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Betrügerischer deutscher Online-Shop-Betreiber in Spanien festgenommen

Betrügerischer deutscher Online-Shop-Betreiber in Spanien festgenommen(Bild: Shutterstock/Ilya Andriyanov)
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Der 34-jährige Deutsche wurde in Spanien verhaftet und nach Deutschland ausgeliefert. Ihm wird vorgeworfen, über Fake-Shops im Internet in über 1000 Fällen hochwertige Elektroartikel verkauft, aber nie ausgeliefert zu haben. Damit soll er sich rund 350.000 Euro ergaunert haben.

Die Zentralstelle Cybercrime Bayern und die Kriminalpolizeiinspektion Ansbach haben nach umfangreichen Ermittlungen im In- und Ausland die Festnahme eines 34-jährigen Deutschen in Spanien und seine Auslieferung erwirken können. Ihm wird vorgeworfen, über professionell gemachte Websites, die sich als Online-Shops für hochwertige Elektronikprodukte ausgaben, von Kaufinteressenten in über 1000 Fällen insgesamt rund 350.000 Euro ergaunert zu haben.

Zentralstelle Cybercrime Bayern und Kriminalpolizeiinspektion Ansbach konnten betrügerischen deutscher Online-Shop-Betreiber dingfest machen (Bild: Shutterstock/Ilya Andriyanov).

Bilder und Artikelbeschreibungen für seine “Shops”, die nach Angaben der Behörden an “Professionalität kaum zu überbieten waren”, soll sich der Beschuldigte von Webseiten seriöser Online-Händler geholt haben. Diese Shops waren laut Ermittlern “aggressiv über alle gängigen Internet- bzw. Preissuchmaschinenanbieter für den deutschsprachigen Raum, gelegentlich auch über ganzseitige Zeitungsannoncen, beworben worden.” Allerdings sei von vorne herein nicht geplant gewesen, tatsächlich Waren auszuliefern.

In einzelnen Fällen wurde unter Einschaltung von Strohmännern sogar für tatsächliche Handelsregistereintragungen gesorgt. Zudem wurde auch eine Telefonnummer für Kundenrückfragen angegeben. Diese wurde in einem Fall sogar von einem dafür angemieteten Online-Sekretariat betreut. Das wusste zwar von dem Betrug nichts, leitete aber Anfragen per E-Mail oder Telefon an den “Shop”-Betreiber weiter und trug so dazu bei, die Glaubwürdigkeit der Angebote zu erhöhen. Mit all diesen Maßnahmen gelang es ihm dann zahlreiche Internetnutzer zur Zahlung per Vorkasse zu bewegen.

Im Zuge der Ermittlungen, die durch die ausgefeilten Methoden des Verdächtigen, der sich zahlreiche Verschleierungs- und Anonymisierungsmöglichkeiten des Internets zunutze machte, dennoch zum Erfolg führten, wurden bereits im Herbst mehrere Objekte in Spanien erfolgreich durchsucht. Nach dem abgeschlossenen Auslieferungsverfahren wartet der Beschuldigte nun in einer Justizvollzugsanstalt auf seinen Prozess.

Im Falle eines Schuldspruchs hat der wegen Betrugs in zahlreichen Fällen vorbestrafte Beschuldigte eine erhebliche Freiheitsstrafe zu erwarten. Derzeit gehen die Ermittler von mehr als 20 Fake-Shops aus, für die er verantwortlich ist. Ihm wird gewerbsmäßiger Betrug in 748 Fällen zur Last gelegt, wofür nach § 263 Absatz 3 Strafgesetzbuch im Einzelfall eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren droht.

Bereits jetzt ist es Generalstaatsanwaltschaft Bamberg und Kriminalpolizeiinspektion Ansbach gelungen, “in vielen Fällen” Geschädigten den Verlust der von ihnen gezahlten Beträge zu ersparen. Die Überwachung der mutmaßlich vom Beschuldigten eingerichteten Webshops und der für die Vorkassezahlungen verwendeten Bankkonten ermöglichte es, dass letztere in vielen Fällen von den Kreditinstituten rechtzeitig gesperrt wurden.

Journalist, Chefredakteur von ITespresso.de. Sucht immer nach Möglichkeiten und Wegen, wie auch kleine Firmen vom rasanten Fortschritt in der IT profitieren können. Oder nach Geschäftsmodellen, die IT benutzen, um die Welt zu verbessern - wenigstens ein bisschen.

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