IBM investiert in Blockchain-Start-up Digital Asset Holdings

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Digital Asset Holdings (Grafik: DAH)

Zusammen mit 15 anderen Investoren, insbesondere aus der Finanzbranche, steckt der Konzern 60 Millionen Dollar in das Unternehmen. Digital Asset ist eine von einem Dutzend Firmen, die die Bitcoin-Basistechnologie Blockchain in die traditionelle Finanzwelt übertragen wollen. Mit Partnern wie ABN-AMRO, Citi, BNP Paribas und Santander stehen die Chancen dafür gut.

IBM hat zusammen mit insgesamt 15 anderen Investoren über 60 Millionen Euro in das Start-up Digital Asset Holding investiert. Laut Pressemitteilung sind als Investoren neben dem IT-Konzern vor allem großem Unternehemen der Finanzbranche an Bord, darunter ABN-AMRO, BNP Paribas, Citi, die Deutsche Börse, Goldman Sachs und Santander über seinen Investmentarm Santander InnoVentures. J.P. Morgan gehört ebenfalls dazu, was aber nicht verwundert, da Digital-Assets-CEO Blythe Master dort früher zur Chefetage gehörte.

Digital Asset Holdings (Grafik: DAH)

Digital Asset ist eine von etwa einem Dutzend Firmen, die sich darum bemühen, die für die Crypto-Währung Bitcoin verwendete Blockchain-Technologie in der traditionellen Finanzwelt nutzbar zu machen. Mit der dort gut etablierten Chefin,, dem nun erhaltenen Geld und vor allem den durch die nun gewonnen Investoren geknüpften Verbindungen hat es sich in dem Rennen allerdings gut positioniert.

Als ein weiterer Trumpf könnte sich erwiesen, dass Digital Asset zusammen mit IBM bereits im Dezember seinen Code als Basis für das Open-Ledger-Projekt an die Linux Foundation übergeben auch den im Juni 2015 von ihm mit der gleichnamigen Firma erworbenen und bis dahin von ihm verwendeten Namen “Hyperledger” zur Verfügung gestellt hat. Der könnte somit künftig als Markenname verwendet werden.

Am Open Ledger Project sind neben IBM und Digital Asset unter anderem aus dem Technologiebereich auch Cisco, Fujitsu, Intel und VMware, aus der Finanzwelt die Deutsche Börse, die London Stock Exchange Group, die Australische Börse ASX sowie die US-Banken JP Morgan, State Street und Wells Fargo beteiligt. Ziel ist es, eine Alternative zur Blockchain von Bitcoin zu entwickeln.

Als Blockchain wird die Aufzeichnung abgewickelter Transaktionen bezeichnet, der Verlauf kann dann zur Identifikation herangezogen und als dezentrale Datenbank vorgehalten werden. Die Methode ermöglicht die durch Verschlüsselung abgesicherte Weitergabe virtueller Güter nach dem Peer-to-peer-Prinzip. Die Verwendung ist daher nicht unbedingt auf digitale Währungen beschränkt, sondern ließe sich auch verwenden, um etwa im Aktienhandel und bei anderen Finanzdienstleistungen Prozesse zu automatisieren und transparenter zu machen.

Daher auch das Interesse der Börsen. Während heute der Handel eine zentrale Instanz benötigt, die gewährleistet, dass etwa für erworbene Aktien auch bezahlt wird, will Digital Asset alle Teilnehmer des Marktes in derselben Datenbank verknüpfen und so die unmittelbare Übertragung von Werten ermöglichen. Heute dauert das Bloomberg zufolge zum Beispiel in Australien mehrere Minuten, Aufsichtsbehörden in den USA arbeiten aber erst einmal daran, die Zeitspanne von drei auf zwei Tage zu reduzieren.

Ein wichtiges Projekt für Digital Asset ist ein Auftrag der ASX (PDF), der größten Börse in Australien. Das Start-up hat im Rennen um diesen Auftrag laut Bloomberg 400 andere Mitbewerber auf die Plätze verwiesen. Es geht darum, das Abrechnungssystem zu modernisieren. Gelingt das, wäre es wahrscheinlich das erste, wirklich große Projekt, bei dem ein Auftraggeber aus der traditionellen Finanzwelt auf das System der verteilten Konten setzt.

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