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Reisesuchmaschine GoEuro bekommt 45 Millionen Euro Wagniskapital

GoEuro Website (Screenshot: ITespresso)
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In der nun abgeschlossenen Runde hat sich auch Goldman Sachs Investment Partners als Lead Investor an dem Unternehmen beteiligt. Bereits im August 2014 hatten Hauptinvestor New Enterprise Associates (NEA) sowie die älteren Investoren Lakestar, Hasso Plattner Ventures und Battery Ventures rund 20,5 Millionen Euro in das Portal gesteckt.

GoEuro hat den Abschluss einer weiteren Finanzierungsrunde bekannt gegeben. Insgesamt erhält das Berliner Unternehmen dadurch 45 Millionen Euro Wagniskapital. Lead Investor der aktuellen Finanzierungsrunde ist Goldman Sachs Investment Partners. Außerdem beteiligen sich der VC Atomico, Yuri Milner und Tom Stafford, Sebastian Siemiatkowski von Klarna und Ilkka Paananen von Supercell als neue Investoren an der Vergleichsplattform für die Planung und Buchung von Reisen.

Laut Naren Shaam, Gründer und CEO von GoEuro, soll das Kapital unter anderem dazu verwendet werden, das Team in Berlin personell deutlich zu verstärken. Es besteht derzeit aus rund 150 Mitarbeitern. Von den zahlreichen anderen Portalen in dem Markt unterscheidet sich GoEuro dadurch, dass es ganz gezielt nicht nur eine Reisemöglichkeit – etwa mit dem Flugzeug oder der Bahn – , sondern Kombinationen davon ermittelt. Das funktioniert derzeit in Deutschland und “großen Teilen von Europa” und kann über die Website oder die Apps von GoEuro, die für Android und iOS zur Verfügung stehen, bewerkstelligt werden.

Für Christopher Dawe von Goldman Sachs Investment Partners ist das einer der letzten digital unerschlossenen Märkte der Reisebranche. Mit über 30.000 Bahnhöfen und Busstationen – und damit Millionen von möglichen Routen – in den von GoEuro abgedeckten Märkten sind Investitionen seien Weiterentwicklung und Ausbau der Technologie hinter der Plattform eine große Herausforderung.
In einer Pressemitteilung begründet der durch Kazaa und Skype bekannt und reich gewordene Niklas Zennström, nun CEO von Atomico, das eigene Investment mit den bisher von GoEuro erzielten Erfolgen in dem Bemühen, “den fragmentierten europäischen Reisemarkt für den Verbraucher verständlich und beherrschbar zu machen.”

Eigenen Angaben zufolge deckt GoEuro mittlerweile elf europäische Länder mit einer Gesamtbevölkerung von 400 Millionen ab. Man biete Nutzern einen Überblick über die Angebote von mehr als 40 Bahn- und über 300 Bus-Unternehmen sowie allen Fluggesellschaften. Eine Einnahmemöglichkeit ist, dass sich Tickest direkt über die Plattform von GoEuro buchen lassen. Das ist derzeit in Frankreich, Italien Spanien und den Benelux-Ländern möglich.

Wie GoEuro-Gründer Naren Shaam gegenüber TechCrunch erklärt hat, ist das für 30 bis 40 Prozent der Nutzer hilfreich. Sie beginnen ihre Suche nach einer Verbidnung bei einem Transportmittel und entscheiden sich dann schließlich für ein anderes. Allerdings gebe es keinen eindeutigen Gewinner, sondern alle Reisewege hätten Vor- und Nachteile, die sich aber eben oft erst bei einem intensiveren Vergleich herausstellten.

GoEuro Suchanfrage (Screenshot: ITespresso)
Lastwagenfahrer Hannes, Hauptfigur des Films Zugvögel … Einmal nach Inari und Kursbuch-Experte, wäre enttäuscht: GoEuro fände für ihn (noch) keine Zugverbindung von Dortmund zum Kursbuch-Wettbewerb im nordfinnischen Inari. Stattdessen schlägt es einen Flug vor (Screenshot: ITespresso).

Laut Shaam sollte die Aufgabe, eine einheitliche Plattform für zahlreiche Reisemöglichkeiten zu bauen nicht unterschätzt werden. So fehlten zum Beispiel im Gegensatz zur Luftfahrtbranche bei Bahn- und Bus-Unternehmen jegliche gemeinsamen Standards. Auch die weitaus höhere Anzahl an möglichen Reisezielen stelle eine enorme Herausforderung dar. Trotz des bisher erreichten sei es daher noch ein langer Weg, bis ii Europa eine komplette Reise von A nach B mit einem Knopfdruck gebucht werden könne.

Dieser Aufgabe stellen sich neben GoEuro auch der von der Deutschen Bahn entwickelte Dienst Qixxit, der neben Bahn- auch Bus- und Flugverbindungen berücksichtigt, das schon 2010 ebenfalls in Berlin gegründete Waymate sowie das italienische Unternehmen Wanderio, dessen Website aber auch auf Englisch verfügbar ist.

Journalist, Chefredakteur von ITespresso.de. Sucht immer nach Möglichkeiten und Wegen, wie auch kleine Firmen vom rasanten Fortschritt in der IT profitieren können. Oder nach Geschäftsmodellen, die IT benutzen, um die Welt zu verbessern - wenigstens ein bisschen.

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