehen davon aus, dass die nun erhaltene Summe vornehmlich in diesen Bereich investiert wird.

Bilanzzahlen hat AIG noch keine vorgelegt. Gegenüber TechCrunch erklärte CEO Sacha Poignonnec allerdings, dass sich der Umsatz in den ersten drei Quartalen 2015 auf insgesamt 206 Millionen Euro belief. Das sei 2,5-mal so viel wie 2014.

132 Start-ups wurden im November laut Wall Street Journal von Venture-Capital-Firmen mit einer Milliarde Dollar oder mehr bewertet und dürfen sich somit zu den sogenannten „Unicorns“ zählen. Das entspricht einem Anstieg von 75 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Großteil dieser Unternehmen ist in den USA beheimatet, 31 stammen aus Asien, lediglich 13 aus Europa (Grafik: Statista).
132 Start-ups wurden im November laut Wall Street Journal von Venture-Capital-Firmen mit einer Milliarde Dollar oder mehr bewertet und dürfen sich somit zu den sogenannten “Unicorns” zählen. Das entspricht einem Anstieg von 75 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Großteil dieser Unternehmen ist in den USA beheimatet, 31 stammen aus Asien, lediglich 13 aus Europa (Grafik: Statista).
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