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LastPass 4.0 bringt Notfallzugriffsfunktion

lastpass-logo (Bild: LogMeIn)
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Mit der neuen Funktion lassen sich in dem Passwortmanager vertrauenswürdige Nutzer benennen, die im Notfall Zugriff auf den Passwort-Tresor haben. Ebenfalls neu in der aktuellen Version ist ein Sharing Center, mit dem Passwörter an einer zentralen Stelle verschlüsselt verwaltet und geteilt werden können.

Der Passwortmanager LastPass hat ein Update erhalten. Das nun in Version 4.0 vorliegende Tool bietet neue Funktionen wie einen Notfallzugriff und ein sogenanntes Sharing Center. Zudem wurde laut Anbieter die Benutzeroberfläche verbessert und die Bedienung vereinfacht. LastPass 4.0 richtet sich neben Einzelanwendern auch an Teams und Unternehmen.

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LastPass 4.0 ist für alle gängigen Browser sowie unter Mac, Windows und Linux verfügbar. Die neuen Funktionen und Verbesserungen greifen außerdem auch in sämtlichen Versionen der LastPass-Apps für Android und iOS.

“Der digitale Anwender von heute arbeitet mit immer mehr Online-Accounts und einer entsprechenden Anzahl Passwörter. Die negativen Konsequenzen einer unsicheren Passwortnutzung werden zudem immer spürbarer – im privaten wie im beruflichen Umfeld”, sagt Joe Siegrist, CEO und Mitgründer von LastPass, in einer Pressemitteilung. “Mit LastPass 4.0 bieten wir eine intuitive Passwortverwaltung, die sowohl neuen als auch langjährigen Nutzern helfen wird, ihre digitale Identität sicherer zu gestalten”, führt Siegrist weiter aus.

Mit Version 4.0 hat der Anbieter dem Passwortmanager eine komplett überarbeitete Oberfläche spendiert. So wurden der sogenannte “Vault”, also der “Passwort-Tresor”, runderneuert und den Menüs für die Browsererweiterungen sowie dem Web-Tresor auf der Anbieter-Website größere Icons verpasst. Des Weiteren gibt es nun eine einfachere Navigation und eine klarere Farbgebung.

Eine der wesentlichen Neuerungen in LastPass 4.0 ist jedoch der Notfallzugriff. Darüber können Nutzer vertrauenswürdige Familienmitglieder, Freunde oder Kollegen benennen, die im Notfall Zugriff auf den Passwort-Tresor haben. Um die Sicherheit zu erhöhen, lässt sich zudem eine gewisse Wartezeit zwischen der Zugriffsanfrage und der eigentlichen Berechtigung festlegen. Innerhalb dieser Wartezeit kann der Anwender die Anfrage für den Notfallzugriff bei Bedenken noch ablehnen.

Ebenfalls neu in Version 4.0 ist das sogenannte Sharing Center. Damit lasen sich Passwörter an einer zentralen Stelle verschlüsselt verwalteen und weitergeben. Damit können Partner beispielsweise gemeinsam Zugriff auf laufende Abrechnungen erhalten oder Eltern wichtige Log-in-Daten mit Kindern teilen. Gleichzeitig synchronisiert das Sharing Center die zugehörigen Passwörter. Darüber hinaus lässt sich der Zugriff auf die geteilten Accounts verwalten. Nutzer haben die auch Möglichkeit, einmal erteilte Zugriffsrechte wieder zurückzunehmen.

LogMeIn_LastPass_2 (Bild: LogMeIn)
Die Neuerungen des Passwortmanagers LastPass in Version 4.0 im Überblick (Screenshot: LogMeIn).

Weitere Neuerungen in LastPass 4.0 betreffen unter anderem eine neu hinzugefügte Auswahloption zwischen Raster- und Listenansicht sowie ein neues Menü zum schnellen Hinzufügen von Seiten, sicheren Notizen und Profilen zur Autovervollständigung von Formularen und Ordnern zum Passwort-Tresor. Außerdem ist nun eine Mehrfachauswahl im Vault möglich, um mehrere Anpassungen gleichzeitig vorzunehmen.

Auch mehrere neue Werkzeuge zum Verwalten von LastPass-Daten und dem Passwort-Tresor wurden integriert. So gibt es ab sofort sogenannte Hover-Menüs, mit denen Nutzer Elemente öffnen, bearbeiten, teilen und löschen können. Des Weiteren hat der Anbieter angekündigt, dass in den kommenden Monaten noch eine einfache Umschaltfunktion integriert wird, um zwischen dem bisherigen und dem Design der Version 4.0 zu wechseln.

Der Passtwortmanager LastPass liegt in mehreren Varianten vor. In der Gratis-Version LastPass Free bietet das Tool bereits sämtliche Funktionen sowie einen unbegrenzten Passwortspeicher. Weiterhin ist hier das automatische Speichern und Ausfüllen von Passwörtern möglich. Ebenso können ein Passwort-Generator, sichere Notizen, Shopping-Profile, Passwort-Sharing und die Zwei-Faktor-Authentifizierung genutzt werden.

Die kostenpflichtige Version LastPass Premium offeriert für rund 11 Euro im Jahr unbegrenzte Synchronisierungsmöglichkeiten für beliebig viele Geräte. Außerdem existiert darin unter anderem eine mehrstufige “Premium”-Authentifizierung für erhöhte Sicherheit.

Die Variante LastPass Enterprise ist ab etwa 22 Euro pro Nutzer und Jahr erhältlich. Sie erlaubt Unternehmen zum Beispiel Funktionen zum Identitäts- und Zugriffsmanagement sowie Single-Sign-On-Funktionen für Cloud-Apps in Kombination mit einem abgesicherten Passwort-Tresor. Ein zentraler Überblick und automatisierte Verwaltungsfunktionen sollen der IT-Abteilung zudem das sichere Teilen von Passwörtern erleichtern.

Im Oktober 2015 hatte LogMeIn, das als Software-as-a-Service-Anbieter Fernzugriffsdienste offeriert, die Übernahme von LastPass bekannt gegeben. Zunächst zahlte LogMeIn 110 Millionen Dollar in bar. Bis zu 15 Millionen Dollar sind noch über einen Zeitraum von zwei Jahren hinweg als bedingte Zahlungen möglich. Mit dem Kauf will sich LogMeIn im Markt für Identity- und Access-Management-Lösungen (IAM) besser positionieren und erhofft sich dort ein rasches Wachstum.

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Seit September 2013 ist Rainer hauptsächlich für ITespresso im Einsatz, schreibt aber gerne auch mal hintergründige Artikel für ZDNet und springt ebenso gerne für silicon ein. Er interessiert sich insbesondere für die Themen IT-Security und Mobile. Sein beständiges Ziel ist es, die komplexe IT-Welt so durchsichtig und verständlich wie möglich abzubilden.

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