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Ein Drittel aller Ransomware-Opfer in Deutschland hat schon Lösegeld bezahlt

Ransomware (Bild: Shutterstock / Carlos Amarillo)
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Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage von Bitdefender. Weitere 36 Prozent wären bereit, auf die Forderungen von Erpressern einzugehen, falls sie zum Ransomware-Opfer werden. Deutsche Nutzer würden im Durchschnitt 211 Euro ausgeben, um ihre Daten zurückzuerhalten.

33 Prozent der Ransomware-Opfer in Deutschland haben bereits Lösegeld bezahlt, um wieder auf ihre Daten zugreifen zu können. Weitere 36 Prozent wären bereit, Forderungen von Kriminellen zu erfüllen, falls sie Opfer einer von Erpressersoftware werden. Das sind die zentralen Ergebnisse einer im Auftrag von Bitdefender durchgeführten Umfrage. Dem Sicherheitsanbieter zufolge wären deutsche Nutzer zudem im Durchschnitt bereit 211 Euro ausgeben, um wieder Zugriff auf ihre verschlüsselten Daten zu erhalten.

Catalin Cosoi, Chief Security Strategist bei Bitdefender (Bild: Bitdefender)
Catalin Cosoi, Chief Security Strategist bei Bitdefender (Bild: Bitdefender)

“Das Phänomen Ransomware betraf in den letzten Jahren viele Internet-Nutzer und ist für Cyber-Kriminelle weiterhin ein lohnendes Geschäft”, erklärt Catalin Cosoi, Chief Security Strategist bei Bitdefender, in einer Pressemitteilung. Bitdefender empfiehlt Betroffenen, so wie die meisten anderen Security-Experten übrigens auch, allerdings kein Lösegeld zu zahlen, denn damit unterstützten sie nur das “Geschäftsmodell” der Kriminellen hinter der Ransomware.

Der Bitdefender-Studie zufolge waren in Deutschland im vergangenen Jahr 3,8 Prozent der Bevölkerung, das entspricht 3,1 Millionen Nutzern, Opfer einer Ransomware. Betroffene würden hierzulande in erster Linie für die Rettung ihrer persönlichen Dokumente zahlen. Eine hohe Priorität hätten auch persönliche Fotos und berufliche Dokumente. Während deutsche Nutzer im Schnitt 211 Euro zahlen würden, sind Anwendern in Großbritannien ihre Daten der dort durchgeführten Umfrage zufolge im Durchschnitt 527 Euro wert.

Für Cyberkriminelle ist Ransomware eine zuverlässige Einnahmequelle. Den monatlichen Schaden durch Cryptowall und andere aktuelle Varianten der wichtigsten Ransomware-Familien schätzt Bitdefender auf über eine Million Dollar. Der Preis für das Cryptolocker/Cryptowall-Ransomware-Kit inklusive Handbuch, Quellcode und kostenlosem Support soll bei einmalig 3000 Dollar liegen.

 33 Prozent der Ransomware-Opfer haben in Deutschland bereits für die Wiederherstellung ihrer Daten gezahlt (Bild: Bitdefender).
Ein Drittel der Opfer von Ransomware hat in Deutschland bereits für die Wiederherstellung ihrer Daten gezahlt (Bild: Bitdefender).

Für das laufende Jahr Bitdefender rechnet damit, dass in diesem Jahr wieder neue Varianten das Problem Ransomware weiter vergrößeren werden. Das Unternehmen warnt auch vor einem möglichen neuen Geschäftsmodell der Erpresser: Statt die Daten zu verschlüsseln, könnten sie auch “entführt” werden. Nutzer müssten dann Lösegeld zahlen, um die Veröffentlichung im Internet zu verhindern. Damit wäre dann auch die bisher als Präevantion empfohlenen Strategie hinfällig, regelmäßige Backups auf einem weiteren Datenträger anzulegen.

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Journalist, Chefredakteur von ITespresso.de. Sucht immer nach Möglichkeiten und Wegen, wie auch kleine Firmen vom rasanten Fortschritt in der IT profitieren können. Oder nach Geschäftsmodellen, die IT benutzen, um die Welt zu verbessern - wenigstens ein bisschen.

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