IT-Absolventen legen im Beruf mehr Wert auf Fachkompetenz als auf Karriere

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IT-Absolventen legen im Beruf mehr Wert auf Fachkompetenz als Karriere (Bild: Shutterstock/Bikeriderlondon)

Das geht aus einer Umfrage hervor, die die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig (HTWK) und das Karriereportal “get-in-IT” durchgeführt haben. Mit ihr wollten die Forscher die Erwartungen der Berufseinsteiger ermitteln. Denn angesichts der zahlreichen Alternativen müssten Unternehmen die schließlich erfüllen, wenn sie ihre Stellen besetzen wollen.

In einer Umfrage unter rund 1300 Berufseinsteigern im Bereich IT haben die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig (HTWK) und das Karriereportal “get-in-IT” ermittelt, welche Erwartungen die an ihren Arbeitgeber haben und nach welchen Kriterien sie sich für eine Stelle entscheiden. Außerdem wurde ermittelt, wie sich diese Gruppe von Berufseinsteigern generell unterscheidet. Die Zusammenfassung der Ergebnisse steht nach einer Registrierung kostenlos zum Download bereit.

Studie Get Started 2015 (Screenshot: ITespresso)

Fast 30 Prozent aller Befragten – und damit die größte Gruppe – wollen “innovativ arbeiten und etwas bewegen”. Das Ziel, Experte auf ihrem Fachgebiet zu werden, ist für 24 Prozent der Befragten IT-Berufseinsteiger besonders attraktiv. Eine Führungskarriere streben hingegen nur 16,7 Prozent an. Damit rangiert dieser Wunsch noch nach dem Beruf und Familie verbinden zu können (17,6 Prozent).

“Die Entwicklung des spezifischen IT-Rüstzeugs ist der entscheidende Antrieb für angehende Spezialisten in diesem Umfeld. Das verdeutlichen die Ergebnisse unserer Studie. Spezialisierung im Fachgebiet steht für sie deutlich vor einer hierarchisch herausgehobenen Führungsposition oder einer besonders guter Arbeitsatmosphäre. Das ist in dieser starken Ausprägung durchaus ein Alleinstellungsmerkmal von IT-Absolventen”, erklärt Peter M. Wald, Professor für Personalmanagement an der HTWK Leipzig, in einer Pressemitteilung.

Bei den bevorzugten Berufsfeldern, liegt bei über der Hälfte die Anwendungsentwicklung (54,6 Prozent, Mehrfachnennungen möglich) vorne, gefolgt von Forschung und Entwicklung (42,7 Prozent) sowie Projektmanagement (42,4 Prozent). Beratung und Consulting sowie Webentwicklung folgen.

IT-Berufseinsteiger und -Berufsanfänger wollen heute lieber innovativ arbeiten und Experten in ihrem Fachgebiet werden, als ein Führungsposition übernehmen (Screenshot:
IT-Berufseinsteiger und -Berufsanfänger wollen heute lieber innovativ arbeiten und Experten in ihrem Fachgebiet werden, als ein Führungsposition übernehmen (Screenshot: ITespresso).

Am unbeliebtesten sind die allerdings von Marktforschern als für Firmen immer wichtiger werdenden Bereiche eingestuften Themenfelder Business Analysis, Risk/Compliance Management und Quality Assurance. Hier zu arbeiten wollen sich nur rund 17, 8 respektive 7,5 Prozent vorstellen.

Die gute Nachricht für Arbeitgeber: Zum Glück sind die meisten Berufsanfänger auch im IT-Bereich recht flexibel. Einen geeignet erscheinenden Kandidaten könne man den Autoren der Studie zufolge daher vielfach für die Stelle begeistern, indem man ihn “umfassend über das Unternehmen und die möglichen Tätigkeiten informiert.”

Gute fachliche Entwicklungsmöglichkeiten stehen bei IT-Berufseinsteigern aktuell besonders hoch im Kurs  (Screenshot: ITespresso).
Gute fachliche Entwicklungsmöglichkeiten stehen bei IT-Berufseinsteigern aktuell besonders hoch im Kurs (Screenshot: ITespresso).

Ihre Aussichten auf erfolgreiche Überzeugungsarbeit können Arbeitgeber erhöhen, wenn sie wissen, was sie in den Augen der Berufsanfänger besonders attraktiv macht. Nach den oben genannten Antworten auf die vorangegangenen Fragen wenig überraschend ist das nicht die Aussicht, mittelfristig Führungspositionen übernehmen zu könne. Das ist nur für jeden vierten ein wichtiger Aspekt und steht insgesamt erst an neunter Stelle an. Viel wichtiger sind den Befragten, gute fachliche Entwicklungsmöglichkeiten (64 Prozent), eine ansprechende Vergütung (61,4 Prozent) und nette Kollegen sowie Flexibilität beim Umgang mit Arbeitszeit (jeweils rund 50 Prozent).

Problematisch für kleine und mittelständische Unternehmen ist auch, dass die Berufseinsteiger sehr selbstbewusst sind: Rund 90 Prozent schätzen ihre Berufsaussichten als gut oder sehr gut ein. Sie dürften also dazu neigen, unpassend erscheinende Angebote eher abzulehnen als Berufseinsteiger in anderen Berufszweigen. Außerdem spielt für viele das Unternehmen als solche eine große Rolle – unbekannte Firmen dürften es also schwerer haben, als große oder in der Branche sehr bekannte Namen. So sucht jeder Fünfte gezielt bei Firmen, die ihn interessieren nach passenden Stellen für sich. Bei einem Drittel dienen dagegen die Stellenangebote als Filter, danach wird geprüft, ob das ausschreibende Unternehmt interessant ist. Der Rest, knapp 45 Prozent, wenden beide Vorgehensweisen etwa gleich häufig an.

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