Weitreichende Störung bei der Telekom nun behoben

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Breitbandausbau (Bild: Shutterstock/Kirill__M)

Sie dauerte vom Vormittag bis zum späten Nachmittag an. Betroffen waren zahlreiche deutsche Großstädte, darunter auch Berlin, Hamburg, München, Frankfurt am Main, Stuttgart, Dortmund, Essen, Hannover und Dresden. Kurz vor 17 Uhr gab der Telekommunikantionanbieter dann jedoch Entwarnung.

Der Ausfall eines RADIUS-Servers hat heute im Laufe des Tages erhebliche Beeinträchtigungen für Kunden der Deutschen Telekom mit sich gebracht. Solch ein Server ist für die Authentifizierung beim Zugang zum Internet erforderlich. Erste Ausfälle berichteten Nutzer ab etwa 10 Uhr. Seit dem Mittag arbeitet die Telekom an der Beseitigung der Störung. Gegen 17 Uhr war das Problem dann jedoch der Telekom zufolge behoben. In der Zwischenzeit waren Festnetztelefonie, Internet und TV-Angebote betroffen.

Kurz vor 17 Uhr hat die Telekom via Facebook mitgeteilt, dass die Ursache für die heute aufgetretene Störung behoben ist (Screenshot: ITespresso).
Kurz vor 17 Uhr hat die Telekom via Facebook mitgeteilt, dass die Ursache für der heute aufgetretenen Störung behoben ist (Screenshot: ITespresso).

Ab etwa 10 Uhr verzeichnete der Online-Dienst allestörungen.de heute einen deutlichen Anstieg der Störungsmeldungen von Telekom-Kunden. Gegen 11 Uhr gingen mehr als 11.000 entsprechende Berichte ein. Sie stammten hauptsächlich aus Berlin, Hamburg, München, Frankfurt am Main, Stuttgart, Dortmund, Essen, Hannover, Dresden und Bonn.

“Aktuell kommt es zu Störungen und Beeinträchtigungen bei der Telefonie, im Internet und Fernsehen im Festnetz. Unsere Technik arbeitet mit Hochdruck an der Störungsbeseitigung. Wir bitten unsere Kunden um etwas Geduld und entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten”, informierte die Telekom dann gegen 12 Uhr via Facebook. Eine gute Stunde später nannte sie an gleicher Stelle den Ausfall des Authentifizierungsservers als Ursache: “Unsere Techniker arbeiten intensiv daran, die betroffenen Kunden auf redundante RADIUS-Server umzuziehen, um alle Dienste in Kürze wieder in der gewohnten Qualität zur Verfügung zu stellen.”

Durch den großflächigen Ausfall und weil viele Nutzer gleichzeitig Hilfe suchten, waren sowohl die Website telekom.de als auch die Hotlines vorübergehend kaum zu erreichen. Wie viele Kunden konkret von der Störung betroffen waren, hat die Telekom noch nicht mitgeteilt.

Bei einem kurzzeitigen Internetausfall haben Kunden in aller Regel keinen Anspruch auf Entschädigung, wie Anwalt Christian Solmecke von der Kanzlei Wilde Beuger Solmecke früher schon einmal erklärte. Nach aktueller Rechtsprechung müssten Internetprovider keine dauerhafte Verfügbarkeit garantieren. Grund sei, dass die Leistungskapazitäten des Providers begrenzt sind und die Übertragungsgeschwindigkeit von Daten je nach Netzauslastung schwankt.

Anbieter sichern sich üblicherweise mit einer Klausel in ihren AGB ab. Die Telekom gibt für den Internetzugang ihrer MagentaZuhause-Tarife beispielsweise eine mittlere Verfügbarkeit von 97 Prozent im Jahresmittel an. Das bedeutet, dass selbst bei einem Ausfall des Anschlusses für knapp elf Tagen im Jahr die Telekom ihre vertraglichen Pflichten noch erfüllen würde. Anspruch auf Schadenersatz bestünde erst dann, wenn dieser Zeitraum überschritten würde.

[mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

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