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Evernote schließt seinen Zubehör-Marktplatz

Evernote (Grafik: Evernote)
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Über den Evernote Market wurden nicht nur T-Shirts, Tablet- und Notebook-Taschen oder Poster mit dem Evernote-Logo verkauft, sondern auch speziell an die Nutzung mit dem Dienst angepasste Scanner oder Eingabestifte. Der Schritt wird mit der Konzentration auf die Software begründet und ist Teil eines umfangreicheren Restrukturierungsprogramms.

Evernote macht seinen Zubehör-Shop Evernote Market zum 3. Februar dicht. Das hat das Unternehmen gestern recht kurzfristig angekündigt. Über den Webshop wurden diverse Merchandising-Produkte wie T-Shirts und Poster mit Evernote-Logo und -Werbung verkauft, aber auch Produkte für das Arbeitsleben wie Tablet- und Laptop-Taschen und -Ständer, Notizbücher oder Schreibtischbehälter-Sets. Im Mittelpunkt standen allerdings speziell auf Evernote abgestimmte Produkte, die Kunden die Nutzung des Dienstes erleichtern sollten, etwa Scanner oder Eingabestifte.

Penultimate Jot Script (Bild: Evernote)
Evernote Penultimate mit Stift Jot Script 2 (Bild: Evernote)

In den vergangenen Jahren habe man über den Evernote Market über 800.000 Evernote Moleskine-Notizbücher 300.000 Jot-Script-Eingabestifte und 20.000 ScanSnap-Evernote Edition-Scanner verkauft. Damit habe man Personen, die kein Premium-Konto besaßen die Vorteile einer umfassenden Nutzung aufzeigen können, erklärt Evernote jetzt. Das habe auch funktioniert: “Tatsächlich hat die Hälfte der Leute, die etwas im Evernote Market gekauft haben, damit das erste Mal bei uns für etwas bezahlt”, erklärt nun John Hoye, der bei Evernote für Partnerschaften zuständige Manager

Anstatt weiterhin selbst Bestellungen anzunehmen und Produkte auszuliefern wolle man sich aber künftig auf die Verbesserung der dem Dienst zugrundliegende Software konzentrieren. Die Vermarktung der für Evernote angepassten Produkte von Adonit, Moleskine und PFU solle daher nun in die Hände dieser Firmen gelegt werden. Allerdings soll damit das Konzept nicht aufgegeben werden.

Viele der bisher im Evernote Market angebotenen, nicht direkt mit der Software des Dienstes verknüpften Produkte werden eingestellt, die anderen, darunter die Eingabestifte von Adonit oder die Scanner von PFU, werden künftig nur noch über die Hardwarepartner verkauft (Screenshot: ITespresso).
Viele der bisher im Evernote Market angebotenen, nicht direkt mit der Software des Dienstes verknüpften Produkte werden eingestellt, die anderen, darunter die Eingabestifte von Adonit oder die Scanner von PFU, werden künftig nur noch über die Hardwarepartner verkauft (Screenshot: ITespresso).

Hoye erklärt auch, dass man weitere Partner an Bord holen wolle, die mit Evernote integrierte Produkte anbieten. Nur werde man die eben künftig nicht mehr selber vertreiben. Im Evernote Market sollen Interessenten für die im Rahmen der stark reduzierten Palette auch weiterhin angebotenen Produkte künftig per Link auf die entsprechende Partner-Website verwiesen werden.

Der Schritt ist Teil einer umfassenderen Neuausrichtung des Dienstes. In deren Zuge haben nicht nur einige langjährige Manager, darunter auch CEO Phil Libin, in letzter Zeit das Unternehmen verlassen, sondern wurden auch einige Teilangebote fallengelassen, die die Erwartungen nicht erfüllten. Dazu gehörte im Dezember auch die Notiz-App Skitch für Windows, Android und iOS, bei der Evernote viele Nutzer zuvor mit einigen unvorteilhaften Updates verärgert hatte. Auch die reduzierte Bewertung des einst auf über eine Milliarde Dollar geschätzten Unternehmens durch mehrere Fondsmanager erhöhte den Druck.

Tipp der Redaktion: Der Trend zu Mobilgeräten hat eine vielfältige Zubehörindustrie entstehen lassen. Von der Schutzhülle mit Standfuß über den Bluetooth-Lautsprecher bis zum Eingabestift ist die Auswahl riesig. ITespresso stellt in einer Marktübersicht cooles Zubehör für Tablets vor, das man bald nicht mehr missen möchte.

Journalist, Chefredakteur von ITespresso.de. Sucht immer nach Möglichkeiten und Wegen, wie auch kleine Firmen vom rasanten Fortschritt in der IT profitieren können. Oder nach Geschäftsmodellen, die IT benutzen, um die Welt zu verbessern - wenigstens ein bisschen.

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