Früherer Mitbetreiber von Kinox.to muss für mehr als drei Jahre ins Gefängnis

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kinox_to (Screenshot: ZDNet.de)

Er wurde vor dem Landgericht Leipzig der tausendfachen Urheberrechtsverletzung und der Computersabotage für schuldig befunden. Einem Gerichtssprecher zufolge basierte das Urteil auf einer gegenseitigen Verständigung. Die Staatsanwaltschaft ließ aufgrund eines Geständnisses des Angeklagten einige Anklagepunkte fallen.

Ein früherer Mitbetreiber des illegalen Streaming-Dienstes Kinox.to muss für einige Jahre hinter Gitter. Am Montag verurteilte das Landgericht Leipzig den 29-Jährigen wegen tausendfacher Urheberrechtsverletzungen sowie Computersabotage zu einer Haftstrafe von drei Jahren und vier Monaten (Az. 11 KLs 390 Js 9/15).

Gegenüber der Nachrichtenagentur DPA sagte ein Gerichtssprecher, dass das eigentlich zunächst für Ende Januar erwartete Urteil auf der Basis einer Verständigung gefallen sei. Der Angeklagte habe im Prozess ein Geständnis abgelegt, wofür ihm im Gegenzug ein gewisser Strafrahmen in Aussicht gestellt wurde.

Avit O. wurde wegen “gewerblich unerlaubter Verwertung urheberrechtlich geschützer Werke in 2889 Fällen” schuldig gesprochen. Nach Angaben der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V. (GVU) verurteilte das Landgericht Leipzig ihn auch wegen Computersabotage gegen zwei Konkurrenz-Websites. Dadurch habe er diese für Nutzer unerreichbar machen wollen, um seine eigene “Marktposition” zu verbessern.

Das mutmaßlich von Avit O. und dem weiterhin zur Fahndung ausgeschriebenen Brüderpaar Kastriot und Kreshnik Selimi aufgebaute Nachfolgeportal des 2011 geschlossenen Kino.to finanziert sich durch Werbung. Es ist immer noch online und verlinkt auf illegale Streams urheberrechtlich geschützter Filme und Serien.

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Offenbar sind die beiden noch nicht gefassten Betreiber von Kinox.to optimistisch, die gegen sie erhobenen Anschuldigungen widerlegen zu können (Screenshot: ZDNet.de).

Die Portalbetreiber haben stets hervorgehoben, keine eigenen Streams zu hosten, sondern lediglich Inhalte von Hostern zu indexieren und darauf zu verweisen. Damit tue man nichts anderes als Google. Avit O. war Ende Oktober 2014 zusammen mit einem weiteren mutmaßlichen Betreiber von Kinox.to festgenommen worden. Die 14 Monate Untersuchungshaft werden ihm auf seine Gefängnisstrafe angerechnet, sodass er nur noch maximal 2 Jahre und 2 Monate absitzen muss.

Zu den nach wie vor abgetauchten und per internationalem Haftbefehl gesuchten Brüdern Selimi, die als aktuelle Betreiber von Kinox.to gelten, wollte sich der Angeklagte laut GVU im Prozess nicht äußern. Er sprach lediglich von einer “weiteren Person”, die die Kontrolle über das Portal übernommen habe. Nachdem diese im Laufe der Zeit zunehmend dominant aufgetreten sei, habe er aber mit ihr gebrochen.

[mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

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