Monitoring-Tools für Unternehmensanwendungen erfüllen nur selten ihren Zweck

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Aus einer von ManageEngine in Auftrag gegebenen Studie geht unter anderem hervor, dass fast jedes dritte IT-Team nicht durch sogenannte APM-Tools von Performance-Problemen in Unternehmensapplikationen erfährt, sondern durch deren Nutzer. Zudem seien viele dieser Werkzeuge falsch konfiguriert.

Nahezu jedes dritte, für die IT-Umgebung in einer Firma verantwortliche Team wird vorwiegend durch die Nutzer von Unternehmensanwendungen über etwaige Performance-Probleme informiert, und nicht – wie es eigentlich vorgesehen ist – durch die dafür konzipierten APM-Tools. Das geht aus einer Studie zum “Application Performance Monitoring” (APM) hervor, die das auf Tools zur unmittelbaren Überwachung von Anwendungen in IT-Infrastrukturen spezialisierte Unternehmen ManageEngine in Auftrag gegeben hat.

Monitoring-Tools für Unternehmensanwendungen erfüllen nur selten ihren Zweck (Bild: Shutterstock)

Obwohl ManageEngine selbst Werkzeuge zur Lösung des im Zuge der Umfrage umrissenen Problems anbietet und daher der Verdacht naheliegt, dass die Studie nicht ganz uneigennützig durchgeführt wurde, gibt die Untersuchung doch grundsätzlich einen interessanten Einblick, wie es um die Effizienz und das Potenzial von Monitoring-Tools in Unternehmen bestellt ist. Relativiert wird der Verdacht der Parteilichkeit zudem dadurch, dass sowohl Admins befragt wurden, die den ManageEngine Applications Manager zur Überwachung von Geschäftsanwendungen einsetzen als auch solche, die alternative Lösungen verwenden.

Aus der Umfrage, in deren Rahemn über 100 IT-Administratoren in Nordamerika und Europa befragt wurden, ging im Wesentlichen hervor, dass fast ein Drittel, nämlich 32 Prozent der befragten IT-Verantwortlichen, erst durch die Endanwender von Performance-Problemen bei geschäftlich genutzten Applikationen erfährt. Außerdem überwacht zwar die Mehrheit der IT-Teams (59 Prozent) über die Hälfte der in ihrer Verantwortung stehenden Anwendungen mithilfe professioneller APM-Werkzeuge, allerdings schätzen die Umfrageteilnehmer diesie aber noch als verbesserungswürdig ein. Lösungen zu Performance-Problemen würden sich demzufolge oft nicht schnell und einfach genug finden lassen.

Außer der eigens dafür konzipierten Applikations-Monitoring-Software nutzen weitere 28 Prozent der Befragten für diese Aufgabe ad-hoc ausgeführte Skripte. Um Probleme mit Unternehmensanwendungen aufzuspüren, setzt darüber hinaus jeder Vierte (25 Prozent) auf Audits.

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In der von ihm in Auftrag gegebenen Studie hat ManageEngine IT-Admins danach gefragt, wie sie Performance-Probleme bei Anwendungen ermitteln. Nahezu ein Drittel erfährt von diesen demnach nicht durch dafür vorgesehene Tools, sondern durch die Nutzer (Bild: ManageEngine).

Des Weiteren hat die Umfrage laut ManageEngine gezeigt, dass das Beseitigen von Anwendungsausfällen und leistungsspezifischen Problemen bei Applikationen in der Mehrzahl der Fälle langwierig und eine funktionierende Monitoring-Lösung deshalb umso wichtiger ist. So gaben 81 Prozent der befragten IT-Admins an, dass sie in ihrem Unternehmen bis zu vier Stunden benötigen, um Anwendungsausfälle zu beheben. Probleme mit langsamen Seitenladezeiten bereiten vielen IT-Verantwortlichen ebenso Kopfschmerzen. Demnach brauchen 60 Prozent der Studienteilnehmer gleichermaßen bis zu vier Stunden, um solche Flaschenhälse zu beseitigen.

Die Application-Performance-Monitoring-Studie ging diesbezüglich auch auf die spezifischen, grundsätzlichen Herausforderungen ein, denen IT-Administratoren tagtäglich im Umgang mit APM-Software in Unternehmen begegnen. Zu diesen zählen unter anderem, dass die Befragten in ihren Firmen noch nicht auf professionelle Monitoring-Lösungen zurückgreifen können oder dass sich ihr Arbeitgeber auf ein Tool verlässt, das lediglich einen Teil der Performance-Probleme identifiziert.

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Fast 60 Prozent der im Rahmen der Studie befragten IT-Verantwortlichen setzen auf Tools zum Anwendungs-Monitoring. Allerdings wird deren Erkennungspotenzial meist nur unzulänglich genutzt, da die Werkzeuge unter anderem falsch konfiguriert sind (Bild: ManageEngine).

Andere Umfrageteilnehmer gaben beispielsweise an, dass ihr Unternehmen zwar eine adäquate APM-Software verwendet, diese aber nicht richtig oder nicht in ausreichendem Maße konfiguriert sei. Teilweise ist der Fehler laut Studie auch bei den IT-Administratoren selbst zu suchen. Diese würden oftmals nicht die bewährten APM-Methoden einsetzen. Dazu zähle etwa das Festlegen bestimmter Schwellenwerte, welche geringfügige Leistungsschwankungen gestatteten. Dadurch lasse sich die Anzahl der Benachrichtigungen wiederum signifikant reduzieren, da die jeweilige Monitoring-Software erst dann einen Alarm auslöse, wenn die Performance tatsächlich unzureichend sei.

In vielen Fällen werde außerdem nicht die gesamte Bandbreite an Applikationen in Unternehmen überwacht, sondern nur solche, die von den verantwortlichen IT-Teams auch als wichtig eingestuft worden seien. Hinzu kommt der Studie zufolge, dass viele IT-Verantwortliche die Anwendungen in ihrer Qualitätssicherungsphase zwar besonders gründlich testen, dadurch jedoch Probleme übersehen, die erst im eigentlich relevanten Produktivbetrieb auftreten.

“APM-Werkzeuge unterstützen IT-Administratoren bei ihrer Arbeit, indem sie mögliche Probleme und die damit verbundenen Ursachen proaktiv aufspüren. Sie geben IT-Abteilungen die Möglichkeit, ihr Monitoring mit Werkzeugen zu verbessern, die ihnen entscheidungsrelevante Einblicke in die Anwendungs-Performance geben – und das für die gesamte IT-Infrastruktur”, erklärt Sridhar Iyengar, Vice President Product Management bei ManageEngine, die Bedeutung solcher Tools in einer Pressemitteilung.

Neben dem bereits erwähnten ManageEngine Applications Manager, der eine hohe Verfügbarkeit und Performance von Business-Anwendungen und Servern gewährleisten soll, bietet das Unternehmen unter anderem auch ein Helpdesk-Organisationsprogramm namens ServiceDesk Plus Standard an, welches für beliebig viele Techniker kostenlos zur Verfügung steht. Die Software soll dabei helfen, einen gut organisierten IT-Helpdesk aufzubauen und alle seine Elemente zu verwalten.

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