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Niederländisches FinTech-Start-up BUX kommt nach Deutschland

BUX-App auf Smartphone (Bild: BUX)
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Das Unternehmen bietet eine App für Einsteiger in den Aktienhandel an. Sie können zunächst mit Fantasiegeld experimentieren, bevor sie sich an echte Geschäfte wagen. Eine Finanzierungsrunde über 6,1 Millionen Euro soll nun helfen, den Markteintritt von BUX in Deutschland und Österreich anzuschieben.

Das niederländische Start-up BUX hat seine dritte Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen. In deren Rahmen haben die bisherigen Investoren der Orange Growth und Velocity Capital sowie neu die deutschen Wagniskapitalgeber B-to-V und Holtzbrinck Ventures zusammen 6,1 Millionen Euro in das Unternehmen investiert. Mit dem Betrag soll nun in erster Linie der Markteintritt in Deutschland und Österreich unterstützt werden. Bislang war man in den Niederlanden und Großbritannien aktiv und kann auf insgesamt rund 350.000 Nutzer verweisen.

BUX-App auf Smartphone (Bild: BUX)

Die App von BUX steht für Android https://play.google.com/store/apps/details?id=com.getbux.android&hl=de, iOS https://itunes.apple.com/app/id892809783?mt=8&uo=4&at=10lHoP und die Apple Watch zur Verfügung. Sie erlaubt es Nutzern, den Umgang mit Aktien zunächst mit Spielgeld im funBUX-Konto, zu erlernen, bevor sie mit seriousBUX mit echtem Geld investieren können. Angaben des Unternehmens zufolge haben Nutzer von seriousBUX bislang bereits Aktiengeschäfte im Wert von über 2,7 Milliarden Euro abgewickelt.

Darüber, ob BUX Nutzer “anfixt” oder “heranführt” kann man sich nun lange und trefflich streiten. Tatsache ist jedenfalls, dass die App eine bislang für den Aktienhandel weitgehend unerschlossene Zielgruppe erreicht: 59 Prozent der BUX-Nutzer sind jünger als 34 Jahre und 79 Prozent hatten zuvor wenig bis keine Erfahrung im Aktienhandel.

Die BUX-App macht Aktienhandel durch soziale und spielerische Elemente für eine größere Zielgruppe interessant (Screenshot: BUX).
Die BUX-App macht Aktienhandel durch soziale und spielerische Elemente für eine größere Zielgruppe interessant (Screenshot: BUX).

“Hunderttausende Deutsche wollen auf dem Aktienmarkt investieren und handeln, werden aber von den Kosten und der Komplexität abgeschreckt”, erklärt Nick Bortot, Gründer und Geschäftsführer von BUX in einer Pressemitteilung. „Die 6 Millionen Euro werden es uns ermöglichen, unser Produkt zu perfektionieren, um der Nachfrage und den hohen Qualitätsansprüchen gerecht zu werden.”

Barbod Namini, Principal beim neuen Investor Holtzbrinck Ventures fügt hinzu: “BUX ermöglicht einer Generation, die in Zeiten des Misstrauens gegenüber Finanzinstitutionen aufgewachsen ist, wieder den direkten Zugang zum Finanzmarkt. BUX begeistert genau diese Zielgruppe, indem Stock-Trading spannend und interessant gestaltet wird. Soziale und spielerische Elemente der App machen Trading attraktiver und lehrreicher.”

BUX wurde im September 2014 von den vier Unternehmern Nick Bortot, Egbert Pronk, Robbert Bos und Joost van de Wijgerd gegründet und wird von Orange Growth Capital und Initial Capital finanziert. BUX-CEO Bortot war Mitgründer der BinckBank, dem derzeit größten Online-Discount-Broker in den Niederlanden. Die BinckBank ist inzwischen am Euronext börsennotiert, beschäftigt über 560 Angestellte und kann auf eine Marktkapitalisierung von 400 Millionen Euro verweisen.

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Journalist, Chefredakteur von ITespresso.de. Sucht immer nach Möglichkeiten und Wegen, wie auch kleine Firmen vom rasanten Fortschritt in der IT profitieren können. Oder nach Geschäftsmodellen, die IT benutzen, um die Welt zu verbessern - wenigstens ein bisschen.

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