TOR startet erste Crowdfunding-Kampagne

PolitikÜberwachung
TOR (Grafik: TOR-Projekt)

Mit ihr will das bislang fast ausschließlich auf Zuwendungen von US-Behörden angewiesene Projekt wahrscheinlich unabhängiger werden. Bereits im Frühjahr waren außerdem Überlegungen angestellt worden, die Entwicklung neuer Angebote durch Crowdfunding zu finanzieren.

Das TOR-Projekt hat mit einem Blogbeitrag der Dokumentarfilmerin Laura Poitras, die insbesondere durch den Snowden-Film Citizenfour bekannt wurde, seine erste Crowdfunding-Kampagne eingeläutet. Es handelt sich dabei allerdings nicht um eine klassische, von Start-ups bekannte Form des Crowdfunding, bei der Geber diverse Belohnungen erhalten, sondern eher um einen Spendenaufruf, wie man ihn von Wikipedia her kennt. Nutzern und potenzielle Unterstützer wird dabei vorgeschlagen, 10, 23, 100, 256, 500 Dollar oder einen frei wählbaren Betrag entweder einmalig oder monatlich zu spenden.

Die Zahlung wird standardmäßig über Paypal abgewickelt. Wer das nicht möchte, kann auch auf die Peer-to-Peer-Payment-Plattform Dwolla oder auf Bitcoins zurückgreifen. Bei der Spende per Bitcoins wird zudem auch auf gezielte Spendenmöglichkeiten für Torservers.net, NoiseTor und Tails hingewiesen. Die anderen Spenden werden zum allgemeinen Betrieb des TOR-Projekts aufgewendet.

Bisher sind den von TOR veröffentlichten Unterlagen zufolge 80 bis 90 Prozent der Einnahmen des Projekts Zuwendungen von US-Behörden. Bereits im Frühjahr hatte man aber öffentlich darüber nachgedacht, per Crowdfunding neue Einnahmequellen zu erschließen und somit mittelfristig von den staatlichen Zuwendungen unabhängiger zu werden. Damals wurde auch vorgeschlagen – die sogenannten Hidden Services -, die mit dem Geld aus der Crowd auszubauen und vor allem breiter bekannt zu machen.

Der TOR-Spendenaufruf (Screenshot: ITespresso)

“Ein Internet auf der Grundlage von Hidden Services wäre ein Internet mit eingebautem TOR – eine Funktion, die Nutzer einfach als gegeben voraussetzen könnten. Stellen Sie sich einmal vor, was das für Millionen von Nutzern in Ländern wie China, dem Iran oder Großbritannien bedeuten könnte”, wirbt ein TOR-Mitarbeiter in dem Blogbeitrag. Mit den Hidden Services ist es grundsätzlich möglich, Seiten und Dienste innerhalb des TOR-Netzwerks einzurichten. Die umfangreichen Funktionen, die Sicherheit und Privatsphäre gewährleisten, sollen sie dann für eine breite Palette an Diensten attraktiv machen. Auch am Zugriff von Mobilgeräten aus soll gearbeitet werden

Tipp: Wissen Sie alles über Edward Snowden und die NSA? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen