Elektronisches BezahlenMarketing

Aldi Süd ermöglicht nun ebenfalls Bezahlen via NFC

Bezahlen via NFC bei Aldi Süd (Bild: Aldi Süd)
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Voraussetzung ist bei Kunden ein NFC-fähiges Android-Telefon mit darauf installierter Wallet-App. Alternativ können Nutzer bei ihrem Mobilfunkbetreiber einen NFC-Sticker anfordern. Abei Aldi Nord wird die Bezahlmöglichkeit schon seit Sommer angeboten, bei Netto und einigen Edeka-Märkten noch länger.

Aldi Süd bietet in seinen 1850 Filialen Kunden nun auch die Möglichkeit, mittel Nahfunktechnik mit dem Smartphone oder geeigneten Kredit- sowie Maestro- und V-Pay-Debitkarten zu bezahlen. Bei Aldi Nord ist das bereits seit Juni möglich. Voraussetzung ist bei beiden Discounter-Ketten ein NFC-fähiges Android-Gerät mit einer darauf installierten, sogennanten Wallet-App. In der müssen die persönlichen Bezahldaten hinterlegt sein.

Bezahlen via NFC bei Aldi Süd (Bild: Aldi Süd)

Ist das Smartphone nicht von Haus aus mit NFC-Chip ausgestattet, lässt sich bei den Mobilfunkanbietern ein NFC-Sticker anfordern und am Telefon anbringen. Mit NFC-Chip ausgestattete Karten von Mastercard, Visa und V Pay erkennen Verbraucher anhand des Funkwellensymbols.

Technische Grundlage für das neue Bezahlangebot sind in allen Aldi-Filialen Kartenterminals, die Near Field Communication (NFC) unterstützen. Kunden halten dann das Smartphone über das Display des Terminals, um den Zahlvorgang abzuschließen. Bei einem Betrag unter 25 Euro ist keine Authentifizierung notwendig, verspricht Aldi Süd. Liegt der Einkaufswert darüber, muss usätzlich eine PIN eingeben oder eine Unterschrift geleistet werden.

Netto bietet bereits seit über einem Jahr eine Bezahlmöglichkeit per Smartphone. Seit Oktober 2014 unterstützt er die Authorisierung von Zahlungen in den Filialen per Fingerabdruck mittels Apple Touch ID. Alternativ zur Eingabe einer vierstelligen PIN lässt sich an den Kassen der rund 4170 Netto-Märkte ein individueller Zifferncode für das mobile Bezahlen anfordern.

Die NettoApp unterstützt jetzt auch das mobile Bezahlen per Fingerabdruck über Apples Touch ID (Bild: Netto).
Die NettoApp unterstützt seit Oktober 2014 auch das mobile Bezahlen per Fingerabdruck über Apples Touch ID (Bild: Netto).

Die Aktivierung des Codes per Fingerabdruck wird laut Netto durch die von Apple zur Verfügung gestellte Schnittstelle ermöglicht, die den Fingerabdruck überprüft und den Bezahlvorgang auslöst. Kunden hinterlegen ihren Fingerabdruck dazu einmalig im iPhone und identifzieren sich dann an der Supermarktkasse durch Auflegen des “richtigen” Fingers.

Voraussetzung für das mobile Bezahlen per Touch ID ist die NettoApp. Sie ermöglicht seit Mai 2013 an den Netto-Kassen nach einmaliger Registrierung das Bezahlen per Smartphone. Der Betrag wird dann per Lastschriftverfahren von dem bei der Registrierung verifizierten Konto abgebucht. Inzwischen unterstützt Netto auch Mobile Payment mit der Apple Watch.

Seit Mai 2013 bietet Edeka in ausgewählten Märkten Mobile-Payment über seine App an, die vom selben Entwickler wie die NettoApp stammt. Die Touch-ID-Unterstützung gibt es bisher aber nur bei Netto.

Yapital App im Einsatz (Bild: Yapital)
Hat sich nicht durchgesetzt: Mit der Yapital Online- und Offline-Einkäufe per Smartphone zu ezahlen (Bild: Yapital).

Trotz der Bemühungen der Einzelhändler ist Mobile Payment in Deutschland erst wenig verbreitet. Laut Bitkom gab es im Juni hierzulande rund 60.000 Akzeptanzstellen für das kontaktlose Bezahlen per NFC. Das entsprach etwa 8 Prozent aller Kassenterminals. Einer im Mai durchgeführten Umfrage des Branchenverbands zufolge haben über zwei Drittel der Deutschen auch nicht den Wunsch, mit ihrem Smartphone mobil zu bezahlen. 29 Prozent können sich vorstellen, von der Möglichkeit Gebrauch zu machen, oder haben dies bereits getan.

Die geringe Akzeptanz zwang erst kürzlich den von der Otto Group initiierte Bezahldienst Yapital, sein Privatkundengeschäft einzustellen. Auf Grund niedriger Margen und eine rneuen Rechtslage bei der Interchange Regulierung sei die Gewinnung von Endkunden ohne Partner mit einer breiten Kundenbasis derzeit nicht rentabel möglich. “Die Geschäftsentwicklung und vor allem die Entwicklung der Endkundenzahl ist in diesem Bereich zum aktuellen Zeitpunkt schlicht nicht kalkulierbar. Bereits vor drei Jahren sprach man vom Mobile-Payment-Durchbruch, und dennoch gibt es heute laut Studien gerade mal 200.000 Nutzer in Deutschland”, begründete Geschäftsführer Marc Berg das Aus des Dienstes für Privatkudnen, der nun als E-Geld-Institut im Business-to-Business-Geschäft weitergeführt werden soll.

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Journalist, Chefredakteur von ITespresso.de. Sucht immer nach Möglichkeiten und Wegen, wie auch kleine Firmen vom rasanten Fortschritt in der IT profitieren können. Oder nach Geschäftsmodellen, die IT benutzen, um die Welt zu verbessern - wenigstens ein bisschen.

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