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Neuer Smartphone-Anbieter Coolpad verspricht langfristig Android-Updates

Coolpad Smartphones (Bild: Coolpad)
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Der Anbieter ist mit LTE-Smartphones in seinem Heimatland China und anderswo bereits gut vertreten. Jetzt sollen zwei ehemalige HTC-Manager das Geschäft in Deutschland aufbauen. Das erste, für 169 Euro hierzulande verfügbare Modell, wird das 5,5 Zoll große Coolpad Modena sein.

Der chinesische Smartphone-Anbieter Coolpad bereitet den Eintritt in den deutschen Markt vor. Ziel ist es, sich mit günstigen Preisen und dennoch anspruchsvollen Funktionen, etwa LTE und Fingerabdruckscanner, in der Premium-Mittelklasse zu etablieren. Der erste Schritt dazu ist die Markteinführung des Coolpad Modena Ende Februar. Das 5,5 Zoll große LTE-Gerät soll dann für 169 Euro in den Handel kommen.

Coolpad (Grafik: Coolpad)

Das Team in Deutschland führen zwei ehemalige HTC-Manager. Vertriebsleiter Frank Weierhorst war von 2010 bis Ende 2015 für die Vertriebspartner von HTC in Deutschland verantwortlich. Zuvor betreute er bei Blau Mobilfunk Entwicklung und Vertrieb der Mobilfunkmarke Blauworld und war bei The Phone House in diversen Positionen im Vertrieb. Das Geschäft hierzulande leitet Country Manager Christoph Lichtenberg.

Seiner Ansicht nach stellen sich immer mehr Anwender die Frage, ob die Kosten von 400 Euro und mehr für High-End-Geräte noch gerechtfertigt sind. Mit dem Ansatz, Alternativen zu bieten, habe Coolpad den Marktforschern von IDC zufolge bereits 2014 über 50 Millionen Geräte verkaufen können und sich damit als größter Hersteller von LTE-Smartphones in China etabliert.

Christoph Lichtenberg, Country Manager Deutschland beim Smartphone-Anbieter Coolpad (Bild: Coolpad)
Christoph Lichtenberg, Country Manager Deutschland beim Smartphone-Anbieter Coolpad (Bild: Coolpad)

Lichtenberg verlässt sich aber nicht nur auf günstige Preise und ansprechendes Design. Er führt vielmehr einen Aspekt ins Feld, der derzeit tatsächlich noch viele, zumindest viele technikaffine Nutzer, vom Kauf eines günstigen Android -Smartphones eines alternativen Herstellers abhält: die Update-Problematik. Coolpad werde als einer der wenigen Anbieter in in Deutschland und der Schweiz dafür sorgen, “dass regelmäßig Software-Updates auch für die kostengünstigeren Versionen zur Verfügung stehen werden”.

Hält der Hersteller das Versprechen, könnte er sich damit tatsächlich eine Fangemeinde aufbauen. Schon die ganz großen, etablierten Anbieter schaffen es kaum, für die teureren ihrer Geräte in vertretbarem Zeitabstand zu Google Aktualisierungen für ihre Geräte bereitzustellen. Die kleineren Anbieter versuchen es oft gar nicht.

Ein Grund ist bei beiden Herstellerkategorien der Aufwand, der für die Erstellung und Verteilung der Updates getrieben werden muss. Bei den Kunden führt das Ausbleiben aber allmählich zu immer mehr Verdruss – insbesondere, da sie auch auf wichtige Sicherheits-Updates lange warten müssen oder sie überhaupt nicht bekommen.

Das 5,5 Zoll große Dual-SIM-LTE-Smartphone Coolpad Modena wird zum Preis von 169 Euro der erste Vertreter der Marke Coolpad in Deutschland sein (Bild: Coolpad).
Das 5,5 Zoll große Dual-SIM-LTE-Smartphone Coolpad Modena wird zum Preis von 169 Euro der erste Vertreter der Marke Coolpad in Deutschland sein (Bild: Coolpad).

Ein zweiter Grund für die lahme Update-Politik vieler Hersteller ist ihre unübersichtliche Produktpalette. Zumindest den Fehler scheint Coolpad nicht machen zu wollen. Der Anbieter beschränkt sich auf wenige und dafür sorgfältig auf die selbstgewählte Nische zugeschnittene Modelle. Sie sollen sowohl im stationären Fachhandel als auch bei Mobilfunkanbietern und auf Online-Marktplätzen erhältlich sein.

Markteintritt mit 5,5-Zoll-Modell Coolpad Modena

Das erste, das in Deutschland erhältlich sein wird, ist das Coolpad Modena. Das Smartphone wird zunächst mit Android 5.1 ausgeliefert. Ein Fahrplan für Updates ist noch nicht bekannt – wäre aber gerade angesichts des Update-Versprechens bis zum Markteintritt wünschenswert.

Das Dual-SIM-Gerät Coolpad Modena wird von einem Qualcomm-Prozessor mit vier Kernen und 1,2 GHz angetrieben (Snapdragon 410). Ihm stehen 1 GByte Arbeitsspeicher zur Seite. Der interne Speicher ist 8 GByte groß und lässt sich über eine Micro-SD-Karte um bis zu 32 GByte erweitern.

Coolpad Modena (Bild: Coolpad)

Außerdem stehen WLAN (802.11g/n), ein Mico-USB-Anschluss, Bluetooth 4.0+LE sowie aGPS und Glonass zur Verfügung. Das Modena unterstützt auch eine Hotspot-Funktion, Tethering und verfügt über einen UKW-Empfänger sowie die üblichen Sensoren für Umgebungslicht, Annäherung und Beschleunig. Der Akku mit einer Kapazität von 2500 mAh erlaubt laut Hersteller eine Sprechzeit von bis zu zehn Stunden. Das IPS-Display des 158 Gramm schweren, 15,3 mal 7,8 Zentimeter großen und 8,6 Millimeter dicken Telefons löst 960 mal 540 Bildpunkte auf.

In der Rückseite ist eine 8-Megapixel-Kamera mit 28-Millimeter-Weitwinkel und Autofokus verbaut. Sie verfügt über f/2.2-Blende und nimmt Videos mit 1080p auf. Der Hersteller gibt eine Auslösezeit von einer Sekunde an. In der Vorderseite sitzt eine 2-Megapixel-Kamera mit BSI-Sensor und f/2.4-Blende.

Das Unternehmen Coolpad ist aus der der 1993 gegründeten Firma Yulong Telecommunications hervorgegangen. Yulong ging 2004 unter dem Namen China Wireless Technologies Group in Hongkong an die Börse und wurde später in Coolpad Group umbenannt. Yulong Telecommunications nimmt für sich in Anspruch, der Erfinder von Dual-SIM-Mobilfunkgeräten zu sein. Marktforschern zufolge ist es der siebtgrößte OEM-Hersteller und in China auf Platz 47 der Liste der größten Elektronikhersteller.

Journalist, Chefredakteur von ITespresso.de. Sucht immer nach Möglichkeiten und Wegen, wie auch kleine Firmen vom rasanten Fortschritt in der IT profitieren können. Oder nach Geschäftsmodellen, die IT benutzen, um die Welt zu verbessern - wenigstens ein bisschen.

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