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Foxconn plant angeblich Übernahme von Sharp

Sharp Tablets (Bild: Sharp)
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Als Kaufpreis sind offenbar rund 600 Milliarden Yen – umgerechnet rund 4,68 Milliarden Euro – im Gespräch. Eine Entscheidung soll laut Bloomberg noch im Januar fallen. Für den Auftragsfertiger Foxconn dürfte an Sharp hauptsächlich dessen Expertise bei der Fertigung von Displays für Smartphones und Tablets interessant sein.

Foxconn spricht offenbar mit Sharp über eine Übernahme. Das hat Bloomberg unter Berufung auf eine mit der Sache vertraute Person berichtet. Demnach soll Foxconn rund 600 Milliarden Yen, das entspricht rund 4,68 Milliarden Euro, geboten haben. Eine offizielle Stellungnahme lehnte ein Foxconn-Sprecher dem Dienst gegenüber allerdings ab.

Sharp Tablets (Bild: Sharp)
Mit eigenen Tablets hatte Sharp im Markt weniger Erfolg, als Fertiger von Displays für die Tablets anderer (Bild: Sharp).

Der kolportierte Kaufpreis entspricht etwas mehr als dem zweieinhalbfachen des aktuellen Börsenwertes von Sharp. Allerdings liegt er noch deutlich unter der Gesamtverschuldung des Konzerns, die im Herbst fast 800 Milliarden Yen betrug. Sie ist hauptsächlich auf die schlechten Geschäfte von Sharp in den vergangenen vier Jahren zurückzuführen, in denen das Unternehmen laut Bloomberg Verluste von rund 1,1 Billionen Yen angehäuft hat. Schuld an der Misere sei die Konkurrenz aus China und Südkorea – beziehungsweise Sharps Unfähigkeit, angemessen auf sie zu reagieren.

Bereits 2012 hatte Foxconn einmal offiziell Interesse daran gezeigt, in Sharp zu investieren. Die Gespräche scheiterten aber damals an unterschiedlichen Vorstellungen über die Zusammensetzung der Führungsebene. Bei den derzeit laufenden Gesprächen wird laut Bloomberg eine Entscheidung bereits Ende Januar erwartet.

Foxconn (Grafik: Foxconn)

Foxconn bemüht sich schon länger, sich vom reinen Auftragsfertiger für andere, darunter derzeit etwa auch Apple und HP, zu einem breiter aufgestellten Unternehmen weiterzuentwickeln. Sharp würde gut in diese Strategie passen. Das japanische Unternehmen bietet nämlich nicht nur Fernseher, Drucker, Küchengeräte und Kassensysteme an, sondern gehört auch zu den wichtigsten Herstellern von Displays für Smartphones und Tablets. Insbesondere dieser Bereich dürfte für Foxconn interessant sein, könnte es damit doch seinen Kunden, darunter Apple, Amazon und Xiaomi, eine größere Fertigungstiefe anbieten.

Das Wall Street Journal berichtet, Sharp verhandle derzeit mit dem vom japanischen Staat unterstützten Innovation Network Corp. of Japan (INCJ). Die japanische Regierung wolle nicht, dass ein ausländisches Unternehmen die Kontrolle über Sharp übernimmt. Auch hier werden aber lediglich anonyme, mit der Sache vertraute Personen als Quelle genannt.

3D-Smartphone Galapagos (Bild: Sharp)
Trotz innovativer Ansätze, wie der 3D-Smartphone-Reihe Galapagos, konnte sich Sharp außerhalb von Japan im Smartphone-Markt nie durchsetzen (Bild: Sharp).

Gegenüber Bloomberg räumte ein Sharp-Sprecher immerhin ein, dass man “mit mehreren Firmen über strukturelle Verbesserungen des Geschäfts für LC-Displays” spreche, diese Gespräche aber nicht weiter kommentieren werde. Demnach könnte es also auch sein, dass Sharp lediglich diesen Teilbereich an Foxconn verkauft.

Dass auch bei Foxconn Bedarf an strategischer Erneuerung besteht, zeigten die kürzlich vorgelegten Bilanzzahlen. Im Dezember lag der Umsatz bei 11,2 Milliarden Euro und damit sowohl 20 Prozent unter dem des Vorjahreszeitraums als auch dem des Vormonats. Einer Stellungnahme des Unternehmens zufolge entspricht das Ergebnis zwar den eigenen Erwartungen, Analysten hatten jedoch mit einem Wachstum von 7 Prozent gerechnet. Sie orientierten sich dabei an den Zahlen für 2014, als der Auftragsfertiger um 6,53 Prozent zulegte.

Journalist, Chefredakteur von ITespresso.de. Sucht immer nach Möglichkeiten und Wegen, wie auch kleine Firmen vom rasanten Fortschritt in der IT profitieren können. Oder nach Geschäftsmodellen, die IT benutzen, um die Welt zu verbessern - wenigstens ein bisschen.

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