Google richtet eigenen Bereich für Virtual Reality ein

Innovation
Google (Grafik: Google)

Die Leitung übernimmt Clay Bavor, der schon seit dessen Vorstellung 2014 für Google Cardboard zuständig war. Dafür gibt der seit über zehn Jahren bei Google tätige Manager nun die Verantwortung für Gmail, Drive und Docs ab. Seine erste Aufgabe wird es sein, den Abstand zu Facebook und Microsoft zu verringern.

Clay Bavor hat bei Google die neugeschaffene Position als Vicepresident Virtual Reality übernommen. Das geht aus seinem Twitter-Profil hervor. Bavor verantwortet bereits seit dessen Vorstellung die Entwicklung von Cardboard. Er wird nun nach und nach weitere Aufgabengebiete, darunter Gmail, Drive und Docs, abgeben und dafür einen eigenen Bereich für Virtual Reality bei Google aufbauen. Diese Änderungen hat das Unternehmen gegenüber Techcrunch bestätigt. Es wollte aber keine weitergehenden Aussagen dazu machen.

 Google Cardboard (Screenshot: ITespresso).
Google war bei Virtual Realoty bisher nur mit der günstigen Lösung Cardboard aktiv. Das könnte sich 2016 ändern (Screenshot: ITespresso).

Der Schritt zeigt aber, dass Google nach dem von Beobachtern als unglücklich empfundenen Schlingerkurs bei Google Glass und den zunächst etwas belächelten Bemühungen mit der Billig-Lösung Cardboard den Bereich Virtual Reality nun ernsthaft angehen will. Offenbar empfindet man die Fortschritte, die Facebook seit der Übernahme von Oculus Rift und Microsoft mit HoloLens gemacht haben, doch als Bedrohung.

Aber auch Apple arbeitet in den vergangenen Monaten verstärkt daran, bei Augmented Reality respektive Virtual Reality mitspielen zu können. Zudem bieten andere große Unternehmen bereits kommerziell VR-Headsets an oder stehen zumindest kurz davor. So hat Samsung in Kooperation mit Oculus beispielsweise die Gear VR entwickelt, Sony und LG haben die Produkte Morpheus sowie VR for G3 angekündigt und HTC wird demnächst seinen Entwurf Vive auf den Markt bringen.

Laut Twitter-Profil hat  Clay Bavor bei Google die neugeschaffene Position als Vicepresident Virtual Reality übernommen (Screenshot: ITespresso).
Laut Twitter-Profil hat Clay Bavor bei Google die neugeschaffene Position als Vicepresident Virtual Reality übernommen (Screenshot: ITespresso).

Cardboard, das als günstiger Einstieg in Virtual Reality angefangen hat, konnte im vergangenen Jahr einige wichtige aber vom breiten Publikum wenig beachtete Erfolge verzeichnen. So wurde es beispielsweise in den USA an Schulen verteilt und kooperierte mit der New York Times sowie GoPro. Außerdem wurde Anfang Dezember die Cardboard Camera App für Android vorgestellt.

Richtig Gas geben könnte Google möglicherweise durch seine Beteiligung an dem hoch gehandelten aber bislang wenig transparenten US-Start-up Magic Leap. Das hatte in einer Finanzierungsrunde im Dezember 827 Millionen Dollar eingesammelt. Bereits im Sommer 2015 steckten die Investoren, zu denen neben Google und Qualcomm Ventures auch Kleiner Perkins Caufield & Byers und Andreessen Horowitz gehören, bereits 542 Millionen in Magic Leap. Damals bekam auch Google-CEO Sundar Pinchai einen Sitz im Board des Start-ups.

Rony Abovitz, CEO und Gründer von Magic Leap, erklärte den hohen Kapitalbedarf seines Unternehmens damals damit, dass keinerlei bereits am Markt verfügbare Komponenten benutzt würden, sondern alles, sogar der verwendete Chip, von Grund auf neu geschaffen werden müssten. Gefertigt werden soll das Produkt dann einmal in eigenen Anlagen in Florida. Die sollen offenbar demnächst aufgebaut werden. Ein Software Development Kit steht bereits zur Verfügung.


In diesem Video bei Youtube, das angeblich ohne weitere Effekte direkt durch eine Brille von Magic Leap aufgenommen wurde, stellt das geheimnisumwitterte US-Start-up seine Technologie erstmals vor.

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