LG und Samsung wenden sich von 3D-Fernsehern ab

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Passive-3d-tv-technology (Bild: Locafox / CC-BY-SA 4.0)

Aufgrund der geringen Nachfrage will LG seine Produktion von Fernsehern mit 3D-Technik um die Hälfte zurückfahren und sie nur noch in Premium-Produkten verbauen. Samsung wird den Bau von 3D-TVs vorerst offenbar sogar komplett stoppen. Es hat bislang keine neuen 3D-Brillen bei seinem Zulieferer bestellt.

Wenig überraschend stehen Fernseher mit 3D-Funktion zumindest bei den koreanischen Elektronikherstellern Samsung und LG vor dem Aus. Das berichtet das Portal Broadband TV News unter Berufung auf das koreanische Branchenportal ET News.

lg-electronics-logo (Bild: LG)

Demnach wird Samsung neu auf den Markt kommende Produkte nicht mehr mit einer 3D-Funktion ausstatten. LG hat hingegen angekündigt, die Zahl seiner produzierten 3D-Fernseher aufgrund der derzeit geringen Nachfrage um die Hälfte zu reduzieren.

“Obwohl 40 Prozent aller Fernseher im vergangenen Jahr mit 3D-Funktionen ausgeliefert wurden, werden im laufenden Jahr lediglich noch 20 Prozent eine solche 3D-Funktionalität integrieren”, erklärte eine LG-Sprecher gegenüber ET News. Allerdings gebe es ja immer noch Verbraucher, die etwa nach wie vor 3D-Filme genießen würden, wie der Sprecher weiter ausführt. Aus diesem Grund wolle sein Unternehmen 3D-Funktionen vorwiegend in seinen Premium-Produkten verbauen.

ET News leitet das bevorstehende Ende von Samsungs 3D-Fernseher-Produktion von dessen bisher ausbleibenden Neubestellungen für eine neue Charge an 3D-Shutterbrillen bei seinem Zulieferer ab: “Obwohl wir bis letztes Jahr noch 3D-Brillen im Angebot hatten, gibt es für das aktuelle Jahr bislang keine Anfragen nach einem neuerlichen Angebot seitens Samsung”, zitiert das koreanische Portal einen Sprecher des zuständigen Samsung-Zulieferers. Aufgrund der fehlenden Bestellungen gehe er davon aus, dass Samsung die 3D-Technologie nicht mehr in seinen neuen Fernsehern verbauen werde. Es sei aber immerhin noch denkbar, dass die 3D-TV-Produktion in der zweiten Jahreshälfte oder in naher Zukunft wieder anlaufe.

Samsung Logo (Bild: Samsung)

Die von den beiden Elektronikherstellern eingeleiteten Maßnahmen kommen laut Broadband TV News nur wenig überraschend, da 3D-TV von Haus aus einige Hürden mit sich bringe. Das naheliegendste und größte Hindernis sei dabei das Tragen von 3D-Brillen, um in den Genuss dreidimensionaler Bilder zu kommen. Überdies seien fehlende Standards für die 3D-Gläser ein Problem.

Ein weiterer Grund für den Niedergang der noch vor wenigen Jahren gehypten 3D-Technologie sind ET News zufolge aufstrebende konkurriende Techniken wie Ultra-HD oder Virtual Reality. Ultra-HD-TV könne 3D-Effekte bis zu einem gewissen Grad ersetzen, während die Virtual-Reality-Technologie sogar ein eigenes unabhängiges Ökosystem erschaffe. Das Branchenportal ist jedoch auch davon überzeugt, dass die 3D-Technik eine Renaissance erleben könnte, wenn es gelingen sollte, 3D-Panels zu bauen, für die keine separaten Brillen mehr benötigt werden.

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