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LinkedIn nennt meistverwendete Schlagworte in Mitgliederprofilen

Social Media (Bild: Shutterstock/Quka).
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Berufliche soziale Netzwerke dienen, wie in den vergangenen Monaten mehrere Studien gezeigt haben, effektiv der Selbstdarstellung. Aufgrund der sozialen Kontrolle durch Kollegen sind die Angaben auch weitgehend zuverlässig. Allerdings wäre ein bisschen mehr Kreativität bei der Selbstbeschreibung durchaus wünschenswert.

LinkedIn hat seine weltweit mehr als 400 Millionen Nutzerprofile hinsichtlich der von den Mitgliedern verwendeten Schlagwörter ausgewertet. Dabei hat sich herausgestellt, dass Nutzer häufig dieselben Begriffe verwenden, um sich selbst zu beschreiben. Die sowohl weltweit als auch in Deutschland jeweils zehn meistverwendeten hat das Soziale Netzwerk jetzt veröffentlicht. Ganz oben rangiert sowohl in Deutschland als auch auf internationaler Ebene, der Begriff “Führungsqualität”. International folgen auf den Plätzen zwei und drei die Begriffe “motiviert” und “kreativ”. Die Top-5-Liste wird durch “Leidenschaft” und “strategisch” komplettiert.

LinkedIn hat dei zehn am häufigsten verwendeten Schlagworte in Mitgliederprofilen ermittelt und veröffentlicht (Grafik: LinkedIn).
LinkedIn hat die zehn am häufigsten verwendeten Schlagworte in Mitgliederprofilen ermittelt und veröffentlicht (Grafik: LinkedIn).

Auf den Plätzen sieht es in Deutschland etwas anders aus. Der am zweithäufigsten in LinkedIn-Profilen zur Selbstbeschreibung verwendete Begriff ist hier “strategisch”. Erst dann folgen “motiviert” und “kreativ”. Und statt Leidenschaft werfen die Deutschen LinkedIn-Nutzer gerne ihr “Expertenwissen” in die Waagschale. Außerdem werben sie noch damit für sich, dass sie sich als “verantwortungsvoll” beschreiben (Platz 7), ein Begriff, der es international nicht in die Top-Ten schafft.

“Wer Begriffe aus unserer Buzzword-Liste in seinen Profilen verwendet, muss diese nicht unbedingt löschen”, so Alexandra Kolleth, Mitglied der Geschäftsleitung Deutschland, Österreich, Schweiz, in einer Pressemitteilung. “Mitglieder sollten, um sich vom Wettbewerb abzuheben, aber immer auch gute Belege für ihre Beschreibung liefern. Erfolgreich abgeschlossene Projekte oder Empfehlungen, die auf eine bestimmte Eigenschaft Bezug nehmen, bieten sich hier an.” Weitere Empfehlungen für eine Profiloptimierung gibt LinkedIn auf seiner Website.

Darauf achten Personaler in Sozialen Netzwerken (Grafik: Bitkom)
Darauf achten Personaler in Sozialen Netzwerken (Grafik: Bitkom)

Dabei sollte man generell auch auf ein ordentliches Profilbild achten. Denn wie Wissenschaftler kürzlich nachgewiesen haben http://www.itespresso.de/2016/01/19/attraktives-profilbild-bei-facebook-erhoeht-die-jobchancen/ erhöht das die Jobchancen erheblich. Die Untersuchung wurde zwar am Beispiel von Facebook durchgeführt, die Ergebnisse lassen sich aber auch auf andere Soziale Netzwerke übertragen. Der vom Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) veröffentlichten Studie (PDF) zufolge bekamen Bewerber mit einem in einer Vorstudie als “attraktiv” eingestuften Profilbild bei Facebook über 20 Prozent mehr positive Rückmeldungen als, Bewerber mit einem als “unattraktiv” eingestuften Bild. Eine direkte Einladung zum Vorstellungsgespräch erhielten die gut aussehenden Bewerber sogar fast 40 Prozent öfter.

Dennoch sollte man natürlich bei der Wahrheit bleiben – was aber die meisten Nutzer ohnehin beherzigen. Wissenschaftler des Tübinger Leibniz-Instituts für Wissensmedien (IWM) hatten im September 2015 die Ergebnisse einer Untersuchung vorgelegt, in der sie der Frage nachgegangen sind, wie glaubwürdig sich Xing-Nutzer in dem Netzwerk präsentieren.

Dazu wurden Besitzer von Xing-Profilen mit Hilfe etablierter Persönlichkeitsfragebögen sowohl zu ihrem realistischen Selbstbild befragt, als auch dazu, wie sie sich gerne sehen würden. Zudem wurden die Profile im Sozialen Netzwerk unabhängigen Gutachtern vorgelegt, die auf dieser Grundlage die Profilbesitzer einschätzten. Die realistische Selbst- und die Fremdeinschätzung wurde dann miteinander verglichen. Dabei zeigte sich eine hohe Übereinstimmung.

“Nutzer von beruflichen Netzwerken wissen wahrscheinlich, dass auch ihre Bekannten ihre Profile lesen. Das führt wohl dazu, dass sie in ihrer Selbstdarstellung realistisch bleiben müssen. Sie präsentieren sich also nicht nur für unbekannte Personen, denen sie etwas vormachen können, sondern sie wissen, dass ihre Selbstpräsentationen auch von Personen gelesen werden, die mehr über sie wissen”, erklärt sich Professorin Ulrike Cress, deren Arbeitsgruppe die Studie durchführte, die Ergebnisse.

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Journalist, Chefredakteur von ITespresso.de. Sucht immer nach Möglichkeiten und Wegen, wie auch kleine Firmen vom rasanten Fortschritt in der IT profitieren können. Oder nach Geschäftsmodellen, die IT benutzen, um die Welt zu verbessern - wenigstens ein bisschen.

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