Parallels verkauft Cloud-Automatisierungsplattform Odin

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Parallels verkauft Odin (Grafik: Parallels)

Die Technologie, das zugehörige geistige Eigentum und die in dem Bereich beschäftigten rund 500 Mitarbeiter werden vom IT-Großhändler Ingram Micro übernommen. Der stärkt damit seine Cloud-Business Unit. Über den Kaufpreis haben die Beteiligten Stillschweigen vereinbart.

Der IT-Distributor Ingram Micro übernimmt vom Virtualisierungsspezialisten Parallels dessen Odin Service Automation Plattform. Im Rahmen der Transaktion gehen auch die mit in dem Bereich von Parallels bisher angesammelten geistigen Eigentumsrechte und Technologien an den neuen Besitzer über. Der will sie ebenso wie die bisher bei Parallels für die Odin-Plattform tätigen rund 500 Mitarbeiter in seine Cloud Business Unit integrieren.

Parallels verkauft Odin (Grafik: Parallels)

Zum Kaufpreis haben die Beteiligten keine Angaben gemacht. Parallels behält seine anderen beiden Geschäftseinheiten im Service-Bereich, Plesk und Virtuozzo. Sie werden wie bisher als separate Unternehmen weitergeführt.

Ingram Micro will der Übernahmeankündigung zufolge die Odin-Automatisierungsplattform weiterentwickeln und als Basis verwenden, um Cloud-Dienstleistungen anzubieten. Die Cloud Business Unit hatte Ingram Micro im Frühjahr 2013 eingerichtet. Sie soll in erster Linie dafür sorgen, dass Cloud Reseller und Service Provider bei dem Großhändler Dienstleistungen und Produkte aus einer Hand bekommen. Die Leitung des Bereichs obliegt seit November Andreas Bichlmeier, der bereits seit 1997 in wechselnden Positionen bei dem Unternehmen tätig ist.

Ingram Micro (Grafik: Ingram Micro)

Seit dem Anfang des Geschäftsbereichs bildet die Odin Service Automation Plattform einen zentralen Bestandteil des Cloud-Marktplatzes von Ingram Micro. Sie wird einerseits genutzt, um für Unternehmen Cloud-Lösungen und -technologien schnell bereitzustellen. Andererseits dient die Odin-Plattform dazu, dass ISV-Partner von Ingram Micro die Möglichkeit bekommen, ihre Angebote über ein Netz von Vertriebspartnern, Telefongesellschaften, Netzbetreibern, Hosting-Unternehmen und Anbietern von Managed Services sowie Systemintegratoren und -zulieferern zu verkaufen.

Für den Großhändler ist der Bereich wichtig, da er damit rechnen muss, dass mittelfristig insbesondere Unternehmenssoftware nicht mehr als Softwarepaket oder mittels Lizenzen verkauft, sondern immer öfter auch oder nur noch als Service angeboten wird. Erfolgt das über neue Cloud-Provider, entgehen dem Händler Umsätze und Gewinne. Andererseits ist gerade das Softwaregeschäft lukrativ, da hier auch Zwischenhändlern höhere Margen winken als beim Geschäft mit Hardware.

Indem er verstärkt Dienstleistungen offeriert, könnte der Großhändler seine traditionell niedrige Marge also aufbessern. Kunststück dabei ist es jedoch, zumindest nicht zu sehr in Wettbewerb zu den eigenen Kunden zu treten, sondern zu deren Angeboten komplementäre Dienste anzubieten, die diese dann unter Umständen sogar als eigene weiterverkaufen können. Gerade dabei dürfte sich die nun erworbene Odin-Plattform künftig als hilfreich erweisen.

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