Wie Online-Händler im Weihnachtsgeschäft Betrug minimieren

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Es ist bekannt: Beim Bummel über den Weihnachtsmarkt steckt man den Geldbeutel lieber in die Jacken- als die Gesäßtasche, da sich Taschendiebe des Gewühl zunutze machen. Analog dazu brauchen Online-Händler einen vernünftigen Ansatz beim Risk Management, um Betrug zu vermeiden, ohne loyale Kunden zu verärgern.

Im Vorfeld des Weihnachtsgeschäfts mit den vielen Rabattaktionen wie Black Friday, Cyber Monday, bis hin zu den üblichen Aktionen zu Jahresbeginn, bereiten sich Online-Händler auf die umsatzträchtigste Zeit des Jahres vor – nicht selten mit bis zu 30 Prozent Umsatzplus im Vergleich zum übrigen Jahr. Aber mit dem Umsatzplus steigt unweigerlich der Betrug. Rabatte und Schnäppchen versetzen auch Betrüger in festliche Stimmung, liegt es doch auf der Hand, dass Händler sich bei erhöhtem Traffic um andere Dinge als um Sicherheit kümmern müssen.

Volker Steinle, der Autor dieses Expertenbeitrags für ITespresso,  ist als Country Manager für  Adyen in Deutschland verantwortlich (Grafiik: Adyen)
Volker Steinle, der Autor dieses Expertenbeitrags für ITespresso, ist als Country Manager für Adyen in Deutschland verantwortlich (Grafiik: Adyen).

Zudem verlagern – bedingt durch immer bessere Sicherungssysteme in den Ladengeschäften – immer mehr Betrüger ihre Aktivitäten auf den Online-Handel.
Dieser Umstand verleitet Online-Händler zu einem der beiden folgenden Fehler: Der erste ist es, an der “Sicherheitsschraube” zu drehen und damit so ziemlich jede Transaktion als verdächtig einzustufen oder zu behandeln. Das geschieht dann leider auf Kosten der Authorisierungsrate. Viele Einzelhändler berichten von einer Verdreifachung der risikobedingten Ablehnungsrate von üblichen 3 Prozent auf 10 Prozent während der Rabattaktionen rund um das Weihnachtsgeschäft.

Der zweite Fehler ist es, den Betrug als notwendiges Übel der umsatzstarken Phasen hinzunehmen und die Sicherheitsschwellen herabzusetzen, um den Umsatzanstieg voll auszuschöpfen. Dass führt dann zu einer Verringerung der Ablehnungsrate aber gleichzeitig zu einem erblichen Anstieg der Betrugsfälle und damit zu Einnahmeausfällen.

Schlüssel zum Erfolg ist detaillierte Betrugsabwehr

Während der Hochsaison kann die geringste Korrektur der Sicherheitslevel zu erheblichen Auswirkungen in beide Richtungen führen. Das Allheilmittel hierbei ist eine detaillierte Betrugsabwehr. Hier nun drei Praxistipps, wie sich Betrüger ausfindig machen und gleichzeitig der reibungslose Ablauf der Geschäfte mit den loyalen Kunden gewährleisten lässt.

1. Identifizieren Sie den Kunden hinter der Transaktion

Indem Sie Device Fingerprinting nutzen und mehrere Bestellvorgänge eines Kunden miteinander in Bezug setzen, können Sie dem Kaufwilligen über mehrere Endgeräte, Netzwerke und Online-Identitäten hinweg folgen und ein ganzheitliches Bild von beiden – dem loyalen Kunden und dem potenziellen Betrüger – erhalten. Auf diese Weise können Sie Betrüger blocken, während Sie Ihren loyalen Kunden ein ungehindertes Einkaufsvergnügen bieten, selbst wenn diese ihr Einkaufsverhalten gravierend ändern.

2. Erkennen Sie verdächtiges Verhalten beim Checkout

Eine gute Möglichkeit, Bot-Attacken zu erkennen, ist der Einsatz hochspezifischer Verhaltensanalyse-Tools während des Bezahlvorgangs. Durch Analyse der Tastaturnutzung, des Mauseinsatzes und der generellen Geschwindigkeit der Interaktion ist es möglich herauszufinden, ob man es mit einem menschlichen Wesen oder einer Maschine zu tun hat. Auf diese Weise kann man “card-testing” und andere Hochgeschwindigkeitsattacken ausfindig machen, die Betrüger gerne nutzen.

3. Justieren Sie die zulässige Transaktionsgeschwindigkeit

Kunden legen üblicherweise während der Rabattaktionen ein besonderes Verhalten an den Tag. So können sie etwa öfter kaufen oder mehr Geld pro Transaktion ausgeben. Um zu verhindern, dass das Risikomanagement diese Kunden als Betrüger identifiziert, können Sie die zulässige Dauer eines Einkaufsprozesses erhöhen und somit Umsatzausfall minimieren, indem Sie das geänderte Käuferverhalten antizipieren.

Adyen bietet ein integriertes Risk-Management System, genannt RevenueProtect. Es nutzt eine Kombination von Adyens Transaktionsdaten und – technologie und erstellt damit intelligente Risikoprofile. Diese ermöglichen die Balance zwischen Betrugsvorbeugung auf der einen und reibungslosem Online-Shopping auf der anderen Seite. RevenueProtect beinhaltet zudem den dynamischen, transaktionsübergreifenden Algorithmus “Shopper DNA”, eine anpassbare Engine für das Erstellen von Risikoregeln und Verhaltensanalyse-Tools.

“Man muss bei der Vorbereitung von Black Friday, Cyber Monday und Weihnachtsangeboten vieles Bedenken, einschließlich den unvermeidlichen Anstieg von Betrugsversuchen. Adyen hilft uns die Balance zwischen dem Aussperren von Betrügern und dem Durchwinken unserer ehrlichen Kunden zu wahren. Somit können wir sicher sein, auch in Spitzenzeiten optimale Umsätze zu generieren”, fasst Richard Brown Fraud & Payment Analyst bei Superdry seine Erfahrungen zusammen.

Der Autor

Volker Steinle ist als Country Manager für Adyen in Deutschland verantwortlich. Das Unternehmen bietet eine Zahlungstechnologie an, die es Unternehmen erlaubt, über eine Lösung Zahlungen aus zahlreichen Ländern abzuwickeln. Es hält dazu eine moderne Infrastruktur vor und kann Händler direkt mit Visa, Mastercard und weiteren 250 Zahlungsmethoden auf der ganzen Welt verbinden.