Open Whisper Systems stellt Beta von Signal Desktop vor

Sicherheit
Signal-Desktop- (screenshot: Open Whisper Systems)

Bisher gab es die Anwendung für sicheres Messaging nur für iOS und Android. Auf dem Desktop lässt sie sich als Chrome App nutzen. Konversationen werden übergreifend auf allen Geräten angezeigt.

Open Whisper Systems hat nun eine Beta der Desktop-Version seiner Messaging-App Signal vorgelegt. Die App war seit März für iOS erhältlich. Im November kam dann eine Version für Android hinzu. Signal ist aus den zuvor eigenständigen Apps TextSecure und RedPhone hervorgegangen und vereint deren Funktionen ins sich. Sie verschlüsselt also sowohl Textnachrichten als auch Anrufe.

Signal Desktop (Screenshot: Open Whisper Systems)

Signal Desktop ist eine Chrome-App und mit dem Telefon verknüpft. Das ist erforderlich, da zur Authentifizierung die Telefonnummer verwendet wird. Separate Log-ins, Nutzernamen, Passwörter oder PINs kommen nicht zum Einsatz. So müssen sie auch nicht verwaltet werden und ist gleichzeitig die Gefahr ausgeschlossen, dass sie verloren gehen können. Allerdings funktioniert die Telefonverknüpfung in der Beta zunächst nur mit Android-Geräten. Für iOS soll die Funktion aber nachgereicht werden.

Die Verknüpfung mit der Telefonnummer ist zudem praktisch, da so alle ein- und ausgehenden Nachrichten stets auf allen Geräten angezeigt werden können. “Ihre Kontakte müssen nicht rätseln, wie sie Sie erreichen können und wenn Sie das Gerät wechseln, wird eine bereits angefangene Konversation dort schon verfügbar sein”, erklärt Firmengründer Moxie Marlinspike auf der Website.

Der Quellcode aller Messaging-Anwendungen von Open Whisper Systems lässt sich auf Github einsehen. So können sich Experten vergewissern, dass sie keine Hintertüren enthalten. Finanziert wird die Entwicklung über Spenden. Die Apps sind kostenlos und werbefrei. Um an der Beta für Signal Desktop teilzunehmen, müssen Nutzer die Website des Anbieters mit dem Chrome-Browser aufrufen

Signal ist eine der wenigen Messaging-Anwendungen, die alle Anforderungen der Electronic Frontier Foundation (EFF) erfüllen. Die US-Bürgerrechtsorganisation bewertet Apps nach insgesamt sieben Kriterien. Die Hürde “durchgängige Verschlüsselung, die auch verhindert, dass der Provider mitlesen kann”, ist derzeit nicht nur für den Blackberry Messenger, sondern auch den Facebook Chat, Google Hangouts, Skype, Snapchat, WhatsApp und den Yahoo Messenger zu hoch. Signal nimmt allerdings auch sie. Die EFF weist aber darauf hin, dass sie keine Empfehlungen ausspricht, da sie die Sicherheit einzelner Dienste nicht gewährleisten kann. Dass einige Kriterien erfüllt werden sind laut den Aktivisten aber “Hinweise, dass Projekte in die richtige Richtung gehen”.

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