Miet-, Abo- und On-Demand-Modelle werden in Deutschland populärer

Start-UpUnternehmen
Abo-Commerce (Bild: Shutterstock/kozirsky)

Einer aktuellen Umfrage zufolge will ein Drittel der Deutschen in Zukunft weniger kaufen, wenn es Pay-per-Use-Alternativen gibt. Weitere 20 Prozent würden sogar keinerlei Produkte mehr kaufen, wenn sie immer nur für den Nutzen bezahlen könnten. Der Einstellungswandel schafft Raum für neue Geschäftsmodelle.

Über die Hälfte der Deutschen (58 Prozent) legen bei Produkten nicht mehr in erster Linie Wert darauf, sie zu besitzen, sondern auf Nutzen, den die Produkte stiften. Ein Drittel hat sich dementsprechend vorgenommen, in Zukunft weniger kaufen, sofern es Alternativen gibt, die nach Ver- oder Gebrauch abrechnen. Weitere 20 Prozent der Befragten würden sogar gar keine Produkte mehr kaufen, wenn sie immer nur für den Nutzen bezahlen könnten, so die zentralen Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage unter 1000 Erwachsenen, die im Auftrag von Zuora, einem Anbieter einer Abrechnungsplattform für Abo- und Mietmodelle, in Auftrag gegeben wurde.

Zuora Logo (Bild: Zuora)

Selbst wenn man unterstellt, dass die Fragestellung möglicherweise die Antworten beeinflusst hat, machten die Ergebnisse dennoch klar, dass durch die Gewöhnung an Angebote wie Netflix, Spotify und den Carsharing-Dienst DriveNow Abo-Modelle und Angebote der Sharing Economy bei Nutzern an Akzeptanz gewinnen. Dazu dürfte auch beitragen, dass im Gegensatz zu früher Abrechnung und Zahlung wesentlich einfacher sind und Angebote, auch durch Unterstützung durch Mobilgeräte, nicht mehr nur zu bestimmten Öffnungszeiten, sondern rund um die Uhr zur Verfügung stehen können. Zusätzlich macht die Omnipräsenz von Mobilgeräten in vielen Fällen eine wesentlich genauere Abrechnung möglich als in der Vergangenheit.

“On-Demand-Dienste wie Netflix und Spotify, Angebote der Shareconomy wie DriveNow und AirBnB oder auch Abo-Dienste wie Outfittery oder Glossybox haben eines gemeinsam: Kunden kaufen Produkte nicht mehr – sie hinterlegen Zahlungsdaten und nutzen bei Bedarf“, kommentiert Mathias Büttner, Director Marketing Central & Eastern Europe bei Zuora, die Studeinergebnisse in einer Pressemitteilung. “Mit dem Entstehen des Internets der Dinge werden wir noch viele weitere dieser Subscription-Angebote sehen – ganz einfach, weil der Kunde auf diese Weise nur für das bezahlt, was er wirklich haben will.”

Einer aktuellen Umfrage zufolge will ein Drittel der Deutschen in Zukunft weniger kaufen, wenn es Pay-per-Use-Alternativen gibt. Weitere 20 Prozent würden sogar keinerlei Produkte mehr kaufen, wenn sie immer nur für den Nutzen bezahlen könnten (Grafik: Zuora)
Einer aktuellen Umfrage zufolge will ein Drittel der Deutschen in Zukunft weniger kaufen, wenn es Pay-per-Use-Alternativen gibt. Weitere 20 Prozent würden sogar keinerlei Produkte mehr kaufen, wenn sie immer nur für den Nutzen bezahlen könnten (Grafik: Zuora).

Fast 35 Prozent der befragten Deutschen stimmen zudem der Aussage zu, dass Eigentum eine echte Bürde sein kann, wenn zu viele Verpflichtungen damit verbunden sind. 13 Prozent haben der Umfrage zufolge sich nur deshalb noch kein Auto gekauft, weil der Besitz des Fahrzeugs ihnen einfach mit zu viel Aufwand, etwa Reparaturen oder Service-Terminen, verbunden ist. Ein Viertel sähe es gern, wenn Autofirmen Aufgaben wie Reparaturen, Service und Instandhaltung komplett übernähmen. Das Argument: Sie hätten schließlich “Mobilität gekauft und nicht diese ganzen Verpflichtungen”.

Das wachsende Interesse an Pay-per-Use-Alternativen in Deutschland bietet auch Chancen für Start-ups, die den Bedarf bedienen (Grafik: Zuora
Das wachsende Interesse an Miet-, Abo- und On-Demand-Modellen in Deutschland bietet auch Chancen für Start-ups, die den Bedarf bedienen (Grafik: Zuora).

Die Umfrageergebnisse beleuchten auch einen tiefergreifenden Werte- und Einstellungswandel, denn eine emotionale Bindung haben die Deutschen demnach zu immer weniger Dingen. Am einst unverzichtbaren Auto hängen nur noch 40 Prozent. Damit liegt es nur noch knapp vor dem Smartphone (39,8 Prozent) oder dem PC/Notebook (36 Prozent). Haus, Wohnung und Fernsehgerät will jeweils jeder Fünfte tatsächlich besitzen.

Diese neue Einstellung eröffnet nach Ansicht von Zuopra zahlreiche Möglichkeiten für Start-ups: “Gründer sollten sich überlegen, ob ihnen nicht neue Geschäftsmodelle beispielsweise rund um vernetzte Wäschetrockner oder Musikanlagen einfallen”, so Büttner. Einige Ansätze dafür gibt es allerdisng schon. So offeriet etwa Bloomydays Blumen im Abo und Say Bye Buy ermöglicht es Technikbegeisterten, Gadgets für einen bestimmten Zeitraum zu nutzen statt sie zu besitzen.

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