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Intel zieht sich weiter aus dem Geschäft mit IT-Security zurück

Intel Security McAfee (Bild: Intel Security/McAfee)
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Es hat nun den Verkauf der Firewall-Produktreihe Stonesoft und der Proxy-Firewalltechnologie Sidewinder an die Firma Raytheon Websense abgeschlossen. Die führt sie mit ihren bisherigen Angeboten zusammen und benennt sich in Forcepoint um. Mehrere im SaaS-Modell erbrachte Security-Dienste hatte Intel bereits im Oktober abgekündigt.

Raytheon Websense hat jetzt die Übernahme der Produktreihen Stonesoft und Sidewinder von Intel abgeschlossen. Das aus der Rüstungsindustrie stammende Unternehmen Raytheon war erst im April 2015 durch den Kauf von Websense für 1,9 Milliarden Dollar groß in das Geschäft mit IT-Sicherheit eingestiegen. Dessen Geschäftstätigkeit wird nun mit der der übernommenen Intel-Abteilungen zusammengeführt. Das Gesamtkonstrukt tritt nun als Forcepoint am Markt auf. Den anvisierten Zielmarkt hat es bereits im vergangenen Jahr durch eine beim Ponemon Institut in Auftrag gegebene Studie umreißen lassen.

Wieviel Forcepoint für die beiden Intel-Produktreihen bezahlt hat, wurde nicht bekannt gegeben. Das finnische Unternehmen Stonesoft, ein Pionier bei der Bekämpfung sogenannter Advanced Persistent Threats (ATP) war 2013, damals noch von McAfee, für 389 Millionen Dollar übernommen worden. Ziel der Akquisition war es damals, die Position im Bereich Netzwerksicherheit auszubauen. Dieses Ziel wird vom neuen McAfee-Besitzer Intel nach einer Übergangsphase nun offensichtlich nicht mehr verfolgt.

Der jetzt erfolgte Verkauf der Netzwerksicherheitsprodukte ist allerdings nur ein weiterer Schritt von Intel. Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatte es diverse Security-Produkte und -Dienste abgekündigt. Offenbar keinen Käufer gefunden hatte man für das McAfee Email Gateway, das als Hardware-Appliance, Virtual-Appliance und Blade Server angeboten wurde. Es wird komplett eingestellt. Dasselbe Schicksal ereilt auch den McAfee Quarantine Manager.

Außerdem wurden diverse, im SaaS-Modell angebotene Dienste rund um E-Mail-Security abgekündigt. Dabei handelt es sich um Dienste für Verschlüsselung, Archivierung, Schutz, Verfügbarkeit sowie den Schutz von E-Mails auf Endgeräten. Den Verkauf der von McAfee her bekannten SaaS-Endpoint- und der SaaS-E-Mail-Sicherheits- und Archivierungslösungen stellt Intel Security im Januar 2016 ein. Damit laufen die Mehrzahl der Lizenzen und der Support dann Ende 2017 aus. Lediglich für einige ausgewählte Lizenzen wird es einen eingeschränkten Support noch bis 2021 geben.

Dieser Schritt war absehbar. Bereits im Januar 2014 hatte CEO Brian Krzanich angekündigt, dass einige Security-Grundfunktionen, vor allem für Mobilgeräte mit Android und iOS, künftig kostenlos angeboten werden sollen. Das Versprechen wurde mit Intel Device Protection auch umgesetzt. Es soll vor allem Nutzern Schutz bieten, die ein privates Smartphone oder Tablet für die Arbeit nutzten. Im Übrigen konzentriert sich Intel auf die Bereiche Intrusion Prevention, Endpoint Security, Mobile Data Protection sowie SIEM. Außerdem bemüht es sich, mit McAfee erworbene Software und das Know-how für den Einsatz in Embedded-Lösungen und sogar die Verwendung in seinen Prozessoren anzupassen. Davon verspricht es sich langfristig offenbar den größten Vorteil.

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

Journalist, Chefredakteur von ITespresso.de. Sucht immer nach Möglichkeiten und Wegen, wie auch kleine Firmen vom rasanten Fortschritt in der IT profitieren können. Oder nach Geschäftsmodellen, die IT benutzen, um die Welt zu verbessern - wenigstens ein bisschen.

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